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Fußballglosse : Zoff im Pott

  • -Aktualisiert am

Sind auf die Sparda-Bank nicht mehr gut zu sprechen: die Fans des BVB. Bild: imago

Die Sparda-Bank West hat den BVB zu ihrem Lieblingsverein und Werbepartner erkoren. Doch eine Anzeige im Dortmunder Stadionheft geriet zum Fauxpas: Abgebildet ist ein Vorsänger der Schalker Ultras.

          Der Sparda-Bank West ist das Kunststück gelungen, sich den Unmut der Dortmunder und Schalker Fußballfans gleichermaßen einzuhandeln. Gerade jetzt, wo die Banken ums Vertrauen bangen, leistete sie sich einen kapitalen Fehltritt wider Deutschlands größte Massenbewegung. Dabei hatte alles so spendabel begonnen: Die Bank hat den BVB zu ihrem „Lieblingsverein“ erkoren und wirbt als offizieller „Champion Partner“. Ein Ergebnis dieser Liaison ist die schwarz-gelbe Karte, die seit dieser Saison für jedes Tor der Dortmunder einen Zinsbonus von 0,5 Prozent verspricht, der bis zum nächsten Spiel hält.

          Auf die glückliche Verbindung folgt nun der Fauxpas: Im Dortmunder Stadionmagazin „echt“ wirbt die Sparda-Bank für besagte schwarz-gelbe Karte. Zu sehen ist ein von Fans umringter Vorsänger mit BVB-Logo auf dem Pulli und gelbem Megafon in der Hand. Doch wer genauer hinsieht, findet den Fehler. Die Autoren des Pottblogs haben genau das getan: Auf dem Megafon steht „Ultras Gelsenkirchen“. Auch der abgebildete Capo ist den Anhängern beider Klubs bestens bekannt - als Vorsänger der Schalker Ultras.

          Auf Facebook entschuldigt sich die Bank so: „Liebe BVB Fans, vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Natürlich haben sie mit Ihren Anmerkungen recht. Wir versprechen zukünftig unsere Bildauswahl noch genauer und sorgfältiger zu prüfen.“ Bloß eine Frage der Genauigkeit? Königsblau gegen Gelb zu tauschen spricht eher für Absicht als für Ahnungslosigkeit.

          In beiden Fanlagern herrscht ungewohnte Einigkeit: Diese Peinlichkeit ist unentschuldbar. Der schwarz-gelbe Hohn, dass offenbar selbst Schalker Ultras den BVB anfeuern wollen, feuert die Affäre an. Das Bild komme einer Menschenrechtsverletzung gleich, heißt es aus Gelsenkirchener Fan-Kreisen. Auch der Tenor in BVB-Foren ist eindeutig: „Die Karte hat sich erledigt“. Die Bank ist im Pott in aller Munde - aber auch ziemlich unten durch.

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