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WM-Vergaben 2018 und 2022 : Blatter sieht Fußball als Opfer der Politik

  • Aktualisiert am

Der Stein des Anstoßes: Joseph Blatter präsentiert die WM-Wahl 2022: Qatar Bild: dpa

Die Diskussion um politische Einmischung in den Sport reißt nicht ab. Fifa-Präsident Blatter sieht den Fußball gar als Opfer. Und sein Uefa-Kollege Platini weist eine Boykott-Forderung der WM 2018 zurück.

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          Uefa-Präsident Michel Platini und Fifa-Chef Joseph Blatter haben sich gegen politische Einmischung zu Fußball-Turnieren in umstrittenen Gastgeberländern ausgesprochen. Platini wies die Forderung nach einer Absage oder einem Boykott der WM 2018 in Russland zurück. „Ich habe Leute satt, die immer nach einem Boykott rufen“, sagte der Franzose am Donnerstag nach dem Kongress der Europäischen Fußball-Union in Astana.

          Wegen des Krim-Konflikts und der politischen Sanktionen hatte es zuletzt vermehrt Kritik an der Vergabe der Weltmeisterschaft 2018 nach Russland gegeben. Der Weltverband Fifa betonte bereits in der Vorwoche, an den Plänen für die WM festzuhalten. Platini verwies darauf, dass der Sport immer wieder mit Boykott-Forderungen konfrontiert werde. Dies sei auch bei der EM 2012 in der Ukraine nicht anders gewesen.

          „Man sollte hinfahren und seine Meinung sagen. Es ist besser, am Verhandlungstisch zu sitzen als gar nicht da zu sein“, erklärte Platini. Weltverbands-Präsident Blatter berichtete, man habe wegen der Vergaben der Weltmeisterschaften an Russland und an Qatar im Jahr 2022 politischen Druck bekommen. „Fußball ist Opfer seiner Popularität und seines Erfolgs“, sagte der Schweizer. „Wir müssen unser Spiel schützen gegen den Einfluss der Politik.“

          Er rechnet in Brasilien diesen Sommer wie schon im Vorjahr mit Protesten der Bevölkerung. „Beim Confederations Cup war der Fußball Opfer von sozialen Unruhen - und wie groß diese waren. Wir hoffen, dass sich das nicht wiederholt“, erklärte Blatter. „Wir gehen davon aus, dass einige Unruhen weitergehen werden.“

          Bitte keinen Boykott: Uefa-Präsident Michel Platini
          Bitte keinen Boykott: Uefa-Präsident Michel Platini : Bild: dpa

          Während des WM-Probelaufs im vergangenen Sommer waren in Brasilien mehr als eine Million Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen soziale Ungerechtigkeiten zu protestieren. 150.000 Polizisten und Soldaten sowie 20.000 private Sicherheitskräfte sollen bei der WM nun Mannschaften und Fans schützen.

          Platini hat derweil seine Entscheidung über eine mögliche Kandidatur als Fifa-Präsident vertagt. Sein Entschluss wird nicht vor Oktober fallen. „Ich werde euch zuhören, und dann können wir gemeinsame Entscheidungen treffen“, sagte er in seiner Begrüßungsrede beim Uefa-Kongress in Astana zu den 54 europäischen Verbandsvertretern. Zuletzt hatte der Franzose angekündigt, „während oder nach der WM“ in Brasilien bekanntzugeben, ob er im Mai 2015 gegen Amtsinhaber Blatter antreten werde. Jetzt sagte Platini, er wolle ab Oktober mit den Verbänden sprechen und dann seinen Entschluss verkünden.

          Der Druck auf WM-Gastgeber Qatar ist nicht zuletzt wegen der Arbeitsbedingungen groß
          Der Druck auf WM-Gastgeber Qatar ist nicht zuletzt wegen der Arbeitsbedingungen groß : Bild: dpa

          Die Uefa pocht derweil weiter auf eine Verlegung der umstrittenen WM 2022 in Qatar in den Winter und rechnet mit einer Entscheidung in gut einem Jahr. Die Mitgliedsstaaten hätten verlangt, dass es einen gemeinsamen Standpunkt gebe, sagte Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino. „Natürlich weiß jeder, dass das Turnier nicht im Sommer gespielt werden kann, sondern in den Winter verlegt werden muss“, betonte er.

          „Die Diskussionen werden weitergehen, die Entscheidung wird im Mai kommenden Jahres erwartet, das ist noch nicht erledigt.“ Zuletzt hatte Weltverbands-Generalsekretär Jérôme Valcke mit seiner Aussage, die WM solle nicht im Sommer 2022 stattfinden, sondern „zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar“ für Wirbel gesorgt. Die Fifa stellte daraufhin klar, dass eine Terminentscheidung erst nach der WM in Brasilien getroffen werde.

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