https://www.faz.net/-gtl-89zmv

Rücktritt als DFB-Präsident : Erklärung von Wolfgang Niersbach im Wortlaut

  • Aktualisiert am

„Ich werde auch alles dazu beitragen, das restlos aufzuklären“: Wolfgang Niersbach. Bild: AFP

Nach der Präsidiumssitzung erklärt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach im Zuge der Affäre um die WM 2006 seinen Rücktritt. FAZ.NET dokumentiert seine Aussagen im Wortlaut.

          1 Min.

          Die mündliche Erklärung von Wolfgang Niersbach am Montag in der DFB-Zentrale zu seinem Rücktritt als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes:

          „Ich habe am heutigen Tage die Entscheidung getroffen, mit sofortiger Wirkung vom Amt des DFB-Präsidenten zurückzutreten. Nicht, weil das Präsidium des DFB oder auch die Versammlung der Regional- und Landesverbände mir das Vertrauen entzogen hätten, sondern weil ich für mich erkannt habe, dass der Punkt gekommen ist, die politische Verantwortung zu übernehmen für Ereignisse rund um die WM 2006, wo ich mich selber in der Verantwortung fühle und auch selber bis heute sage, ich habe dort absolut sauber und gewissenhaft gearbeitet.

          WM-2006-Affäre : Niersbach tritt als DFB-Präsident zurück

          Aber es sind Dinge passiert, die auch in den letzten Tagen erst aufgedeckt wurden, die mich dazu veranlassen, zurückzutreten, im Sinne einer politischen Verantwortung. Das Amt des DFB-Präsidenten darf damit nicht belastet werden. Und es geht auch um meine persönliche Reputation – aber das Amt steht über der Person. Deshalb die Entscheidung heute, die mir unglaublich schwer gefallen ist.

          Ich habe über 27 Jahre für den DFB gearbeitet. Der DFB ist für mich mehr als ein Job gewesen. Immer Herzensangelegenheit. Und gerade die wunderbare WM 2006, dieses Sommermärchen, war für mich ein Highlight in meinem beruflichen Leben, das ich nie vergessen werde. Umso bitterer ist es elf Jahre später zu erfahren, dass dort offenbar Dinge passiert sind, von denen auch ich keine Kenntnis hatte. Ich werde auch alles dazu beitragen, das restlos aufzuklären. Diese Aufgabe und dieses Versprechen bleibt.“

          Bild: dpa

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Zahl der Internet-Attacken nimmt zu.

          Cyber-Kriminalität : Im Netz der kaltblütigen Erpresser

          Hacker dringen mit ihren Angriffen in immer sensiblere Bereiche vor. Sie nehmen Daten als Geisel und Tote in Kauf. Treffen kann es jeden.
          Ministerpräsident Netanjahu am Donnerstag mit israelischen Grenzpolizisten in Lod

          Profiteur der Gaza-Eskalation : Netanjahus politische Rückkehr

          Netanjahu war wegen des Korruptionsprozesses und mehrfach gescheiterter Koalitionsbildungen politisch in Bedrängnis. Dass der Gaza-Konflikt jetzt wieder eskaliert ist, kommt dem israelischen Ministerpräsidenten zugute.

          Aufflammender Antisemitismus : Wer jetzt schweigt

          Gerade bezeugen wir wieder, dass viele „Israel-Kritiker“ den Nahostkonflikt nicht verstehen. Sie wollen nicht sehen, was die Hamas anrichtet. Und auf der Straße zeigt der Antisemitismus sein Gesicht.
          Impflinge haben nach ihrer Impfung gegen Corona ein Pflaster auf dem Oberarm.

          Inzidenz und Impfrekord : Ist das der Anfang vom Ende der Pandemie?

          Die Inzidenz sinkt bundesweit unter 100, die Zahl der Impfungen erreicht einen Rekordwert. Das stimmt selbst den Gesundheitsminister optimistisch. Doch Fachleute blicken schon auf eine weitere Variante des Virus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.