https://www.faz.net/-gtl-14mfw

WM-Gegner Serbien : Mit Kampfgeist und Charisma

  • -Aktualisiert am

Eines der bekannten Gesichter der Serben: Der ehemalige Hertha-Stürmer Marko Pantelic Bild: AFP

Serbien will sich für die schwache WM 2006 rehabilitieren. Der zweite Gruppengegner der Deutschen hat mit einer souveränen Qualifikationsrunde Selbstvertrauen gesammelt. Mit dabei sind einige bekannte Bundesliga-Gesichter.

          2 Min.

          Der Trainer ist die größte Persönlichkeit. An die Erfolge und das Charisma des 61 Jahre alten Serben Radomir Antic reicht keiner seiner noch so wichtigen Nationalspieler heran. Kein Vidic (Manchester United), kein Ivanovic (Chelsea), kein Stankovic (Inter Mailand), kein Pantelic (Ajax Amsterdam), kein Stojkovic (Sporting Lissabon), kein Neven Subotic (Borussia Dortmund). Kacar (Hertha) und Kuzmanovic (VfB Stuttgart) sind andere Bundesligaspieler in Antics Kader.

          Die Trainerkarriere des ehemaligen Verteidigers von Partizan Belgrad, Fenerbahce Istanbul und Real Saragossa ist bemerkenswert. Und nicht erst seit August 2008, seit Antic nach vierjähriger Arbeitspause die Nationalmannschaft Serbiens übernahm und sie trotz der Konkurrenz Frankreichs auf Anhieb zum Gruppensieg in der WM-Qualifikation führte. Antic war dem Spanier Javier Clemente, der die EM-Teilnahme 2008 nicht geschafft hatte, und seinem Landsmann Miroslav Dukic gefolgt, der in den sechs Monaten seiner Amtszeit in acht Spielen ohne Sieg geblieben war.

          Antic, der von 1988 bis 2004 in Spanien sein Fußballwissen bei sechs verschiedenen Vereinen einbrachte, ist der einzige Trainer der Welt, der sich rühmen kann, bei den drei großen spanischen Klubs Real Madrid, Atletico Madrid und FC Barcelona als Cheftrainer gearbeitet zu haben. Mit Atletico gewann er 1996 das Double, Meisterschaft und Pokal.

          Deutschlands Gruppengegner weiß, wie man feiert
          Deutschlands Gruppengegner weiß, wie man feiert : Bild: AFP

          „Die Deutschen haben großartige Spieler wie Ballack“

          Entsprechend selbstbewusst ist sein Auftreten. Als Mann von Welt kommentierte Antic die Zusammensetzung der Gruppe D mit den Gegnern Deutschland, Ghana und Australien in gut verständlichem Englisch. „Es ist eine schwere Gruppe. In allen drei Spielen treffen wir auf unterschiedliche Stilarten. Ich habe großen Respekt vor unserem ersten Gegner Ghana, eine sehr spiel- und kampfstarke Mannschaft.“ Der Auftakt am 13. Juni in Pretoria gegen die Afrikaner könnte schon das Schlüsselspiel für den Zwanzigsten der Fifa-Weltrangliste sein.

          Für Deutschlands Qualität, sagt Antic, spreche der erste Platz in der WM-Qualifikationsgruppe: „Die Deutschen haben großartige Spieler wie Ballack.“ Beim 2:1-Sieg der DFB-Auswahl am 31. Mai vorigen Jahres in Gelsenkirchen war Antic noch nicht für das Team verantwortlich, sondern der erfolglose Dukic. Antic trat sein Amt drei Monate später mit Beginn der WM-Qualifikation an.

          Auch etwas anderes weiß Radomir Antic ganz sicher: „Meine Mannschaft befindet sich in einer guten Position. Wir sind eine junge, technisch begabte und entwicklungsfähige Mannschaft. Ich bin sehr zufrieden mit den Fortschritten, die wir in dem einen Jahr gemacht haben, in dem wir nun zusammenarbeiten.“ Außerdem zeichne seine Spieler eine neue Siegermentalität aus. Diese Eigenschaft zählte im ehemaligen Jugoslawien, als dessen legitimer Nachfolger Serbien sowohl von der Fifa als auch von der Uefa behandelt wird, nicht gerade zur Stärke der Balkanspieler.

          Topmeldungen

          Zum Ende lässt Merkel kein gutes Fotomotiv aus: Die Kanzlerin im Vogelpark Marlow

          Merkel geht : Es waren sechzehn Jahre

          Über die Ära Merkel schreiben – wie soll das gehen? Unsere Autoren haben sich umgeschaut und umgehört. Und fanden große Schnitzel und Begeisterung für pommersche Zwergspitzen.

          Mord an der Tankstelle : Plötzlich bist du Hassfigur

          Idar-Oberstein trauert um Alexander W., Kassiererinnen und Verkäufer im ganzen Land sind verunsichert. Seit Corona erleben sie immer aggressivere Kunden.

          Ärger beim FC Bayern : „Das war keine Glanzleistung“

          Trotz des nächsten Erfolgs in der Fußball-Bundesliga ärgern sich die Münchner über „schlampige“ Momente beim Spiel gegen Greuther Fürth. Auch Trainer Julian Nagelsmann gesteht Fehler ein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.