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DFB-Team in San Marino : Da waren es nur noch 21

Bundestrainer Joachim Löw schwört die Nationalspieler auf das Spiel in San Marino am Freitag ein. Bild: dpa

Bundestrainer Löw fordert einen seriösen Auftritt beim Fußball-Zwerg San Marino. Allerdings melden sich nach Boateng und Kroos beim DFB-Team zwei weitere Spieler ab. Nachnominierungen waren aber kein Thema.

          Flug LH 342 war die letzte von insgesamt vier Flugbewegungen des Tages am Flughafen Rimini. Ein Charter von, einer nach Moskau am frühen Morgen, dann noch einer aus Hannover – selbst die italienische Adria ist Anfang November eher etwas für Unentwegte. Und für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Als deren Sonderflug aus Frankfurt pünktlich aufgesetzt hatte, mussten sich Joachim Löw und seine Spieler vielleicht nicht gleich wie im falschen Film vorkommen, nur weil wirklich alles geschlossen hatte am kleinen Airport mit dem schönen Namen Federico Fellini. Aber womöglich, als wären sie irrtümlich außerhalb der Öffnungszeiten gelandet. Dabei war es gerade einmal kurz vor eins – mittags, wohlgemerkt. Immerhin schien, im Gegensatz zu Frankfurt, die Sonne.

          Toni Kroos wird vorerst nicht für Deutschland und Real Madrid spielen können.

          Natürlich war nicht erst jetzt klar, dass der Weltmeister sich am Mittwoch auf einen nicht gerade alltäglichen Trip begeben hat. Am Freitag steht in San Marino das letzte Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel des Jahres auf dem Programm, und weil den Deutschen bei der letzten Begegnung dort, im September 2006, mit einem 13:0 der bislang höchste Sieg der Ära Löw gelungen war, wird niemand behaupten können, dass er dem Ereignis mit großer Spannung entgegenblickt. „Wir wollen in San Marino auf keinen Fall arrogant auftreten, sondern werden hochkonzentriert und seriös unsere Aufgaben erledigen“, beteuerte der Bundestrainer. Wobei genau genommen natürlich schon die Negierung möglicher Arroganz etwas über die erwartete Größe der Herausforderung sagt.

          Ungewohnte Besetzung

          In jedem Fall kommen Löw und sein Team zu diesem ungewöhnlichen Anlass auch in eher ungewohnter Besetzung daher. Als die Nationalspieler am Mittwochmorgen in Frankfurt das Flugzeug betraten, gehörten Benjamin Henrichs, Yannick Gerhardt und Serge Gnabry zu den ersten, die ihre Plätze einnahmen – jene drei also, die der Bundestrainer als potentielle Debütanten mit auf die Reise genommen hat. Erst danach folgten arrivierte Kräfte mit höherem Wiedererkennungswert in diesem Kreis wie Mario Gomez oder Mats Hummels. Als einer der letzten verstaute dann ein ganz alter Bekannter sein Handgepäck: Miroslav Klose, der erstmals als Trainer-Azubi dabei ist.

          Dass an Bord noch ein bisschen mehr Platz war als erwartet, lag daran, dass den Bundestrainer noch zwei Absagen ereilt hatten: Manuel Neuer und Julian Brandt mussten kurzfristig passen. Brandt musste wegen eines Infekts das Bett hüten, und auch Neuers Unwohlsein samt Kopfschmerzen entpuppte sich als viraler Infekt. Mehr als am Freitag im Stadio Olimpico von Serravalle wäre er schließlich im weiteren Reiseverlauf gefragt gewesen – am Montag steht in Rom die Audienz bei Papst Franziskus auf dem Programm, am Dienstag in Mailand der Test gegen Italien. Darauf muss Neuer jetzt verzichten. Stand jetzt hat Löw damit noch 21 von ursprünglich 25 nominierten Spielern um sich.

           Zuvor hatten sich schon Toni Kroos, der wegen eines Haarrisses im Mittelfuß möglicherweise sogar längere Zeit ausfällt, sowie die ebenfalls verletzten Jerome Boateng und Julian Draxler abgemeldet. Dem beim FC Arsenal stark belasteten Mesut Özil gönnt Löw eine Pause. Von Betriebsamkeit in Sachen Nachnominierungen war nichts zu spüren – mangelnde Flugverbindungen, heißt es, waren nicht der Grund.

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