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Löw fordert Leistung : „Wir können keine Rücksicht mehr nehmen“

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Will sich mit einem Erfolg im Sommer verabschieden: Bundestrainer Joachim Löw Bild: dpa

Die WM-Qualifikation als EM-Casting: Etablierte Spieler müssen um ihre Turnier-Teilnahme kämpfen, eine Rückkehr der ausgemusterten Weltmeister steht dagegen bevor.

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          Joachim Löw fordert von seinen Spielern zum Start des Länderspieljahres 2021 eine Reaktion auf die jüngste 0:6-Blamage in Spanien. „Wir wollen nicht nur mit guten Ergebnissen in die WM-Qualifikation starten, sondern uns positiv zeigen gegenüber den Fans, nachdem wir im November sehr schlecht aus dem Jahr raus gekommen sind“, sagte der Bundestrainer einen Tag vor dem Heimspiel am Donnerstag (20.45 Uhr/im F.A.Z.-Liveticker zur WM-Qualifikation und bei RTL) in Duisburg gegen Island. „Ich erwarte eine Reaktion aus der Mannschaft, dass wir alles in die Waagschale werfen“, betonte Löw.

          Fußball-Länderspiele

          Dabei sollen nicht nur die fußballerischen Akzente ins Spiel kommen. Das Team soll „auch das Kämpferische und Läuferische zeigen, dass wir eine leidenschaftliche Mannschaft sind, die verbissen um einen Sieg kämpft“. Für den nach der EM scheidenden Löw zählt nur das Turnier im Sommer. „Wir können keine Rücksicht mehr nehmen“, betonte er vor dem Länderspiel-Dreierpack gegen Island, in Rumänien und gegen Nordmazedonien. „Jetzt heißt es, Punkte zu machen und sich möglichst gut einzuspielen, drei Siege einzufahren und eine Basis zu legen.“

          Julian Brandt und Julian Draxler schuften nach den Denkzetteln im Training bei ihren Vereinen, Thomas Müller hat mehr Zeit für seine Pferdezucht. Während sich 25 Nationalspieler bei Löws EM-Casting zum Auftakt der WM-Qualifikation für einen Platz beim Jahreshöhepunkt empfehlen können, befinden sich die nicht berücksichtigten Brandt und Draxler sowie die ausgemusterten Weltmeister um Müller in der Warteschleife. Der scheidende Bundestrainer sendete zuletzt aber klare Signale, dass Müller, Mats Hummels und auch Jerome Boateng für das Turnier im Sommer (11. Juni bis 11. Juli) zurückkehren könnten. Löws Aussagen durften auch als Drohkulisse für seinen aktuellen Kader aufgefasst werden. „Die Entscheidung“, betonte Löw, „fällt im Mai.“

          Der Konkurrenzkampf verschärft sich vor dem Start ins EM-Jahr am Donnerstag in Duisburg. Rund 15 Tickets dürften fest vergeben sein. Um die restlichen sieben Plätze bewerben sich mehr als doppelt so viele Kandidaten. „Alle wollen sich für die EM in Position bringen“, sagte Löw, der auch Brandt und Draxler Hoffnung machte: „Da ist die Tür selbstverständlich nicht zu.“

          Allerdings formulierte der 61-Jährige klare Erwartungen an seine Offensivspieler. „Bei Julian Draxler weiß man, welches Potenzial er hat. Er kann sich noch steigern. Das gilt auch für Julian Brandt“, sagte Löw. Brandt habe „riesige Fähigkeiten“, so Löw: „Er kann so ein wichtiger Spieler sein. Ich hoffe, dass er eine richtige Reaktion zeigt. Ich werde das die nächsten zwei Monate beobachten.“

          DFB-Direktor Oliver Bierhoff redete zuletzt in Bezug auf Brandt und Draxler Klartext. Ihre Nicht-Nominierung sei „ein Zeichen“ gewesen. „Wenn sie nicht nominiert sind, dann ist man mit ihrer Entwicklung und den letzten Auftritten nicht so zufrieden“, sagte Bierhoff. Löw sieht er nach dessen Rücktrittsankündigung im 15. Amtsjahr völlig frei in den Entscheidungen. Löw müsse nicht daran denken, welche Konsequenzen seine Entscheidungen für die Zeit nach dem Turnier hätten. „Er kann in freier Konsequenz entscheiden und das Optimum für den Moment herausholen“, sagte Bierhoff. Das ist auch den Spielern bewusst. Jeder wolle sich bei der letzten Maßnahme vor der EM „beweisen“, stellte Emre Can klar. Brandt, Draxler, Marco Reus, Thilo Kehrer oder Nico Schulz haben diese Möglichkeit nicht.

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