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WM-Qualifikation : Immobile verhindert Blamage für Italien

  • Aktualisiert am

Immobile erzielt in der Nachspielzeit das 3:2 für Italien und verhindert eine Blamage gegen Mazedonien. Bild: dpa

Außenseiter Georgien ärgert Wales und holt seinen ersten Punkt in der WM-Qualifikation. Die Kroaten sind weiter auf WM-Kurs, müssen sich jedoch auf Strafen einstellen – ein ehemaliger Dortmunder lässt Italien spät doch noch jubeln.

          Italien hat in der Qualifikation zur Fußball-WM 2018 in letzter Sekunde eine Blamage verhindert. Die Squadra Azzurra erkämpfte sich am Sonntag in Skopje ein mühsames 3:2 (1:0) gegen den Weltranglisten-146. Mazedonien. Konkurrent Spanien fuhr einen Pflichtsieg ein und gewann 2:0 (0:0) in Albanien. Das Team übernahm mit sieben Zählern die Tabellenführung in der Gruppe G.

          Der Weltmeister von 2010 tat sich gegen die defensivstarken Albaner lange schwer. Angreifer Diego Costa traf nach einem Patzer von Torhüter Etrit Berisha (55. Minute), der kurz zuvor eingewechselte Nolito machte den ungefährdeten Sieg perfekt (63.). Die Iberer blieben damit im 56. WM-Qualifikationsspiel in Serie seit 1993 ungeschlagen.

          Spaniens Spieler freuen sich über den 2:0-Erfolg gegen Albanien.

          Für die Azzurri erzielte Andrea Belotti nach einer Ecke sein erstes Länderspieltor zum 1:0 (24.). Ilija Nestorovski (57.) und Ferhan Hasani (59.) drehten innerhalb von zwei Minuten die Partie zugunsten des krassen Außenseiters. Der ehemalige Dortmunder Ciro Immobile verhinderte mit zwei Toren die Blamage (75./90.+2). Für den viermaligen Weltmeister war es der zweite Sieg, das Team liegt punktgleich mit Spanien vor Albanien auf Rang zwei. Nur der Gruppenerste qualifiziert sich direkt für die WM.

          Österreich verlor mit acht Bundesliga-Profis in der Startformation 2:3 (1:2) gegen Serbien. Newcastles Aleksandar Mitrovic traf doppelt für die Gastgeber (6./23.), Leipzigs Marcel Sabitzer (15.) und Stürmer Marc Janko glichen aus (62.). Den Siegtreffer erzielte Dusan Tadic (74.). Serbien führt die Gruppe mit sieben Zählern vor den punktgleichen Iren an, die 3:1 gegen Moldau gewannen. Auch EM-Halbfinalist Wales musste einen Dämpfer hinnehmen. Das Team kam in Cardiff gegen Außenseiter Georgien nur zu einem 1:1 (1:0). Bale hatte die Gastgeber mit seinem dritten Tor im dritten Quali-Spiel per Kopf in Führung gebracht (10. Minute), Tornike Okriashvili glich aus (57.). Wales holte fünf Punkte aus drei Partien, für Georgien war es der erste Punkt in der Qualifikation.

          Gareth Bale erzielt in der ersten Halbzeit die Führung für Wales, musste sich jedoch am Ende mit einem Unentschieden zufrieden geben.

          Island feierte mit einem 2:0 (2:0) gegen die Türkei den zweiten Sieg in der Qualifikation. Elmar Bjarnason (42.) und der Augsburger Alfred Finnbogason (44.) machten mit ihrem Doppelschlag kurz vor der Pause den Erfolg perfekt. Die Isländer liegen damit in der Gruppe I mit sieben Zählern hinter den punktgleichen Kroaten auf Rang zwei. Kroatien ist in der Gruppe I mit sieben Punkten aus drei Spielen auf Kurs in Richtung des Turniers in Russland in zwei Jahren. Der frühere Bayern-Stürmer Mario Mandzukic erzielte beim knappen 1:0 (1:0)-Sieg gegen Finnland in Tampere das einzige Tor (18.). Die Mannschaft von Ante Cacic führt die Gruppe vor der Ukraine und Island an. Die Isländer konnten am Abend mit einem Sieg gegen die Türkei noch mit den Kroaten gleichziehen.

          Wegen extremistischer Sprechchöre ihrer Anhänger während des Spiels könnten die Nationalmannschaften von Kroatien und Kosovo jedoch nachträglich bestraft werden. Fans beider Seiten sollen anti-serbische Slogans gesungen haben. „Sowohl dem kosovarischen als auch dem kroatischen Fußballverband drohen jetzt Fifa-Strafen“, berichtete die kroatische Tageszeitung „24Sata“. Das Spiel fand in Albanien statt, weil Kosovo keine Stadien hat, die den Fifa-Standards genügen. Kroatiens Verband HNS verurteilte das Verhalten einiger Anhänger, „das nicht im Einklang mit dem europäischen Geist von Toleranz und Respekt“ stehe. „Der HNS distanziert sich davon und verurteilt das Verhalten einer kleinen Gruppe von Individuen, das kroatischen Fußball direkt schädigt“, hieß es in einer Mitteilung am Samstagabend.

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          Schon bei der Fußball-EM in Frankreich waren kroatische Fans wiederholt auch mit rassistischen Gesängen aufgefallen, wofür der HNS zum wiederholten Male bestraft worden war. Die gegenseitige Abneigung der ehemaligen jugoslawischen Republiken äußert sich immer wieder auch im Fußballstadion. Der serbische Fußballverband geht sogar vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas gegen die Aufnahme des Kosovo in die Uefa vor. Kosovo sei kein eigener Staat, gehöre auch nicht den UN an und dürfe daher kein Mitglied der Europäischen Fußball-Union sein, argumentieren die Serben.

          Die WM-Qualifikationspartie zwischen der Ukraine und Kosovo am Sonntagabend schien entgegen der vorherigen Befürchtungen friedlich zu verlaufen. Die Ukraine gewann die Partie mit 3:0 (1:0). Die von der Uefa anerkannte Anti-Rassismus-Organisation FARE hatte vor dem Spiel gewarnt, es bestehe „ein sehr hohes Risiko“, dass in der Qualifikationsrunde „aggressiver Nationalismus“ zum Ausdruck komme. Die Partie wurde nicht im eigentlichen Gastgeberland Ukraine, sondern in Krakau ausgetragen, weil auch die ukrainische Regierung Kosovo nicht als unabhängigen Staat anerkennt.

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