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Skandal im Fußball-Weltverband : Putin fordert Nobelpreis für Blatter

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„Wenn es jemanden gibt, der den Nobelpreis verdient, sind es diese Leute“: Wladimir Putin (rechts) lobt Joseph Blatter Bild: dpa

Fifa-Präsident ist Joseph Blatter nur noch bis Februar 2016. Und dann? Geht es nach Wladimir Putin, bekommt der Schweizer den Nobelpreis. Zugleich äußert der Kremlchef Vorwürfe gegen die Vereinigten Staaten.

          Kremlchef Wladimir Putin hat den umstrittenen Fifa-Präsidenten Joseph Blatter in den höchsten Tönen gelobt und die Vereinigten Staaten abermals für den Skandal um den Fußball-Weltverband verantwortlich gemacht. „Menschen wie Blatter oder Leiter anderer internationaler Sportorganisationen oder der Olympischen Spiele sollten besondere Anerkennung erfahren. Wenn es jemanden gibt, der den Nobelpreis verdient, sind es diese Leute“, sagte Putin im Interview des Schweizer Fernsehsenders SRF.

          Den Vorwürfen, Blatter sei persönlich in Korruption verwickelt, schenke er keinen Glauben, betonte er in dem Gespräch, dessen Inhalt der Kreml am Dienstag veröffentlichte.

          Putin warf den Vereinigten Staaten vor, im Zuge der Ermittlungen gegen die Fifa die amerikanische Gesetzgebung willkürlich auf andere Länder auszudehnen – etwa auf die Schweiz. Es dränge sich weiterhin der Verdacht auf, dass die nächsten WM-Gastgeber Russland (2018) und Qatar (2022) mit dem Skandal aus dem Rennen gedrängt werden sollten.

          „Was wie ein Kampf gegen Korruption aussieht, zwingt mich, darüber nachzudenken, ob es nicht eine Fortsetzung des Kampfes um die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 ist“, sagte der Präsident. Kein Land der Welt dürfe Menschen aus anderen Staaten „einfach packen und zu sich ins Gefängnis schleppen“, kritisierte Putin. „Das ist unannehmbar.“

          Uefa-Präsident Michel Platini will unterdessen einem Bericht der französischen Sportzeitung „L'Equipe“ zufolge innerhalb der kommenden beiden Tage seine Kandidatur für die Fifa-Präsidentschaft bekanntgeben. Das Blatt nannte am Dienstag allerdings keine Quelle für seine Informationen. Platini arbeite nach seiner Rückkehr vom Gold-Cup-Finale in Philadelphia an den letzten Details einer Erklärung, hieß es in dem Bericht.

          Falls es keine besonderen Vorkommnisse geben sollte, werde der 60-Jährige am Donnerstag verkünden, dass er am 26. Februar 2016 zum Präsidenten des Fußball-Weltverbandes gewählt werden wolle. Amtsinhaber Blatter hat im Zuge der Korruptionsaffäre um die Fifa seinen Rücktritt angekündigt, will bis zum Sonderkongress in sieben Monaten aber im Amt bleiben.

          Worauf wartet er noch? Uefa-Präsident Michel Platini

          Platini werden für den Fall seiner Kandidatur gute Chancen eingeräumt. Der Franzose soll von zahlreichen Nationen um eine Kandidatur gebeten worden sein. Demnach soll der Chef der Europäischen Fußball-Union (Uefa) die Zusagen der Konföderationen aus Europa, Asien, Südamerika und Nord- und Zentralamerika haben. Bislang hat nur der frühere Fifa-Vizepräsident Chung Mong Joon aus Südkorea angekündigt, dass er sich um die Blatter-Nachfolge bewerben will.

          Brasiliens Fußball-Legende Zico unterstrich derwiel seine Ambitionen auf das Amt des Fifa-Präsidenten. Er habe den brasilianischen Verband (CBF) bereits um entsprechende Unterstützung gebeten, berichtete das Portal „GloboEsporte“. Der 62-Jährige bat um eine kurzfristige Antwort.

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          Wie jeder andere Kandidat muss Zico vier Monate vor der Wahl am 26. Februar die Unterstützung von insgesamt fünf nationalen Verbänden vorweisen, um zur Kür beim Fifa-Kongress in Zürich zugelassen zu werden. Ihm werden geringe Chancen zugeschrieben. Zico war neben diversen Trainertätigkeiten von 1990 bis 1992 auch schon einmal Sportminister in Brasilien war. Derzeit trainiert er den FC Goa in Indien. Als Spieler verbrachte er fast seine ganze Karriere bei Flamengo Rio de Janeiro, berühmt war er für seine Freistöße.

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