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2:0 gegen Nordirland : Deutschland behält die weiße Weste

Nächstes Spiel, nächster Sieg: Deutschland gewinnt gegen Nordirland. Bild: dpa

Drittes Spiel, dritter Sieg: Anders als vor zwei Jahren startet die DFB-Elf perfekt in die Qualifikation. Das Duell mit Nordirland ist früh entschieden – durch einen Doppelpack.

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          Auf seinem Weg nach Russland zur Weltmeisterschaft 2018 ist der Titelverteidiger schon im Herbst 2016 kaum mehr aufzuhalten. Nach drei Spieltagen stehen die Deutschen mit drei Siegen souverän an der Spitze der Qualifikationsgruppe C. Und auch der kommende und letzte WM-Qualifikationsgegner in diesem Jahr, der real existierende Fußballzwerg San Marino, wird daran im November wohl kaum etwas ändern können.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Schon gegen einen WM-Teilnehmer wie Nordirland machte das Team von Bundestrainer Joachim Löw am Dienstagabend in Hannover einen Klassenunterschied deutlich. Die Deutschen siegten nach Toren von Julian Draxler (13. Minute) und Sami Khedira (17.) hochverdient 2:0. Aber nicht nur die makellose Bilanz nach drei Spielen gegen Norwegen, Tschechien und Nordirland kann sich sehen lassen, vielmehr machten die engagierten Weltmeister aus den vermeintlichen Pflichtübungen auch spielerisch und taktisch eine Menge. „Wir sind zufrieden, so können wir weitermachen“, sagte Thomas Müller.

          Nach einem starken Start und den beiden Toren zur frühen Führung ließen die Deutschen bis zur Pause in ihrem Engagement zwar etwas nach, aber trotzdem reichte es noch zu einer ansehnlichen Überlegenheit. Die Mannschaft erspielte sich auch mit geringerem Tempo immer wieder einige Chancen, aber die Konzentration vor allem beim letzten Pass in die Spitze war dann nicht mehr so vorhanden wie noch über nahezu neunzig Minuten drei Tage beim Erfolg gegen die Tschechische Republik.

          „Wir haben die Aufgabe erfüllt, sechs Punkte zu holen. Die beiden Tore sind schnell gefallen. Es war ein müheloser Sieg“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. In der zweiten Halbzeit kontrollierten die Deutschen die Partie von Beginn an nach Belieben. Sie ließen den Ball bei hoher Geschwindigkeit durch die eigenen Reihen laufen und kamen gegen regelmäßig mit neun Feldspielern verteidigenden Nordiren auch zu Möglichkeiten – und selbst wieder nicht in Gefahr. „In der zweiten Halbzeit war ein bisschen die Luft raus, aber es ist ein verdientes Ergebnis“, sagte der starke Khedira.

          Der vierarmige Khedira hat allen Grund zur Freude. Bilderstrecke

          Auch der Bundestrainer wollte, als er sich für seine Aufstellung entschied, offenkundig noch einmal seine Zufriedenheit mit den Siegern vom Samstag Ausdruck verleihen. Er ließ die exakt gleiche Formation wie beim 3:0 gegen Tschechien beginnen, obwohl er eigentlich mit dem Gedanken gespielt hatte, Ilkay Gündogan nach seiner knapp einjährigen Verletzungspause wieder einmal in die Startelf zu berufen. Aber so blieb es auch gegen die Nordiren bei dem „Sechser“-Doppel mit Sami Khedira und Toni Kroos. Auch das Spiel ähnelte von der ersten Minute an der einseitigen Partie vom Samstag: Die Nordiren verschanzten sich in der eigenen Hälfte, der Weltmeister dominierte.

          Schon in der vierten Minute war die Führung nach einer Flanke von Thomas Müller nah; doch mit seinem Kopfball aus rund fünf Metern war Mario Götze, wieder als „falsche Neun“ nominiert, nicht erfolgreich. Seinen nicht genau genug plazierten Versuch konnte der Torwart abwehren. Aber trotz dieser verpassten Chancen war die Partie nach nicht einmal zwanzig Minuten schon entschieden: Es war Jerome Boateng, der mit einer schönen Balleroberung und einem weiten Pass auf Müller den Angriff einleitete. Der Münchner legte den Ball kurz auf Draxler ab, der aus knapp zwanzig Metern klug und gezielt zum 1:0 traf – in der gleichen Minute waren die Deutschen am Wochenende gegen die Tschechen in Führung gegangen.

          Nur vier Minuten später war es Hummels, der nach einem Eckstoß den Ball mit dem Kopf auf Khedira verlängerte, der im Fünfmeterraum mit einem kurzen Nicken das 2:0 glückte. Die Stimmung in Hannover war nach diesem erstklassigen Start entsprechend, aber die Motivation, mit diesem Engagement das Spiel weiterzuführen schwand bei den Deutschen dennoch. Nach knapp einer halben Stunde erlahmte der anfängliche Schwung und es schlichen sich auch immer mehr Abspielfehler in das zuvor so konzentrierte und ziemlich zielstrebige Spiel. Boateng und Hummels reagierten darauf in einigen Szenen sichtlich genervt. Die Fehlerhaftigkeit bei nachlassender Schärfe brachte die Nordiren besser ins Spiel, aber zu zwingenden Chancen kam der Außenseiter nicht, auch wenn Torwart Manuel Neuer nun auch mal die Hand mit ins Spiel bringen musste.

          Zur Halbzeit holte Joachim Löw dann nach, was er ursprünglich schon zum Anpfiff geplant hatte: den Einsatz von Gündogan, der für Mesut Özil ins Spiel kam. Schon nach drei Minuten fiel der Neuzugang von Manchester City mit einem schönen, aber abgewehrten Seitfallschuss positiv auf (48.). Die Deutschen entwickelten nun wieder ihr druckvolles Spiel. Aber die Iren waren nur noch darauf aus, die Niederlage in Grenzen zu halten und verteidigten kompakt mit nahezu der gesamten Mannschaft. Ein halbes Dutzend Chancen des Weltmeisters konnten sie dennoch nicht verhindern, wohl aber einen weiteren Gegentreffer. Grund genug für die irischen Fans, ihr Team in den letzten Minuten stimmgewaltig zu feiern.

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