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WM-Qualifikation : Doppelter Messi, glücklicher Klinsmann

  • Aktualisiert am

Die Hände zum Himmel: Lionel Messi trifft nun auch regelmäßig für sein Heimatland Bild: REUTERS

Argentinien steuert zielsicher auf die WM 2014 in Brasilien zu. Messi ist der überragende Spieler beim Sieg über Uruguay. Jürgen Klinsmann kann sich über sein glückliches Händchen freuen.

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          Angeführt von Weltfußballer Lionel Messi hat Argentinien die Führung in der südamerikanischen WM-Qualifikation behauptet. Mit zwei Toren war Messi am Freitagabend in Mendoza Garant für das souveräne 3:0 (0:0) gegen Uruguay. Der zweimalige Weltmeister liegt nach dem neunten Spieltag mit 17 Punkten weiter an der Spitze, einen Zähler vor Kolumbien und Ecuador.

          Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit war Messi wieder einmal der entscheidende Mann. In der 65. Minute überwand er Uruguays Keeper Fernando Muslera nach Vorlage von Angel Di María zum ersten Mal. Zehn Minuten später bediente Messi diesmal Di María, der für Sergio Agüero auflegte - 2:0. Den Endstand stellte Messi dann per Freistoß in der 79. Minute her.

          „Ich sah, dass Muslera den Ball von oben erwartete, weil er weiß, dass ich gerne hoch schieße. Und ich wusste, dass die Spieler in der Mauer hochspringen würden, deshalb schoss ich den Ball unten durch“, erklärte der Star des FC Barcelona sein zweites Tor. Es war sein insgesamt sechster Treffer in dieser Qualifikationsrunde. Es gebe kein passendes Wort für die Leistungen von Messi, schwärmte Nationaltrainer Alejandro Sabella. „Die Königliche Akademie von Spanien muss nach einem neuen Adjektiv für Messi suchen“, sagte der Coach.

          Argentinien-Verfolger Ecuador gewann etwas überraschend daheim mit 3:1 (1:1) gegen Chile. Kolumbien gelang der dritte Sieg in Serie beim 2:0 (0:0) gegen Paraguay. Beide Tore erzielte Radamel Falcao. Bolivien und Peru trennten sich in La Paz 1:1 (0:1).

          Gegen Uruguay war der Weltfußballer der überragende Spieler
          Gegen Uruguay war der Weltfußballer der überragende Spieler : Bild: REUTERS

          Dank eines Sieges in letzter Minute ist Jürgen Klinsmann mit seinen Amerikanern derweil auf gutem Weg zur WM. Doppel-Torschütze Eddie Johnson rettete der Auswahl des früheren Bundestrainers am Freitag (Ortszeit) ein glückliches 2:1 beim Weltranglisten-106. Antigua und Barbuda. „Wir haben die drei Punkte. Das ist das Wichtigste an diesem Spiel“, meinte Klinsmann erleichtert, fügte aber auch streng hinzu: „Müssen wir besser spielen? Absolut.“

          Durch den ersten Auswärtssieg führen die Vereinigten Staaten die Qualifikationsgruppe A mit zehn Zählern an und haben gute Chancen, als einer der beiden Staffelersten die 2013 anstehende Sechser-Endrunde zu erreichen. Johnsons Kopfballtor in der 90. Minute hatte Klinsmann und sein Team vor einem weiteren Rückschlag bewahrt. Im Sir Vivian Richards Stadium von North Sound war der Stürmer bei Dauerregen und 30 Grad Celsius bereits in der 20. Minute zum 1:0 erfolgreich gewesen. Dexter Blackstock glich jedoch nur fünf Minuten später aus.

          Amerikanischer Traum: Eddie Johnson trifft in letzter Minute für die Elf von Jürgen Klinsmann
          Amerikanischer Traum: Eddie Johnson trifft in letzter Minute für die Elf von Jürgen Klinsmann : Bild: AFP

          „Wir wussten, dass es für sie das Spiel ihres Lebens ist. Das haben wir unseren Spielern auch gesagt. Wir sind nicht zufrieden mit dem, was wir gesehen haben“, sagte Klinsmann nach Spielende. Mit der Berufung von Eddie Johnson, der zuletzt nicht mehr nominiert worden war, bewies der Coach indes ein glückliches Händchen. „Er ist als Spieler reifer geworden und weiß, dass er etwas zu beweisen hat. Es ist toll zu sehen, welchen Hunger Eddie mit ins Team gebracht hat, sein Instinkt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein“, lobte Klinsmann seinen Matchwinner.

          Johnson selbst zeigte sich erleichtert, dem Druck standgehalten zu haben. „Man will nicht Teil eines Teams sein, dass sich nicht für die Weltmeisterschaft qualifiziert“, sagte der derzeit vereinslose Torjäger. Am letzten Spieltag der Halbfinalrunde treffen die Amerikaner am Dienstag in Kansas City auf das punktgleiche Team aus Guatemala. Mit einem Remis wären beide Mannschaften weiter. Jamaika liegt bereits drei Zähler zurück und benötigt zum Abschluss gegen Antigua einen klaren Sieg, um sich die Chance auf die Qualifikations-Endrunde zu erhalten.

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