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Zwei Talente, ein Ziel (10) : Der Kindheitstraum ist wahr geworden

Als er bei Hertha irgendwann das Gefühl hatte, in einer Sackgasse gelandet zu sein, wechselte er im vergangenen Sommer nach Mainz. Bilal war da schon fast volljährig, aber die Trennung von seiner Familie fiel ihm trotzdem schwer. Sportlich wäre es besser gewesen, wenn er früher gegangen wäre. Aber ein, zwei Jahre zuvor sei er dafür noch nicht bereit gewesen, sagt Bilal. „Der Wechsel hat sich für mich absolut gelohnt. Er kam zur richtigen Zeit.“

Bilal schwärmt von seinem Klub. Von der Qualität des Trainings und der Qualität der Trainer. Er hat das Gefühl, dass sich die Leute in Mainz wirklich kümmern, die Dinge immer erklären und ihn gezielt fördern. „Ich fühle mich hier wirklich sehr wohl.“ In diesem Sommer hat er seinen mittleren Schulabschluss nachgeholt, den er in Berlin geschmissen hatte. „Das ist jetzt nicht das Beste, was man haben kann. Aber ich bin froh, dass ich es gemacht habe.“ Aus dem Kolpinghaus, in dem er mit einigen anderen Mainzer Spielern das erste Jahr wohnte, zieht Bilal demnächst aus. Er nimmt sich eine eigene Wohnung.

„Durchlässigkeit ist so hoch wie nie“

Im Frühjahr zog Mainz die Option für zwei Jahre, die in Bilals Vertrag verankert gewesen war. Er hat nun einen richtigen Profivertrag. Einen Ausrüster hat er auch wieder. Bilal weiß das jetzt zu schätzen. Er hat verstanden, dass nichts selbstverständlich ist im Profifußball. Aus der U19, die Platz drei in der Bundesliga erreichte, wurden acht weitere Spieler in den Kader der U23 geholt. „Wir wollen aus der U23 eine U21 machen. Wir wollen diese Mannschaft konsequent verjüngen“, sagt Manager Christian Heidel. Es sei ein großer Anreiz, zu beweisen, dass man auch mit extrem jungen Spielern in der dritten Liga bestehen könne, ohne Sieben- oder Achtundzwanzigjährige.

„Zwischen den beiden Profiteams gibt es eine enge Verzahnung. Die Durchlässigkeit ist so hoch wie nie“, sagt er. Im Vorjahr trainierte der jetzige Profitrainer Martin Schmidt das Team, sein Nachfolger ist Sandro Schwarz, ein ehemaliger Mainzer Profi. Aber ob es Bilal in den kommenden zwei Jahren, die der Klub ihm wie den anderen in der Regel zur Entwicklung einräumt, tatsächlich in das Bundesligateam schafft, lasse sich nicht vorhersagen, räumt Heidel ein. „Er hat hier, auch durch die dritte Liga, alle Möglichkeiten, sich zum Bundesligaspieler zu entwickeln.“ Ob Bilals Weg dann wirklich in die Bundesliga führt, kann Heidel heute noch nicht sagen. „Es gibt keine Garantien, schon gar nicht für die Bundesliga. Aber viele Chancen.“

Im ersten Saisonspiel spielte Mainz an diesem Samstag bei Holstein Kiel und gewann 4:0. Auf sein Debüt als Profi muss Bilal noch etwas warten. Wegen einer Roten Karte in der Vorsaison ist er bis zum dritten Spieltag gesperrt.

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