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Julian Weigl beim Nationalteam : „Man muss vorsichtig sein in diesem Geschäft“

Ein ganz besonderer Moment für Julian Weigl, als er im Abschiedsspiel von Bastian Schweinsteiger für ihn eingewechselt wurde. Bild: Picture-Alliance

Julian Weigl wird als Mittelfeldstratege beim BVB geschätzt. Er hat klare Vorstellungen über seinen Weg im Nationalteam und für das WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien.

          Ist Ihnen und Borussia Dortmund der Bundesliga-Fußball zu hart?

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Wie kommen Sie denn darauf? Rückschläge wie in Leverkusen wird es immer mal geben. Wir sind ein ganz junges und auch neu zusammengestelltes Team.

          Die Frage zielte auf die Klage Ihres Trainers Thomas Tuchel, der zahlreiche Fouls von Leverkusen, aber auch von Mainz und Freiburg beklagte.

          Das ist mir nicht verborgen geblieben. Es stimmt ja auch, dass wir oft gefoult werden. Dazu kommt aber, dass unser Spiel Fouls der Gegner einfach mit sich bringt, weil wir häufig in Ballbesitz sind und die Gegner uns stoppen wollen. Gegen mich hat es bisher noch keine schlimmen Fouls gegeben.

          Wie gehen Sie denn mit einer aggressiven Spielweise um, die ja bei den BVB-Niederlagen in Leverkusen und Leipzig vor allem darauf zielte, Sie als Ballverteiler zu attackieren und an der Entfaltung des Dortmunder Spiels zu hindern?

          Für mich drückt sich darin auch Anerkennung aus, wenn mich die Gegner zustellen wollen. Das war auch beim 2:2 gegen Real Madrid so. Für mich ist es wichtig, mich trotzdem nicht aus meinem Spiel bringen zu lassen. Ich hatte auch in diesen drei Partien viele Ballkontakte und habe versucht, unser Spiel zu lenken. Ich muss mich frei davon machen, ob ich zugestellt werde oder nicht. Es gibt dann immer noch Räume, in denen ich präsent sein kann. Ganz egal, wie der Gegner verteidigt: Ich muss mich durchsetzen mit meinem Spiel.

          Wie wollen Sie sich diesem Druck künftig besser entziehen?

          Der Druck liegt nicht nur auf mir. Auch wenn ich zugestellt werde, gibt es Lösungen nach vorne. Das müssen wir als Mannschaft auffangen. Wir haben aggressive Außenspieler in Dortmund, die durch Dribblings Räume reißen können. Natürlich will ich dem Spiel auch unter diesen Umständen meinen Stempel aufdrücken. Wir haben schon in vielen Ballbesitzphasen gezeigt, dass meine Pässe ganz wichtig sind. Und diese Pässe versuche ich weiterhin zu spielen.

          Julian Weigl wurde bei der EM in Frankreich zwar nicht eingewechselt, lernte aber viel dazu. Bilderstrecke

          An welcher Spielweise, an welchem Spielertyp orientieren Sie sich?

          Früher hatte ich einige Spieler auf meiner Position im Blick: Bastian Schweinsteiger, Ilkay Gündogan, Toni Kroos, Xavi. Mein Spielertyp hat sich in Dortmund aber ein wenig geändert. Bei 1860 München habe ich manchmal auf der Achter-Position ein Stück weiter vorne gespielt. Seitdem ich in Dortmund in diesem System spiele, ist Sergio Busquets mein Vorbild. Barcelona spielt ein ähnliches System, und Busquets hat darin eine zentrale Rolle. Zudem hat er eine ähnliche Statur. Er ist immer in den richtigen Räumen unterwegs, hat immer viele Ballkontakte und kurbelt das Spiel so an, wie ich das gerne beim BVB machen würde.

          Im Sommer waren Sie bei der EM, haben aber keine Minute gespielt. Hat Ihnen die EM wirklich etwas gebracht?

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