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Fifa : DFB unterstützt Infantinos Präsidentschaftskandidatur

Grund zur Freude: Gianni Infantino darf sich über die DFB-Unterstützung freuen Bild: AP

Der DFB hat sich auf einen Europäer als Fifa-Präsidenten festgelegt. Interimsboss Rauball verriet den Namen beim Neujahrsempfang der DFL.

          Der deutsche Fußball hat sich vor der Wahl des neuen Präsidenten beim krisengeschüttelten Weltverband Fifa am 26. Februar für die Unterstützung des Schweizer Kandidaten Gianni Infantino entschieden. Das kündigte Reinhard Rauball, der Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL), am Dienstag beim Neujahrsempfang des Verbandes in Frankfurt an. Rauball ist zugleich Interimspräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Über diese Empfehlung an das DFB-Präsidium, das an diesem Mittwoch zusammenkommt, sei er sich mit seinen Kollegen Rainer Koch, ebenfalls Interimspräsident, sowie DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock einig. Indirekt ist diese Wahl eine Ablehnung des Favoriten Scheich Salman bin Ebrahim Al Khalifa aus Bahrein.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Infantino ist seit 2009 Generalsekretär des europäischen Fußball-Verbandes (Uefa) und galt viele Jahre als rechte Hand des inzwischen für acht Jahre gesperrten Uefa-Chefs Michel Platini. Diese Nähe wird auch in Deutschland mit Blick auf die nötige Reform der Fifa als problematisch bezeichnet. Rauball hob die Vorzüge Infantinos hervor: „Er kennt das Geschäft von der Pike, gehört als Mitvierziger zur neuen Generation und ist in der Branche bestens vernetzt“

          Vor einer Wahl Scheich Salmans, derzeit Präsident des asiatischen Fußballverbandes, protestieren vor allem Menschenrechtsgruppen, aber auch deutsche Politiker wie die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis90/Grüne), die ihn als Mitglied der königlichen Familie von Bahrein in der Mitverantwortung für Menschenrechtsverstöße gegen den schiitischen Teil der Bevölkerung sehen.

          Am Dienstag forderte die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ den DFB auf, sich gegen den Scheich zu positionieren. „Als Mitglied des bahreinischen Königshauses steht Scheich Salman für ein Regime, das kritische Blogger und Journalisten seit Jahren gnadenlos verfolgt“, sagte der Geschäftsführer der Organisation, Christian Mihr: „Dieser Mann ist ungeeignet als oberster Repräsentant des Weltfußballs. Mit Salmans Kandidatur setzt Bahrein seine Strategie fort, mit Spitzensport sein Image zu pflegen. Gleichzeitig setzt das Königshaus sein Angriffe auf Kritiker fort. Die Repression, die mit der blutigen Niederschlagung der Proteste 2011 begonnen hatte und bei der auch Sportler verhaftet und zum Teil misshandelt wurden, halte bis heute unvermindert an, sagte Mihr. Scheich Salman bestreitet, für Menschenrechtsverstöße mitverantwortlich zu sein.

          Ein alter Bekannter: Wolfgang Niersbach ließ sich beim Neujahrsempfang der DFL blicken

          Die Verhaftungen und Suspendierungen im internationalen Sport, die WM-Affäre des DFB und die Enthüllungen in der Leichtathletik nahm DFL-Geschäftsführer Christian Seifert zum Anlass, auf die Verantwortung von Funktionären hinzuweisen: „Wir dürfen nie vergessen, dass es gute Gründe dafür gab, dass die Glaubwürdigkeit der internationalen und teilweise auch nationalen Institutionen sehr gelitten haben. (...) Wir alle sind gefordert, mit Transparenz und Konsequenz diese Glaubwürdigkeit wieder herzustellen.“ Der anwesende Innenminister Thomas de Maizière verband die Autonomie der Verbände mit der Verpflichtung, den „eigenen Laden in Ordnung zu halten.“ Der Staat werde dabei etwas schubsen und helfen.

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