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Zweite Liga : Frankfurt feiert: Eintracht dritter Aufsteiger

Prosit auf den Aufstieg! Jones füllt Weissenberger ab Bild: dpa/dpaweb

Frankfurt steht neben Köln und Duisburg als dritter Aufsteiger fest. Ein 3:0 gegen Burghausen am letzten Spieltag sicherte das Bundesliga-Comeback der Eintracht. 1860 unterlag gegen Ahlen, Trier ist der vierte Absteiger.

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          Endlich wieder erstklassig, endlich wieder zu Hause im Klub der Großen. Dreimal schon mußte die Frankfurter Eintracht, lange Zeit als "launische Diva" verschrien, den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Dreimal kam sie wieder zurück. 1998 unter dem kauzigen Trainer Horst Ehrmantraut, 2003 unter dem knorrigen Fußballehrer Willi Reimann und nun unter dem kernigen Praktiker Friedhelm Funkel.

          Das letzte Teilstück auf dem Weg zur prompten Rückkehr nach dem Abstieg im Vorjahr legten die Frankfurter am Sonntag mit einem 3:0-Erfolg über Wacker Burghausen zurück. Köhler (17.), Meier (66.) und Beierle (90.) waren die Torschütze des Tages. 43 500 Zuschauer in der ausverkauften Commerzbank-Arena bejubelten und feierten ihre Eintracht, die mit einem imponierenden Endspurt in der Rückrunde schon verloren geglaubten Boden wieder wettgemacht hatte. Schon zuvor waren der 1. FC Köln und der MSV Duisburg in die Bundesliga zurückgekehrt.

          Trier vierter Absteiger

          Der TSV München 1860 verspielte zur gleichen Zeit seine letzte Aufsteigschance mit einer 3:4-Niederlage gegen LR Ahlen. Die Westfalen retteten sich damit vor dem Abstieg. Stattdessen begleitet Eintracht Trier (1:1 in Saarbrücken) Rot-Weiß Oberhausen, Rot-Weiß Erfurt und Rot-Weiß Essen in die Regionalliga.

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          Diesmal hatten die Macher um den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen vom Saisonstart an die sofortige Klassenversetzung als einzig akzeptables Ziel ausgegeben und passend dazu mit Trainer Funkel einen aufstiegserfahrenen Zweitligaexperten verpflichtet. Viermal schon hatte der heute 51 Jahre alte frühere Bundesligaprofi Klubs in die Bundesliga geführt. Zweimal schaffte er den Qualitätssprung mit Bayer Uerdingen, je einmal mit dem MSV Duisburg und dem 1. FC Köln. Und nun mit der Eintracht, jenem Verein, der ihm beim Start nur einen Jahresvertrag angeboten hatte.

          Welchselhafte Saison für Funkels Talentschuppen

          Doch Funkel stellte sich der besonderen Herausforderung, die da hieß: aus einer Jungschar, angereichert um einige wenige gestandene Profis, aus dem Stand heraus eine schlagkräftige Aufstiegsmannschaft zu formen. Bruchhagen hatte die Wende eingeleitet, den Jugendstil zum Programm gemacht und viele deutsche Talente zur Eintracht gelockt. Einige von ihnen wie Patrick Ochs, Christopher Reinhard, Alexander Huber und Daniyel Cimen kamen aus der eigenen vorzüglichen Jugendabteilung. Andere wie Benjamin Köhler von Mitaufsteiger Rot-Weiß Essen oder Alexander Meier, der im Rahmen eines Ausleihgeschäftes vom Hamburger SV zur Eintracht stieß, komplettierten Funkels Talentschuppen.

          Der in jeder Lage ruhige Funkel und die Eintracht haben in einer ereignisreichen Saison trotz empfindlicher Rückschläge alle Klippen gemeistert. Niedergeschlagen nach sportlichen Tiefschlägen in Unterhaching, Karlsruhe, Dresden und Ahlen, abgerutscht gar auf Rang 14 mit zwölf Punkten Rückstand auf Rang drei: Vorstandsarchitekt Bruchhagen machte oft Qualitätsmängel für Einbrüche verantwortlich gemacht und war schon kurze Zeit später eines Besseren belehrt.

          Neuer Eintracht Kurs: Stabilität und Seriosität

          Alles ist noch einmal gut gegangen amBundesliga- und Weltmeisterschaftsstandort Frankfurt. Die Arena dafür haben sie schon. Seit dem 1. Mai heißt das alte Waldstadion offiziell Commerzbank-Arena. Sie gilt als Schlüssel für den Vorstoß in wirtschaftlich erfolgversprechende Zeiten. Ein Stadion als Spaßtempel, von der Stadt Frankfurt für 188 Millionen Euro errichtet.

          Mit dem einstigen Oberstudienrat Bruchhagen, einem schon in Bielefeld, Schalke und Hamburg erprobten Manager, der vor seiner Frankfurter Zeit als Geschäftsführer bei der Deutschen Fußball Liga wirkte, hat die Eintracht einen Kurs eingeschlagen, der Stabilität und Seriosität verspricht. Die Lizenz für die kommende Bundesligasaison hat die Eintracht ohne jegliche Auflagen und Bedingungen erhalten. Die sportliche Lizenz, wieder für lange Zeit zum Bundesliga-Establishment zu gehören, steht noch aus. Doch der von Funkel angeleitete Talentschuppen ist auf einem guten Weg.

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