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Fünf Jahre nach Titel in Rio : Was machen die 2014er-Weltmeister heute?

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Den Abend des Titelgewinns werden Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller (Mitte) wohl nie vergessen. Bild: obs/CinemaxX Holdings GmbH/Paul Ripke

Absturz in die dritte Liga, Besitzer einer Dönerbude, Jugendcoach oder Herausgeber eines Style-Magazins – der Weg der Sieger von Rio ist abwechslungsreich wie spannend. Ein Überblick fünf Jahre danach.

          Diesen Samstag vor fünf Jahren erkämpfte sich die deutsche Nationalmannschaft in einem packenden Finale gegen Argentinien den WM-Titel. Während des Turniers spielte sich die Mannschaft in die Herzen der Fans – das 7:1 gegen Gastgeber Brasilien ist bis heute unvergessen. Nach dem Titelgewinn ging es für die Spieler ganz unterschiedlich weiter. Ein Überblick:

          Tor

          Manuel Neuer (87 Länderspiele): Immer noch Stammtorwart der Nationalmannschaft, aber nicht unumstritten. Die ganz großen Glanztaten sind vom Kapitän seltener zu sehen. Marc-Andre ter Stegen ist ein starker Konkurrent.

          Roman Weidenfeller (5): Durfte 2014 ohne Einsatz Weltmeister werden. Letztes Länderspiel im Juni 2015 gegen Gibraltar. Er beendete seine Karriere 2018 bei Borussia Dortmund.

          Ron-Robert Zieler (6): Ohne Einsatz beim WM-Triumph, lange kein Kandidat mehr für Löw. Letztes Länderspiel vor fast vier Jahren. War Stammtorwart beim VfB Stuttgart, kehrt zurück zu Hannover 96.

          Abwehr

          Jerome Boateng (76): Von Joachim Löw nach dem WM-Desaster 2018 aussortiert. Auch beim FC Bayern auf der Abschussliste – aber noch nicht weg. Blingbling-Ikone mit eigenem Style-Magazin.

          Erik Durm (7): WM-Tourist, anschließend und auch diesmal nicht Teil des Neuaufbaus. Stieg in England mit Huddersfield Town ab, wechselt nun zu Eintracht Frankfurt.

          Matthias Ginter (25): Seine Zeit kam erst nach dem WM-Titel, Ginter wird wahrscheinlich auch Teil der neuen Mannschaft sein. Unverzichtbar bei Borussia Mönchengladbach.

          Kevin Großkreutz (6): Der Abgestürzte unter den Weltmeistern. Nach einigen Skandälchen beim KFC Uerdingen in der 3. Liga gelandet. Darf im DFB-Pokal gegen seine große Liebe Borussia Dortmund spielen.

          Benedikt Höwedes (44): Auf dem Weg zum WM-Titel ein Ausbund an Konstanz, verpasste keine Minute. Später von Domenico Tedesco bei Schalke 04 vergrault. Spielt bei Lokomotive Moskau.

          Mats Hummels (70): Turm in der Schlacht 2014. Später wurden Geschwindigkeitsdefizite augenscheinlich, von Löw aussortiert. Überraschender Wechsel zurück zu Borussia Dortmund, wo er als „bester Innenverteidiger Deutschlands“ in Empfang genommen wird.

          Per Mertesacker (104): Legendär für seinen Eistonnen-Spruch. Hörte nach der WM in der Nationalmannschaft auf, spielte aber weiter für den FC Arsenal. Dort leitet er inzwischen die Jugend-Akademie.

          Shkodran Mustafi (20): Besonders in Erinnerung ist sein Tanz vor dem WM-Pokal in Rio de Janeiro. Seit 2016 beim FC Arsenal, aber von Löw schon länger nicht mehr berücksichtigt.

          Mittelfeld/Angriff

          Julian Draxler (50): 2014 die große Hoffnung, beim Confed Cup 2017 zum Anführer gereift. Er wechselte von Schalke erst nach Wolfsburg und dann zu Paris St. Germain. Spielt dort mit den Weltstars Neymar und Kylian Mbappe zusammen.

          Sami Khedira (77): Löw teilte ihm mit, er wolle „Platz und Raum schaffen“ auf Khediras Sechserposition. Khedira war damit Löws erstes „Umbruchsopfer“ nach der WM 2018. Spielt bei Juventus Turin, hat kürzlich einen Eingriff am Herzen gut überstanden.

          Christoph Kramer (12): Kam im WM-Finale unverhofft zum Einsatz – und fragte den Schiedsrichter, ob es wirklich das WM-Finale sei. Wechselte von Borussia Mönchengladbach zu Bayer Leverkusen und später zurück. In Gladbach solide, aber kein Mann für die Zukunft.

          Toni Kroos (92): Von Bernd Schuster als „Dieseltraktor“ bezeichnet. Antwortete frech: „Von wem?“ Kann immer noch das Metronom einer Mannschaft sein. Spielt bei Real Madrid und hat seinen eigenen Kinofilm.

          Philipp Lahm (113): Rücktritt 2014 auf dem Höhepunkt der Karriere, für viele verfrüht. Spielte beim FC Bayern noch bis 2017 weiter. Nebenbei Unternehmer und TV-Experte.

          Mesut Özil (92): Nach der WM 2018 für viele der Sündenbock, weil er sich vorab mit dem türkischen Autokraten Recep Tayyip Erdogan hatte fotografieren lassen. Rücktritt im Juli 2018 via Twitter mit großem Knall und einer dreiteiligen Generalabrechnung.

          Bastian Schweinsteiger (121): Das Spiel des Lebens im WM-Finale 2014 zu machen, war perfektes Timing. Letztes Länderspiel im August 2016. Lässt seine Karriere in den Vereinigten Staaten bei Chicago Fire ausklingen.

          Mario Götze (63): Held des WM-Finals. Hatte Probleme mit dem Ruhm und den Erwartungen, die an Löws berühmten Messi-Vergleich geknüpft waren. Kehrte 2016 nach drei Jahren reumütig zu Borussia Dortmund zurück. Nicht für die WM 2018 nominiert, was im Rückblick kein Nachteil ist.

          Miroslav Klose (137): Tormaschine vom Dienst. Schlägt den zweiten Bildungsweg ein, gehörte 2018 zu Löws erweitertem Trainerstab. Seit 2018 Trainer der U 17 des FC Bayern.

          Thomas Müller (100): Das 100. Länderspiel gegen die Niederlande im November 2018 wird wahrscheinlich sein letztes bleiben. Lange unverzichtbar als staksiger Raumdeuter, zuletzt bei den Bayern wieder gesetzt.

          Lukas Podolski (130): Stimmungsonkel im Campo Bahia 2014. Traf zum Abschied aus der Nationalmannschaft 2017 nochmals gegen England mit einem Tor des Jahres. Spielt inzwischen in Japan bei Vissel Kobe, hat in Köln eine Dönerbude und zwei Eisläden.

          André Schürrle (57): Wegbereiter des Siegtores im WM-Finale 2014. Die Leistungsexplosion im Anschluss blieb aus. Spielte bis 2015 beim FC Chelsea, danach mit wenig Erfolg beim VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund. Nach Leihe beim FC Fulham zurück beim BVB, wo er nicht gebraucht wird.

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