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RB-Chefs Rangnick & Mintzlaff : „Das große Wachstum – da bin ich skeptisch“

Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick (Mitte) und der internationale Fußballchef von Red Bull, Oliver Mintzlaff: Hoch hinaus soll es gehen. Bild: Imago

Wohin rollt der Ball? Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick und Red-Bull-Fußballchef Oliver Mintzlaff sprechen im Interview über die Zukunft der Bundesliga, das Limit des Marktes und die Steigerung der Spiel-Qualität.

          Ralf Rangnick ist Sportdirektor bei RB Leipzig, in der Vorsaison führte der 58-Jährige das Team als Trainer in die Bundesliga. Seine Karriere bei Red Bull begann er 2012 als Geschäftsführer in Salzburg, zeitweilig war er für beide Klubs verantwortlich.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Oliver Mintzlaff (41) ist Fußballchef von Red Bull und Geschäftsführer von RB Leipzig. Der frühere Langstreckenläufer koordiniert seit 2014 sämtliche Fußballaktivitäten des Konzerns, unter anderem in Salzburg und New York.

          Wir haben das Jahr 2030, die WM findet mit 48 Mannschaften in China statt. Welche Rolle wird dann RB Leipzig spielen?

          Ralf Rangnick: Zuerst einmal zu China: Vor ein paar Wochen waren der Präsident des chinesischen Verbands und die Manager der Erstligaklubs bei uns. Die haben sich hier, in München, in Berlin und beim DFB alles angeschaut. Die Vermutung, dass China im Jahr 2030 die WM ausrichtet, ist absolut nachvollziehbar. Und RB Leipzig wird dann schon fast ein Traditionsverein sein. Bei Autos würde man sagen: ein Youngtimer (lacht).

          Oliver Mintzlaff: Und wir würden uns aufregen, dass neue Investoren kommen und noch jüngere Klubs entstehen und uns Traditionalisten den Fußballmarkt kaputtmachen. Aber im Ernst: Im Jahr 2030 werden wir ein gestandener Bundesligaverein sein, der seine Strukturen deutlich gefestigt hat. Wir glauben, mit unserer Infrastruktur und mit den Möglichkeiten, die wir uns zudem noch schaffen, einen Verein der Zukunft aufbauen zu können.

          Im Jahr 2030 wird Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz, er wäre dann 86 Jahre alt, wohl keinen direkten Einfluss mehr ausüben. Und alles, was Red Bull im Sport bedeutet, müsste dann auch ohne ihn funktionieren - realistisch?

          Mintzlaff: Red Bull ist einer der größten Sportsponsoren und Sportentwickler der Welt mit allein 800 Topsportlern, die weltweit unterstützt werden. Herr Mateschitz hat uns hier in Leipzig mit einer großartigen Infrastruktur den Grundstein gelegt, aber man muss das vielleicht noch mal klar sagen: Herr Mateschitz greift schon jetzt nicht mehr ins operative Geschäft ein. Er lässt uns völlig autark arbeiten. Natürlich ist er interessiert und auch begeistert, was in Leipzig passiert. Das wird er auch noch 2030 sein. Bei der Lizenzvergabe hat er mir mit auf den Weg gegeben: ,Sagen Sie Herrn Seifert (Vorsitzender der Deutschen Fußball-Liga, Anmerk. der Red.), wir committen uns auch für die nächsten zwanzig, dreißig Jahre.‘ Red Bull hat einen langen Atem. Und wenn man sich committet, dann geht man auch durch schwere Phasen. Für mich macht es gar keinen Unterschied, ob wir über 2017, 2030 oder 2040 reden. In den Sportarten und Klubs, in denen sich Red Bull engagiert, wird das auch in den nächsten Jahrzehnten geschehen. Natürlich auch in Leipzig.

          Welche Entwicklung erwarten Sie im Fußball angesichts der immer stärkeren Internationalisierung?

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