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Prozess zu WM 2006 : Das große Desaster um die Sommermärchen-Affäre

Da waren sie noch ein Team (von links): Theo Zwanziger, Franz Beckenbauer, Horst R. Schmidt und Wolfgang Niersbach 2004 in Frankfurt Bild: Picture-Alliance

War die Vergabe der Fußball-WM 2006 nach Deutschland gekauft? Die Frage dürfte für die Öffentlichkeit wohl unbeantwortet bleiben. Der Prozess steht vor dem Scheitern. Und in der Schweiz gibt es einen Justizskandal.

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          Für Theo Zwanziger ist der Kampf noch nicht zu Ende. „Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen und werde keinesfalls hinnehmen, dass ich als Bösewicht dastehen soll“, sagt der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Telefon. 75 Jahre alt wird Zwanziger im Juni. Er hatte zwar gerade erst eine Augenoperation, fühle sich aber trotzdem wohl. Nun geht es für ihn erst mal darum, zu Hause mit der Corona-Krise auszukommen. Zumindest das klappt ganz gut. Mit seiner Frau geht er regelmäßig an die frische Luft, außerdem liest er gerade ein Buch über Napoleon. Mit seinen Kindern und Enkelkindern tauscht sich das Ehepaar über Videochat aus. Doch von der Sommermärchen-Affäre mag all das nicht so recht ablenken. Wie ein Damoklesschwert schwebt sie immer noch über dem früheren Topfunktionär.

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          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zwanziger lebt am Rande des Westerwalds, in der Nähe von Limburg und gehört zu den Beschuldigten in dem Schweizer Betrugsprozess um die ungeklärten Millionenzahlungen vor der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Das Verfahren am Bundesstrafgericht in Bellinzona ist gerade unterbrochen worden, während die juristische Aufarbeitung der damaligen Vorkommnisse immer fragwürdigere Wendungen erreicht. „Die Schweizer Justiz hätte dieses Verfahren nie aufnehmen dürfen. Sie rennt mit dem Kopf gegen die Wand - und in aller Regel gewinnt am Ende die Wand“, meint Zwanziger.

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