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WTO-Report zu BeOutQ : Erfolg für die Bundesliga im Streit um Piratensender

Die Inhalte des qatarischen Senders BeIN Sports sind auch beim Piratensender BeOutQ zu sehen. Bild: Picture-Alliance

Der Piratensender BeOutQ hat die Inhalte des qatarischen Rechteinhabers BeIN Sports gekapert. Davon ist auch die Bundesliga betroffen. Nun nimmt ein Report der Welthandelsorganisation Saudi-Arabien in die Pflicht.

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          Die Deutsche Fußball-Liga (DFL), der Internationale Fußballverband (Fifa) und die Europäische Fußball-Union (Uefa) haben bei der Welthandelsorganisation (WTO) einen Erfolg gegen den Piratensender BeOutQ und die Regierung Saudi-Arabiens erzielt. Diese habe, befand die WTO in einem 125 Seiten umfassenden Report, geistige Eigentumsrechte verletzt, indem sie nichts gegen den Sender unternommen habe, der Inhalte des qatarischen Rechteinhabers BeIN Sports kapere.

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          Der Piratensender werde von „Einzelpersonen oder Gesellschaften betrieben, die der strafrechtlichen Jurisdiktion Saudi-Arabiens unterliegen“, urteilte das dreiköpfige WTO-Gremium. „Wir begrüßen die klare Haltung der WTO zu Piraterie und dem Schutz geistigen Eigentums“, heißt es in einer auf Englisch verfassten DFL-Mitteilung. „Die DFL wird die Verletzung ihrer und der Rechte ihrer Partner nicht tolerieren.“

          Dem Bundesliga-Dachverband und den weiteren von der Kaperung der Ausstrahlung betroffenen Verbänden und Ligen, die in der Sportrechteinhaberkoalition SROC mit über 50 Mitgliedern zusammengeschlossen sind, war es nicht möglich, in Saudi-Arabien rechtliche Vertretung zu finden, um gegen BeOutQ vorzugehen.

          Die DFL forderte: „Das Königreich Saudi-Arabien muss nun handeln und die dringende Angelegenheit des Missbrauchs geistigen Eigentums angehen.“ Javier Tebas, Chef des spanischen Ligaverbandes, sagte: „Wir haben noch nie erlebt, dass eine Regierung absichtlich den Schutz geistigen Eigentums blockiert.“ Qatar, das von Nachbarstaaten unter der Führung Saudi-Arabiens seit Juni 2017 blockiert wird, hatte die WTO im November 2018 angerufen, nachdem BeOutQ das BeIN-Programm gekapert hatte.

          In einem Bericht der saudischen Nachrichtenagentur SPA vom Dienstag zur WTO-Entscheidung heißt es, Saudi-Arabien sei erfreut, dass die WTO anerkannt habe, dass es dem Königreich „um den Schutz seiner Bürger vor der Gefahr durch Terrorismus und Extremismus“ gehe, die von Qatar ausgehe. Der saudische Staatsfonds PIF, an dessen Spitze Kronprinz Muhammad bin Salman steht, versucht derzeit, die Mehrheit an Newcastle United zu übernehmen.

          In der Übernahmeauseinandersetzung um den Premier-League-Klub gibt es allerdings nach Berichten der „Daily Mail“ und des Senders Sky Sports News einen weiteren Interessenten. Der amerikanische Medienunternehmer Henry Mauriss habe 350 Millionen Pfund (circa 390 Millionen Euro) für den Traditionsverein geboten, 50 Millionen Pfund mehr als das Angebot des saudischen Staatsfonds an den bisherigen Eigentümer Mike Ashley umfasste.

          Die Prüfung des saudischen Angebots zieht sich mittlerweile seit über zehn Wochen, üblicherweise dauert das Verfahren rund vier Wochen. Die Premier League gehört ebenfalls der SROC an. BeIN Sports hält die Übertragungsrechte an der englischen Liga, die an diesem Mittwoch ihren Spielbetrieb wieder aufnimmt, für Länder im Nahen Osten.

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