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Blamage für Real Madrid : „Sollte sich Zidane retten, wäre das ein Wunder“

  • Aktualisiert am

Mürrische Miene zum schlechten Spiel: Real-Madrid-Trainer Zinedine Zidane Bild: EPA

Real Madrid spielt in Überzahl und blamiert sich doch gegen einen Klub aus der dritten Liga im Pokal. Danach rückt vor allem Zinedine Zidane in den Fokus der Kritik. Doch der Trainer redet sich die Lage auch noch schön.

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          Auch Joker Toni Kroos konnte die Blamage der Königlichen nicht mehr verhindern: Nach dem 1:2-Schock von Real Madrid gegen den Drittligaverein CC Alcoyano ist die Diskussion über die Zukunft von Trainer Zinedine Zidane Medienberichten zufolge neu aufgeflammt. „Marca“ titelte: „Die Etappe Zidane bei Real geht auf ihr Ende zu“ und fügte hinzu: „Sollte er sich dieses Mal retten können, wäre es ein Wunder.“

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          Die Kritik wird immer lauter, aber Zidane denkt zumindest nicht an Rücktritt. Nach dem Spiel versuchte der Trainer, die Tragweite der Niederlage kleinzureden und die Spieler des spanischen Rekordmeisters aus der Schusslinie zu nehmen. „Das ist keine Blamage oder so. Das sind Dinge, die in der Karriere eines Fußballers passieren, und ich werde die Verantwortung dafür übernehmen. Wir werden weiter arbeiten“, sagte der 48 Jahre alte Franzose am Mittwochabend. „Wenn man verliert, wird immer geredet. Was auch immer passieren muss, wird passieren. Ich bin ruhig“, versicherte „Zizou“ und sagte: „Alle Niederlagen sind schmerzhaft.“

          „Marca“ schrieb hingegen: „Erschöpfungs-, Verschleiß- und Distanzierungssymptome deuten auf das Ende des Real-Madrid-Zyklus von Zinedine Zidane hin.“ Die Verantwortlichen bei Madrid wollen demnach aber wohl keine schnelle Entscheidung treffen, sondern bis zum Ende der Saison warten, um ein neue Mannschaft aufzubauen.

          Die Sportzeitung „AS“ schrieb: „Real Madrid und Zidane fahren zum Missfallen aller in der Saison 2020-21 kaum Siege ein und die fußballerische und emotionale Achterbahnfahrt, die jetzt an einem neuen Tiefpunkt angelangt ist, bringt den Trainer aus Marseille an den Rand des Abgrunds.“ Zidane habe sich schon früher aus ähnlichen Kalamitäten befreien können, „aber jeder neue Fehltritt untergräbt das Vertrauen des Vereins in ihn“, warnte die Zeitung. „Mit einer Niederlage gegen einen Verein wie Alcoyano aus dem Pokal auszuscheiden, schmerzt besonders und erhöht die Spannungen um die Person von Zizou, der wieder in der Luft hängt.“

          Ohne den erst in der 98. Minute eingewechselten Nationalspieler Kroos und weitere Stammkräfte waren die Königlichen in Alcoy zwar durch Eder Militao in Führung gegangen (45. Minute). José Solbes Jordà traf in der 80. Minute zum Ausgleich für den krassen Außenseiter, Juan Antonio Casanova Vidal erzielte in der 115. Minute das Siegtor. Und das in Unterzahl! Denn Ramón López Olivan hatte bei Alcoyano fünf Minuten zuvor Gelb-Rot gesehen.

          In der Liga läuft es besser, in den letzten zehn Spielen der Primera Division gab es immerhin sechs Siege und nur eine Niederlage. Real ist Zweiter hinter dem Stadtrivalen Atlético, hat allerdings schon vier Punkte – und Atlético noch zwei Nachholspiele. „Ich denke, meine Spieler vertrauen mir, aber das muss man die Spieler fragen. Wir haben in letzter Zeit wenige gute Dinge getan, aber wir haben in dieser Saison auch einiges Gutes geschafft“, sagte Zidane. „Wir müssen daran denken, dass wir noch in der Liga und in der Champions League sind“, sagte der Weltmeister von 1998.

          Der FC Barcelona zitterte sich am Tag danach gegen den Drittligaverein UE Cornella dagegen ins Achtelfinale. Die Katalanen siegten am Donnerstag durch die Treffer des früheren Dortmunders Ousmane Dembelé (92.) und Martin Braithwaite (120.) mit 2:0 (0:0) nach Verlängerung beim Außenseiter. In der regulären Spielzeit hatte Barca, das neben dem geschonten Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen auch ohne den gesperrten Superstar Lionel Messi angetreten war, gleich zwei Elfmeter vergeben. Miralem Pjanic (39.) und Dembelé (80.) scheiterten vom Punkt. Cornella hatte in der zweiten Runde noch Liga-Spitzenreiter Atlético Madrid ausgeschaltet.

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