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Tor für DFB-Debütant Adeyemi : „Ich bin immer noch geflasht“

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Mit der Thomas-Müller-Nummer ins Torglück: Karim Adeyemi Bild: AFP

Karim Adeyemi debütiert fürs DFB-Team und trifft gleich gegen Armenien. Er ist nicht der einzige Teenager auf dem Platz. Doch vor lauter Glück verstößt Adeyemi gleich gegen eine Regel von Hansi Flick.

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          Vor lauter Glück verstieß Karim Adeyemi gleich gegen eine Regel von Hansi Flick. Im flotten Teenager-Tempo lief der Stürmer nach seinem mit einem Tor gekrönten Länderspieldebüt hinauf in den Mittelrang der Stuttgarter Arena, lachte und herzte sich mit seinen Eltern und seinem großen Förderer Manni Schwabl. Zur obligatorischen Ad-hoc-Teamsitzung in der DFB-Kabine kam der 19-Jährige deshalb zu spät. Was Flick ihm schmunzelnd verzieh. „Er hat was gut gehabt, es ist abgegolten“, sagte der Bundestrainer.

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          Flick weiß schon länger, was die Fans der Fußball-Nationalmannschaft an diesem ersten Gute-Laune-Abend unter dem neuen DFB-Chefcoach sehen konnten. Adeyemi ist ein großes Versprechen für die (nahe) Zukunft. Viele sehen schon die Lösung der deutschen Mittelstürmer-Problematik.

          19 Minuten brauchte der Angreifer vom österreichischen Serienmeister FC Salzburg nach seiner Einwechslung, um einem Abend voller Symbolkraft mit dem sechsten und letzten Tor gegen Armenien eine persönliche Pointe zu geben. „Ich bin immer noch geflasht“, sagte Adeyemi.

          „Das ist was Besonderes“

          Mit der Rückennummer 13 von Gerd Müller betrat der gebürtige Münchner den Rasen, eingewechselt für sein Idol Serge Gnabry. „Mit Gnabry zu spielen oder ihm zuzuschauen und mit ihm zu reden, ist was Besonderes“, berichtete Adeyemi fast ehrfürchtig von seinen ersten Begegnungen beim A-Team mit dem Vorbild.

          Der Bewunderte weiß, wie es sich anfühlt, beim DFB-Debüt zu treffen. Dreimal war Gnabry in Serravalle im November 2016 beim 8:0 in San Marino erfolgreich. Ein Kunststück, das auch Fußball-Größen wie Fritz Walter und Dieter Müller einst schafften. Am Sonntag schraubte Gnabry seine beeindruckende Trefferquote im DFB-Trikot auf 18 in 28 Spielen. „Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn man ein Tor schießt, der Mannschaft helfen kann. Heute, das war gut“, sagte der 26-Jährige.

          Der bei der EM im Sommer noch so bedenklich lasche Gnabry hat seine Tor-Energie unter Flick wieder gefunden und taugt zum Vorbild für die Youngster-Generation, zu der der EM-erprobte Jamal Musiala (18) und Florian Wirtz (18) gehören, der das Adeyemi-Tor vorbereitete. Drei Teenager auf dem Platz zeigen Flicks Erneuerungspotential. „Das tut ganz gut und ist für die Mannschaft ein guter Prozess, der da eingeleitet wird“, beschrieb Flick die Kraft der Jugend.

          Adeyemi musste einen Umweg gehen. Der erste Spieler der Nachkriegszeit, der direkt aus der österreichischen Liga den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft schaffte, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete, wurde als Bub beim FC Bayern 2012 aussortiert, entwickelte sich dann bei der Spielvereinigung Unterhaching weiter.

          „Meine Geschwindigkeit als erstes. Vorne drin ein bisschen im eins gegen eins und meine Torgefährlichkeit, so würde ich mich beschreiben, das sind die Sachen, die mir einfallen“, erzählte Adeyemi von seinen Stärken. Die waren Flick schon im Salzburg-Duell als Bayern-Coach aufgefallen.

          Mehrfach schickte er zuletzt seinen Scout Hermann Gerland zur Beobachtung über die Grenze. Zu viel Euphorie wollte der Bundestrainer nach dem Debüt aber nicht aufkommen lassen. „Trotzdem: Es ist noch viel Arbeit, auch für ihn, hier dabei zu sein“, sagte Flick. Zum Beispiel beim Thema Pünktlichkeit.

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