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Fußball in England : Chelseas Nerven liegen nach der Blamage blank

  • Aktualisiert am

Antonio Rüdiger stritt sich im Training des FC Chelsea mit Torwart Kepa. Bild: dpa

Die erste Niederlage des FC Chelsea unter Thomas Tuchel hinterlässt Spuren. Am Tag nach dem 2:5-Debakel gibt es im Training Streit. Tuchel bestraft Nationalspieler Antonio Rüdiger nach dem Zoff.

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          Thomas Tuchel schleppte sich nach seiner peinlichen ersten Pleite für ein verheerendes Urteil vor die TV-Kameras. Seine Mannschaft sei „eingerostet“ und „schlampig“ aufgetreten, meckerte der Teammanager des FC Chelsea. Alles, was schiefgehen konnte, sei schiefgegangen: „Das war heute eindeutig nicht unser Tag.“

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          Die eindrucksvolle Serie von 14 Partien ohne Niederlage seit dem Amtsantritt von Tuchel endete ausgerechnet durch das 2:5 (1:2) gegen den Abstiegskandidaten West Bromwich Albion. „Das habe ich nicht kommen sehen. Jeder Schuss von denen war ein Tor“, haderte Tuchel, für den es die ersten Gegentore an der Stamford Bridge überhaupt waren. Der ganze Klub sei „sehr enttäuscht, weil wir es hassen zu verlieren“.

          Immerhin eine gute Nachricht gab es am Tag nach dem Niederschlag: Tottenham Hotspur verpasste am Sonntag den Sprung an Chelsea vorbei auf den vierten Platz. Trotz eines Doppelschlags von Harry Kane innerhalb von vier Minuten kamen die Spurs nicht über ein 2:2 (2:1) bei Newcastle United hinaus.

          Zoff bei Chelsea um Rüdiger

          Und dann zeigte sich noch, dass die Nerven bei Chelsea offenbar blank liegen: Im Training am Sonntag gerieten der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger und der spanische Torhüter Kepa aneinander. Tuchel schickte seinen Landsmann vorzeitig in die Kabine, weil der sich wohl nicht beruhigen konnte. Rüdiger habe später um Entschuldigung gebeten, berichteten übereinstimmend der „Telegraph“ und das Sportportal „The Athletic“. Für den Klub sei die Sache damit abgehakt, sie zeigt jedoch, dass die heftige Niederlage Spuren hinterlassen hat.

          Tuchel, erst kürzlich zum Teammanager des Monats in der Premier League ausgezeichnet, wollte das Debakel schnell abschütteln und den Blick auf das Viertelfinal-Hinspiel in der Königsklasse beim FC Porto am Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) richten. „Wir dürfen jetzt nicht die Köpfe hängen lassen und das Vertrauen in diese Spieler verlieren“, sagte der 47-Jährige. Dabei dürfte er auch an Timo Werner gedacht haben.

          Eigentlich, so Tuchels Plan, sollte sich der Nationalspieler nach seinem tragischen Fehlschuss für das DFB-Team gegen Nordmazedonien (1:2) den Frust von der Seele schießen. Doch nach dem Hohn und Spott der vergangenen Tage setzte sich die Torflaute auch im Blues-Trikot fort, obwohl Tuchel seinen Angreifer zuletzt demonstrativ gestärkt hatte.

          Dabei hätte Werner durchaus frisches Selbstvertrauen tanken können. Vor dem Anschlusstreffer durch Mason Mount (71.) zögerte der 25-Jährige allerdings mit dem Ball am Fuß, verpasste den richtigen Moment für den Abschluss und legte schließlich seinem Mitspieler das Tor auf. Für Werner bleibt es bei nur zwei Treffern für Chelsea in den vergangenen rund fünf Monaten.

          Nach der Führung durch den früheren Dortmunder Christian Pulisic (27.) und der Gelb-Roten Karte gegen Thiago Silva (29.) verlor Tuchels Team in Unterzahl aber vollkommen die Ordnung. Matheus Pereira (45.+2/45.+4), Callum Robinson (63./90.+1) und Mbaye Diagne (69.) bescherten den Blues erstmals seit 2011 wieder fünf Gegentore im eigenen Stadion. Kai Havertz wurde eingewechselt, Rüdiger kam nicht zum Einsatz. Vielleicht musste auch wegen der Reserverolle der Frust im Training am Sonntag raus.

          Durch den Sieg beim FC Arsenal (3:0) kämpft auch Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool wieder um die Königsklasse. Chelsea ist dagegen vorerst ausgebremst. „Wenn wir in vier Wochen auf dieses Spiel schauen, nennen wir es hoffentlich einen Weckruf“, sagte Tuchel, „denn das würde bedeuten, dass wir wirklich aufgewacht sind und eine neue Serie begonnen haben.“ Ob das wirklich geklappt hat, ist eine zentrale Frage beim FC Chelsea mit Blick auf das Abschneiden in Tuchels erster Saison an der Stamford Bridge.

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