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Neues Zocker-Nationalteam : Die überraschende Gaming-Kehrtwende des DFB

Zocken sie in London für Deutschland? Die deutschen Meister Mohammed „Mo Aubameyang“ Harkous (links) und Michael „Megabit“ Bittner von Werder Bremen. Bild: nordphoto

Ohne Grätsche und Grasgeruch: Noch vor kurzem hat Präsident Reinhard Grindel das Gaming verteufelt. Nun schafft sich der Verband aber erstmals ein Nationalteam an. Wie hängt das zusammen?

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          Dass es einmal so weit kommt, hat Reinhard Grindel lange nicht gewollt: In weniger als einem Monat werden zwei junge Männer im offiziellen Trikot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in London in gepolsterten Stühlen sitzen und sich mit Controllern in der Hand im Rahmen der Fußball-Simulation „Fifa 19“ mit Vertretern aus verschiedensten Ländern messen – ganz ohne Grätsche und Grasgeruch, sondern rein virtuell an einer Spielkonsole. Am vergangenen Donnerstag gab der DFB bekannt, dass er der Einladung des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) folgen und ein Nationalteam für den erstmals am 13. und 14. April ausgerichteten und mit 100.000 Dollar dotierten sogenannten „E-Nations Cup“ – also eine Art offizielle Fußball-WM für Zocker aus zwanzig Nationen – nominieren werde.

          Sebastian Reuter
          Redakteur vom Dienst.

          Welche beiden Gamer in London das deutsche Trikot tragen und in der Vorrunde gegen die Vertreter aus Norwegen, Schweden, Argentinien und Brasilien antreten werden, will der DFB erst in den kommenden Tagen bekanntgeben. Wahrscheinlich ist jedoch, dass sich der Verband für ein Duo entscheidet, das bei Werder Bremen unter Vertrag steht und im Trikot der Norddeutschen erst kürzlich die von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in diesem Winter zum ersten Mal ausgerichtete virtuelle Klub-Meisterschaft gewann.

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