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Giro d´Italia : Jan Ullrich: „Giro-Sieg wäre ein Traum“

  • Aktualisiert am

Beim Giro stets im Visier: Jan Ullrich Bild: dpa

Tour und Vuelta hat er schon gewonnen, nur ein Giro-Sieg fehlt Jan Ullrich noch in seiner Sammlung: „Das könnte im nächsten Jahr ein großes Ziel sein.“

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          Der Giro d'Italia hat es Jan Ullrich angetan. Sollte ihm im Juli der zweite Sieg bei der Tour de France glücken, plant der Olympiasieger einen Kurswechsel.

          „Ich brauche es nicht, drei oder vier Mal die Tour zu gewinnen. Ein Giro-Sieg wäre ein Traum“, sagt Ullrich. „Das könnte im nächsten Jahr ein großes Ziel sein. Dafür müsste ich mich dann ganz anders vorbereiten.“

          Doppelsieg unmöglich?

          Nach den Siegen bei der Tour (1997) und der Vuelta (1999) fehlt Ullrich nur noch das in diesem Jahr wohl unerreichbare „Maglia Rosa“. Mit einem Dreifach-Erfolg würde sich der gebürtige Rostocker unter die ganz Großen des Metiers einreihen: Jacques Anquetil, Felice Gimondi, Eddy Merckx und Bernard Hinault.

          An die Fähigkeit zur Nachahmung besonderer Kunststücke, wie sie zuletzt Miguel Indurain (1992 und 1993) und Marco Pantani (1998) mit ihren Doppelsiegen bei Giro und Tour vormachten, glaubt Ullrich nicht: „Ich kann nicht zwei Rundfahrten in einem Jahr gewinnen.“

          Teamleiter Rudy Pevenage weiß, dass seinen Schützling der besondere Rekord reizt: „Jan hat seit langem im Kopf, alle drei großen Rundfahrten zu gewinnen. Der Giro fehlt ihm noch.“ Als PR-Stratege findet auch Ullrich-Manager Wolfgang Strohband Gefallen an der Option: „Siege in allen Rundfahrten - das ließe sich gut vermarkten. Der erste Tour-Sieg eines Deutschen ist doch ohnehin nicht mehr zu toppen“.

          „Soßen gibt´s für mich nicht mehr“

          Sollte Ullrich sein Vorbereitungsprogramm ändern, stünden auch mögliche Klassiker-Siege auf dem Wunschzettel. Sein Blick in die Zukunft reicht aber vorerst nur bis zum Vertragsende 2003: „Danach entscheide ich, ob es noch Spaß macht.“

          In diesem Jahr hat die Tour noch uneingeschränkt Vorfahrt. Die Giro-Premiere soll Ullrich den Weg zum zweiten Triumph in Frankreich ebnen. Der Abstecher nach Italien macht ihm Spaß, die Erkältungssymptome klingen ab („Hätte ich Fieber bekommen, wäre ich ausgestiegen“), und die italienische Mentalität hebt seine Stimmung.

          „Die Tour ist vielleicht noch perfekter organisiert, aber die Italiener sind mit mehr Herz dabei, die Begeisterung ist größer“, fasst Ullrich seine ersten Giro-Eindrücke zusammen. Küsse auf die Wange von wildfremden Bewunderern verwirren ihn nicht mehr. Sogar die üblichen kleinen Gewichtsprobleme nimmt er auf die leichte Schulter: „Soßen gibt's nicht mehr für mich.“

          Pantani ist der große Favorit

          Nach dem Ausfall von Francesco Casagrande, den Ullrich als harten Widersacher bei der Tour erwartet, ist Pantani mehr denn je Favorit auf den Giro-Sieg. Ullrich: „Ich habe ihn selten so stark gesehen.“ Das Fehlen des italienischen Exzentrikers bei der Tour bedauert Ullrich: „Ich finde seinen Ausschluss nicht so gut. So eine schillernde Figur gehört dazu.“

          Einen Überraschungscoup beim Giro, wie er ihm vergleichsweise 1999 gelang, als Ullrich ohne große Ambitionen in die Vuelta ging und sie gewann, traut sich der Zeitfahr-Weltmeister von 1999 nicht zu: „Ein Sieg hier in diesem Jahr ist unmöglich.“

          Sein Formaufbau für den Saisonhöhepunkt im Juli sieht so aus, dass Ullrich in der letzten Giro-Woche „zu den Besten gehören“ möchte. Einen ersten ernsthaften Tour-Test könnte er am 3. Juni beim 55,5 Kilometer langen Einzelzeitfahren von Sirmione nach Salo am Gardasee abliefern. „Aber da werde ich noch nicht bei 100 Prozent sein“, sagte Ullrich. Die muss der Liebling der deutschen und italienischen Sportfans erst am 7. Juli erreicht haben, wenn die Tour in Dünkirchen startet.

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