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WM-Qualifikation : Ein „Wunder“: Tschechen feiern Rosicky

  • Aktualisiert am

Pavel Nedved genießt den Triumph Bild: dpa/dpaweb

Tomas Rosicky hat Tschechien zur ersten WM-Teilnahme seit der Eigenständigkeit des Landes 1993 geschossen. Im kollektiven Jubel vergessen die Fans sogar die Korruptionsaffäre, die den Fußball rund um Prag erschüttert.

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          Ausgerechnet „Sorgenkind“ Tomas Rosicky hat Tschechien zur ersten WM-Teilnahme seit der Eigenständigkeit des Landes 1993 geschossen. Der am Knöchel verletzte Dortmunder, dem die Ärzte erst unmittelbar vor Spielbeginn grünes Licht gegeben hatten, erzielte am Mittwoch abend im Qualifikations-Rückspiel gegen Norwegen in Prag den einzigen Treffer.

          Der 25jährige überwand Torwart Thomas Myhre in der 35. Minute mit einem Schuß und sicherte dem Team von Trainer Karel Brückner nach dem 1:0 in Oslo endgültig die Teilnahme an der Fußball-WM. „Wir wußten nicht, ob er spielen kann, dann schießt er uns nach Deutschland“, sagte Brückner: „Der Junge ist ein Wunder.“

          „Umsichtig wie ein Porsche“

          Nach 68 Minuten hatte Rosicky von den Ovationen der 17.464 Zuschauer begleitet den Platz verlassen: „Es ging nicht mehr, ich spielte sowieso nur mit Hilfe von Medikamenten.“ Bis zu seiner Auswechslung jedoch bildete Rosicky mit dem ins Team zurückgekehrten Pavel Nedved einen kreativen Kern, der an das deutsche Duo der 70er Jahre mit Günter Netzer und Wolfgang Overath erinnerte. Rückendeckung in der Abwehr erhielten Rosicky und Nedved von dem glänzend aufgelegten Nürnberger Jan Polak. Nur im Sturm wurde der langzeitverletzte Dortmunder Jan Koller schmerzlich vermißt (Siehe auch: Ergebnisse WM-Qualifikation).

          Brückner hatte seiner Elf im Rückspiel Zurückhaltung auferlegt. Und so agierte die Mannschaft, die in der europäischen WM-Qualifikation so viele Tore (35) wie kein anderes Team erzielte, „umsichtig wie ein Porsche in geschlossener Ortschaft“, drückte es der Prager Rundfunk aus. Norwegen hatte bis auf einen Drehschuß von John Carew (72.), den Torwart Petr Cech gerade noch um den Pfosten lenken konnte, wenig zu bieten.

          Und nach dem Schlußpfiff war im kollektiven Jubel sogar die Korruptionsaffäre kurz vergessen, die Tschechiens Fußball derzeit erschüttert: In den Skandal sind 14 Schiedsrichter verwickelt. „Das ist mein größter Erfolg als Trainer im schwersten Spiel meiner Karriere“, sagte Brückner. Ob Tschechien jetzt nicht Chancen habe, Weltmeister zu werden, wo die Mannschaft doch in Rosicky und Nedved zwei der besten Mittelfeldakteure der Welt habe, wollte ein Journalist nach dem Spiel wissen. „Was den Titel angeht: Soweit denke ich nicht“, sagte Brückner, „aber was die genannten Spieler angeht: Da haben Sie wohl recht.“

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