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Zweite Liga : Wehen-Wiesbaden trennt sich von Vasic

  • Aktualisiert am

Zweiter Spieltag, erste Trainerentlassung der Saison Bild: dpa

Zweitliga-Aufsteiger SV Wehen-Wiesbaden hat die Zusammenarbeit mit Cheftrainer und Interims-Manager Djuradj Vasic mit sofortiger Wirkung beendet. Grund für die Freistellung sei sein mangelndes Team-Verständnis.

          Mit der sofortigen Trennung von Djuradj Vasic hat der sportlich gut in die Saison gestartete Zweitliga- Neuling SV Wehen Wiesbaden auf verbale Ausraster des Teamchefs reagiert und einen Schlussstrich unter die seit Wochen schwelenden internen Querelen gezogen.

          Nur zehn Tage nach dem Rauswurf von Manager Bruno Hübner musste am Montag auch der Sportliche Leiter und Interims-Manager Vasic bei den Hessen seinen Hut nehmen (siehe: SV Wehen Wiesbaden: Manager Hübner muss gehen). „Der Vorgang ist nicht schön, aber er war nötig. Es gab große Diskrepanzen. Djuradj Vasic hat Spieler und Trainer in einer Art und Weise diskreditiert, die inakzeptabel war“, begründete Wehens kommissarischer Vizepräsident Markus Hankammer die sofortige Freistellung des 50-Jährigen. Auch Kommunikationschef Scharrer war vom Aufsteiger noch vor dem Liga-Start entlassen worden.

          Wichtig, dass es keine Machtkämpfe gibt

          Vasic war erst zum 1. Juli 2007 als Cheftrainer verpflichtet worden, weil Trainer Christian Hock die nötige Fußballlehrer-Lizenz fehlt. Nach der Trennung von Manager Hübner hatte der im Vorjahr beim Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig gescheiterte Vasic zusätzlich dessen Aufgabenbereich übernommen und dadurch noch mehr Machtfülle erlangt. Damit war Vasic nach Ansicht des Präsidiums jedoch überfordert. „Er hat seine Aufgaben nicht so erfüllt, wie wir das erwartet haben“, sagte Hankammer.

          Eben noch Tabellenführer: Vasic (r) mit Ex- und Neu-Trainer Hock

          Auslöser für die Entscheidung des Präsidiums waren offenbar verbale Attacken Vasics gegen Spieler und Trainer im Anschluss an das 1:1 gegen Mit-Aufsteiger VfL Osnabrück. In der Kabine soll es zu einem Wortgefecht zwischen Vasic und Mittelfeldspieler Sandro Schwarz gekommen sein, dass beim Auslaufen am Samstag seine Fortsetzung fand. Schwarz gilt als Vertrauensmann von Hock, spielte unter Vasic aber keine Rolle. Hock lehnte dazu jeglichen Kommentar ab. Auch Hankammer wollte Details nicht öffentlich machen, erklärte aber unmissverständlich: „Für uns war es wichtig, dass es keine Machtkämpfe gibt. Auf einem Schiff kann es nur einen Kapitän geben. Das ist jetzt geklärt.“

          „Die Mannschaft ist erfolgreich in die Saison gestartet“

          Künftig hat Hock im sportlichen Bereich allein das Sagen, obwohl ihm die nötige Lizenz für die 2. Bundesliga fehlt. Da Co-Trainer Steffen Vogler derzeit den geforderten Lehrgang in Köln absolviert, sieht Hankammer jedoch keine Schwierigkeiten auf den Verein zukommen. „Wir werden natürlich das Gespräch mit der Deutschen Fußball Liga suchen, aber ich erwarte keine Probleme. Die Situation ist bei uns ähnlich wie bei St. Pauli“, sagte Hankammer.

          Der Vizepräsident hatte die Mannschaft am Montagvormittag über die Trennung von Vasic persönlich informiert und eine positive Reaktion erfahren. „Das Team ist froh, dass eine Entscheidung gefallen ist“, verkündete Hankammer. Die Managementaufgaben sollen bis zur Verpflichtung eines neuen Managers auf mehrere Schultern im Verein verteilt werden. Die Suche soll laut Hankammer in Ruhe über die Bühne gehen: „Die Mannschaft ist erfolgreich in die Saison gestartet. Wir haben auf diesem Gebiet keinen Zeitdruck.“

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