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Gesunde Diät : Alles Gewohnheit: Essverhalten und Diät

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Welcher Größe darf´s sein: Jojo-Effekt verwirrt den Körper Bild: illuscope

Essen ist Gewohnheitssache: Wer eine dauerhafte Gewichtsreduktion anstrebt, sollte auch die Nahrungsaufnahme langfristig verändern.

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          Wer erkannt hat, dass wir Gewohnheitstiere in Sachen Futter sind, wird künftig nicht mehr auf Blitz-Diäten reinfallen. Die bringen nichts außer dem Gegenteil des Erhofften, nämlich noch mehr Gewicht als vorher.

          „Viele Diäten sind einseitig, schmecken nicht auf Dauer, ändern nichts am bisherigen und vielleicht ungünstigen Essverhalten und liefern deshalb oft den Misserfolg gleich mit“, schreiben die Autorinnen des empfehlenswerten Ratgebers „Gewicht im Griff“ von der Verbraucherzentrale NRW.

          JoJo-Effekt bringt mehr Pfunde drauf als runter

          „Mit wiederholten `Wechselbädern´von Diätversuch und anschließender Gewichtszunahme verwirren wir unseren Stoffwechsel, werden immer dicker und verlieren die tatsächlichen Bedürfnisse vollends aus den Augen.“ Damit ist eigentlich alles Wesentliche gesagt: Crash-Diäten sind Quatsch, denn der Körper ist kein Gefäß, aus dem man einfach was rausnimmt, und dann ist und bleibt es leichter.

          Vielmehr hat jeder seinen ganz persönlichen Stoffwechsel, bestimmte Bedürfnisse und auch genetisch festgelegte Grunddaten, die unverrückbar sind: „Reiterhosen“ zum Beispiel kann man nicht weghungern, aber durchaus mit körperlichem Training das Gesamtbild in Form halten. Der Bierbauch, werte Herren der Schöpfung, gehört nicht zu den unverrückbaren Grunddaten.

          Bewusst essen bereitet Genuss für die Sinne

          Das Know-how des Abnehmens mit dauerhaftem Resultat beginnt also mit Einsichten: keine falschen Illusionen mehr, sondern das Machbare in Angriff nehmen. Dazu muss man sich erst über die Ursprünge und Eigenarten des eigenen Ess- und Trinkverhaltens klar werden und darüber, daß man sie langfristig ändern muß. Beobachten Sie sich: wann essen Sie was, wieviel und warum?

          Essen und Trinken dienen ja nicht nur der Zulieferung des Brennstoffs für die Körperfunktionen. Geruchs- und Geschmackssinn, Tastsinn und nicht zuletzt der Sehsinn („das Auge isst mit“) sind auch Pforten in die Seele und vermitteln per Genussempfinden Wohlgefühle. Hier sind wir beim Thema Bedürfnisse: jeder befriedigt seine Lust auf solches Wohlgefühl mit anderen Gerichten oder Lebensmitteln.

          Frustesser aufgepasst: Nahrung löst keine Probleme

          Etwas ganz anderes ist Essen und Trinken als Ersatz für Zuwendung, aus Einsamkeit, Frust oder Ärger - Nahrungsaufnahme hat viel mit Gefühlen zu tun. Die Antwort auf die oben gestellte Frage wird also in den wenigsten Fällen lauten: ich esse, weil ich einen leeren Magen, also „echten“ Hunger habe. Die Konsequenz kann natürlich nicht sein, sich ab sofort bei Frust, Ärger und Unglücklichsein das Essen zu verkneifen. Das schafft man nicht.

          Sondern: ich muss lernen, mit diesen Gefühlen anders umzugehen, sie möglichst weit zu reduzieren, also gar nicht erst aufkommen zu lassen. Wie Sie das erreichen, ist ein anderes Thema - aber das Ziel ist eigentlich das gleiche wie das einer Diät: ein besseres Selbstwertgefühl.

          Chips sind tabu: Möhrchen und andere leichte Knabbereien

          Es gibt jedoch Beispiele schlechter Essgewohnheiten, die man sich mit der nötigen Geduld wieder abgewöhnen kann und sollte: den Futter-Automatismus vor der Glotze zum Beispiel. Oft stopfen wir das Knabberzeugs total gedankenlos in uns rein, und ob die Tüte nun 100 oder 200 Gramm enthält, spielt gar keine Rolle. Sorgen Sie dafür, dass Chips & Co. erst gar nicht mehr greifbar sind.

          Gut gesättigt zum Einkaufen gehen hilft dabei, und wenn Sie an was kauen wollen vor dem Fernseher, dann empfehlen sich Karotten. Oder wie wär´s mal mit Schüttelbrot und Vollreistafeln - die sind knabbertauglich kross, man hat was zu beißen und es macht nicht so schnell dick.

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