https://www.faz.net/-gtl-a92i2

Ibrahimovic contra James : „Mach, worin du gut bist! Keine Politik“

  • Aktualisiert am

Provokateur aus Leidenschaft: Zlatan Ibrahimovic Bild: AFP

Zlatan Ibrahimovic holt zu einem Rundumschlag gegen politisch aktive Sportler aus. Doch als Ziel hat er sich den Falschen herausgepickt: LeBron James. Die Retourkutsche folgt prompt.

          2 Min.

          Zlatan Ibrahimovic war wieder so richtig in seinem Element. In einem Rundumschlag bekamen dieses Mal politisch engagierte Sportler ihr Fett weg, für den selbsternannten Fußball-Gott „Ibra“ ist das ein No-Go. „Mach, worin du gut bist. Bleib dabei“, rüffelte der Stürmerstar des AC Mailand in einem Uefa-Interview für Discovery+ in Schweden keinen Geringeren als Basketball-Superstar LeBron James.

          Er bewundere James für das, was er auf dem Parkett mache. „Er ist phänomenal, aber ich mag es nicht, wenn Leute einen bestimmten Status haben und dann losgehen und Politik machen“, sagte Ibrahimovic, „ich spiele Fußball, weil ich der Beste dort bin. Ich mache keine Politik. Wenn ich das wollte, würde ich in die Politik gehen.“

          Doch mit seiner Schelte ist Ibrahimovic an den Falschen geraten. Ein „King“ James lässt sich nicht den Mund verbieten, das hat er in Zeiten der sozialen Unruhen in den Vereinigten Staaten ein ums andere Mal bewiesen. Und so folgte die Retourkutsche jenseits des Atlantik prompt. „Auf keinen Fall würde ich mich nur auf Sport beschränken. Ich weiß, welche Kraft meine Stimme hat“, sagte der 36-Jährige nach dem 102:93-Erfolg seiner Los Angeles Lakers am Freitagabend gegen Portland.

          Nutzt seine Stimme unter anderem für den Kampf gegen Rassismus: Basketball-Superstar LeBron James
          Nutzt seine Stimme unter anderem für den Kampf gegen Rassismus: Basketball-Superstar LeBron James : Bild: USA TODAY Sports

          Er würde „niemals die Klappe halten über Dinge, die falsch sind. Ich predige über mein Volk, und ich predige über Gleichheit, soziale Ungerechtigkeit, Rassismus, Unterdrückung von Wählern. Dinge, die in unserer Gemeinde vor sich gehen“, stellte James klar. Lange Zeit habe man gehört, so James weiter: „Als Sportler sollten Sie dankbar sein, einen Ball werfen, einen Ball dribbeln, einen Baseballschläger schwingen zu können. Sie sollten über nichts anderes sprechen. Das ist nicht mehr der Fall. Es wird für eine lange Zeit nicht mehr der Fall sein.“

          Ibrahimovic dürfte mit seiner Meinung zur politischen Betätigung von Sportlern ziemlich alleine dastehen. Zunehmend nutzen Athletinnen und Athleten ihre Stimme, um auf soziale Missstände hinzuweisen. Wie auch James, der sich für die Abschaffung sozialer Ungerechtigkeiten einsetzt und auch in der Black-Lives-Matter-Bewegung aktiv ist. Immer wieder erhob er auch seine Stimme gegen den früheren amerikanischen Präsidenten Donald Trump.

          Ibrahimovic ist selbst jüngst Opfer einer rassistischen Beleidigung geworden. Beim Hinrundenspiel in der Zwischenrunde der Europa League der Mailänder bei Roter Stern Belgrad war der Stürmer laut Fernsehaufnahmen mehrmals als „stinkender Balija“ beleidigt worden. Es ist ein Schimpfwort, das von serbischen Nationalisten für bosnische Muslime verwendet wird. Ibrahimovics Vater stammt aus Bosnien. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat Ermittlungen eingeleitet.

          Weitere Themen

          Hertha rotiert zum Sieg

          3:0 gegen Freiburg : Hertha rotiert zum Sieg

          Hertha legt nach, und wie. Der Hauptstadtclub verlässt den roten Bereich in der Tabelle. Nur drei Tage nach dem Remis in Mainz wagt Trainer Dardai einiges: Und der Plan geht voll auf.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.