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DFB-Team in WM-Qualifikation : Kapitänssuche unterm Brausestrahl

Manuel Neuer (links) und Thomas Müller fehlen im Spiel gegen Liechtenstein. Bild: Picture-Alliance

Torwart Manuel Neuer pausiert gegen Liechtenstein, Thomas Müller reist gleich ganz ab vom DFB-Team: Hansi Flick muss vor seiner Premiere als Bundestrainer auch die Binde des Kapitäns neu vergeben.

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          Unter der Dusche, heißt es ja, kommen einem manchmal die besten Ideen. Bei Hansi Flick war es am Mittwoch ein bisschen anders. Er stellte unter dem Brausestrahl erst einmal fest, dass er eine Idee braucht. Die nämlich, wer die Fußball-Nationalmannschaft an diesem Donnerstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur WM-Qualifikation und bei RTL) in St. Gallen gegen Liechtenstein als Kapitän aufs Feld führen wird.

          Fußball-Länderspiele
          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Manuel Neuer, der sich noch am Montag zuversichtlich gezeigt hatte, alle drei WM-Qualifikationsspiele der kommenden Tage spielen zu können, fällt aus. „Belastungssteuerung“, sagte Flick bei der Pressekonferenz am Mittwochmittag in Stuttgart, nachdem Neuer auch beim Abschlusstraining am Vormittag gefehlt hatte. Offenkundig hat er mehr als zunächst gedacht mit der Sprunggelenksverletzung aus dem Supercup gegen Dortmund zu kämpfen, Bernd Leno vertritt ihn gegen Liechtenstein.

          Anders als sein Münchner Kollege Thomas Müller bleibt Neuer aber beim Team und könnte am Sonntag in Stuttgart gegen Armenien und am Mittwoch in Reykjavík gegen Island zum Einsatz kommen. Für Müller, den Adduktorenbeschwerden plagen, bestand diese Perspektive allenfalls für Reykjavík, und auch dann nur „mit der heißen Nadel gestrickt“, wie die Ärzte laut Flick gesagt hätten. Darauf ließ der Bundestrainer sich nicht ein und nahm Müllers erzwungene Abreise stattdessen zum Anlass, die Kollegen zu kitzeln: „Wir haben genügend Spieler an Bord, wir können ihn dahingehend auch ersetzen.“

          Anreise mit dem Bus

          Überhaupt vermittelte Flick den Eindruck, dass er sich von solchen Unwägbarkeiten des Alltags nicht aufhalten lassen will auf seiner Mission, dem Nationalteam eine neue Spielidee und letztlich auch eine andere innere Haltung zu implementieren. Der neue Bundestrainer verströmte Energie und Entschlossenheit. Er habe seinen Spielern in den ersten gemeinsamen Tagen einiges abverlangt und geizte nun im Gegenzug nicht mit Lob. „Wir haben genau das gesehen, was wir uns vorgestellt haben“, sagte er, „die Mannschaft zerreißt sich, für Deutschland zu spielen.“

          Als echte Belastungsprobe dürfte der Gegner bei seiner Premiere indes nicht taugen, mehr als um Liechtenstein ging es bei den Fragen am Mittwoch um die Beanspruchung durch die Anreise. Nach dem imageschädigenden Kurzflug von Stuttgart nach Basel im vergangenen Herbst werden die 250 Kilometer nach St. Gallen nun mit dem Bus absolviert. Flick hätte sich das offenbar auch anders vorstellen können, aber die vom Deutschen Fußball-Bund getroffene Entscheidung sei „so absolut in Ordnung“, sagte er.

          Bleibt die K-Frage, über die Flick noch mal sinnieren wollte. Naheliegend wäre der Mann, der nach ihm auf dem Podium Platz nahm und als Einziger neben Leno schon ein festes Startelf-Mandat bekam. Für Joshua Kimmich hat Flick über die Position als „Sechser“ hinaus eine „zentrale Rolle“ vorgesehen, und da der designierte Chef im Mittelfeld nun auch der Mann mit den meisten Länderspielen im Kader ist, 59, böte sich die Binde an. Als er sie zum ersten Mal von Beginn an trug, im Oktober 2019 gegen Argentinien, brauchte er für deren straffen Sitz noch „eine Art Büroklammer“. Nun werde er sehen, „ob der Bizeps gewachsen ist oder nicht“.

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