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Fußball-Nationalelf : Khedira sieht Dortmund als Vorbild

„Wir müssen versuchen, variabler zu spielen“: Sami Khedira. Bild: Picture-Alliance

Khedira kündigt spürbare Modifikationen am Spielstil des DFB-Teams an – und nennt ein Beispiel. Bundestrainer Löw spricht derweil über die Aufstellung für das Tschechien-Spiel.

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          Dass Joachim Löw und das Nationalteam mit Auftritten in Hamburg sonderlich gute Erinnerungen verbinden, lässt sich nicht behaupten. Aus seinem Unmut über die Darbietungen der Auswahlspieler, die vom Bundestrainer aufgeboten worden waren, machte das hanseatische Publikum zuletzt keinen Hehl – sowohl beim torlosen Remis gegen Polen vor zwei Jahren, als auch beim nicht weniger enttäuschend verlaufenen 1:1 gegen Finnland 2009.

          „Es liegt an uns, die Zuschauer von Anfang an mitzunehmen“, betonte Oliver Bierhoff vor dem nächsten Auftritt in der Stadt denn auch ausdrücklich. An diesem Samstag (20.45 Uhr / Live bei RTL und im Länderspiel-Ticker bei FAZ.NET) geht es in der WM-Qualifikation gegen Tschechien – einen Gegner, der auf dem Weg zum angepeilten Sieg in der Gruppe C als größter Konkurrent eingeschätzt wird. Der Teammanager wünscht sich deshalb „eine gute Stimmung“, weil dies die Aufgabe leichter machen würde.

          Daraus, dass die Fans der Stadt momentan von den beiden besten Klubs vor Ort nicht eben verwöhnt werden, leitete Bierhoff die Hoffnung ab, dass die Zuschauer dieses Mal milder mit dem DFB-Team umgehen könnten. Der HSV ist in der ersten Liga Schlusslicht, der FC St. Pauli steht eine Klasse tiefer genauso schlecht da. „Vielleicht hilft es uns, dass sie sich auf unsere Leistung freuen“, spekulierte Bierhoff. Das Stadion wird ausverkauft sein – was unlängst ja auch nicht immer der Fall war.

          Löw kündigte an, dass er aus dem Überangebot an Mittelfeldkandidaten zunächst Toni Kroos und Sami Khedira mit der Aufgabe vor der Viererkette betrauen wird. Ilkay Gündogan, der erstmals seit mehr als dreihundert Tagen zum Kreis des Nationalteams zählt, kann sich Chancen ausrechnen, am Dienstag in Hannover gegen Nordirland (20.45 Uhr / Live bei RTL und im Länderspiel-Ticker bei FAZ.NET) der Startformation anzugehören. „Ich bin froh, dass er wieder dabei ist“, sagte der Bundestrainer über den Profi von Manchester City, „er hat uns bei der EM gefehlt.“

          Khedira, der aufgrund seiner Erfahrung als Mitglied des Mannschaftsrats zu den Wortführern gehört und ein besonderes Vertrauensverhältnis zu Löw hat, deutete an, dass am Spielstil künftig spürbare Modifikationen vorgenommen werden könnten. Der 29 Jahre alte Defensiv-Stratege in Diensten von Juventus Turin äußerte sich ausgesprochen wohlwollend über die Entwicklung von Borussia Dortmund, die er als beispielhaft lobte.

          Es komme auf dem Weg nach Russland, wo 2018 der WM-Titel verteidigt werden solle, auf „die richtige Mischung“ an. Dominanz auf dem Platz sei nicht allein durch hohe Ballbesitzzeiten zu erreichen, was bis vor kurzem noch als reine DFB-Lehre galt, sondern durch mehr Dynamik im Spielaufbau und Wucht bei Vorstößen: „Wir müssen versuchen, variabler zu spielen.“ Khedira ist zuversichtlich, dass dies schon gegen die Tschechen erkennbar wird: „Ich wette auf einen Sieg für uns.“

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