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Miroslav Klose : Noch ein Jahr Rom, dann zum DFB?

Alter schützt vor Toren nicht: Miroslav Klose (l., im Duell mit dem Mainzer Fabian Frei) hofft auf ein weiteres Jahr ohne Verletzungen Bild: dpa

Heimatbesuch einer Weltlegende: Miroslav Klose verliert im Testspiel mit Lazio Rom bei Mainz 05. Der Weltmeister aber wird gefeiert. Und sein Sportdirektor plaudert Kloses Zukunftspläne aus.

          2 Min.

          Viele Ballkontakte hatte Miroslav Klose nicht bei der 0:3-Testspielniederlage seiner Mannschaft von Lazio Rom bei Mainz 05. Was der Rekordtorschütze der deutschen Nationalmannschaft während des 45-Minuten-Einsatzes vor 12.000 Zuschauern tat, hatte indes anders als bei den meisten seiner Teamkollegen Hand und Fuß. So legte er bei der schönsten römischen Kombination den Ball per Hacke zu Felipe Pereira Gomes ab, der am Mainzer Torwart Loris Karius scheiterte. Und beinahe hätte Klose gar die Führung erzielt, wenn der junge Mainzer Schlussmann nicht glänzend reagiert hätte. Dafür erhielt Klose, der in Mainz trotz seiner Verbundenheit zum regionalen Rivalen 1. FC Kaiserslautern von den Fans begeistert gefeiert wurde, sogar Szenenapplaus. Die deutliche und verdiente Niederlage vermocht der 37 Jahre alte Stürmer allerdings auch nicht zu verhindern. Zu müde war das Champions-League-Team Lazio in der aktuellen Phase der Vorbereitung, um mit den deutlich spritzigeren Mainzern und deren Torschützen Malli, Jairo und Clemens mithalten zu können. „Die sind in der Vorbereitung eine Woche weiter als wir. Aber wir haben bisher auch überhaupt noch nicht unseren Rhythmus gefunden“, sagte der aus der Nationalelf zurückgetretene Weltmeister.

          Klose hofft auf ein weiteres Jahr ohne Verletzung

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          In Italien beginnt die Spielzeit der Serie A erst eine Woche später als in der Bundesliga, Lazio muss allerdings zuvor für die Play-offs zur Gruppenphase der Champions League gewappnet sein. Klose will dann in seinem womöglich letzten Jahr bei Lazio und seiner wohl letzten Spielzeit überhaupt einen ähnlich großen Beitrag leisten wie in der vergangenen Saison, als sein Klub auch dank seiner 13 Tore Rang drei in der Liga belegte und das Pokalfinale erreichte. „Ich habe ein Jahr ohne Verletzung hinter mir und konnte bei allen Spielen dabei sein“, sagt Klose, der seit 2011 in Rom spielt. „Ich hoffe, dass jetzt noch so ein Jahr kommt.“

          Klose scheint seine Rolle derweil immer mehr über die reinen Aufgaben als Torjäger hinaus zu interpretieren. In Mainz dirigierte er seine Mitspieler aus vorderster Front mit Handbewegungen, er zeigte offensive wie auch defensive Laufwege an, gab Hinweise nach Abspiel- oder Stellungsfehlern. „Ich habe schon immer versucht, ein Vorbild zu sein für junge Spieler. Ich will auch jetzt vorleben, wie es funktioniert. Wir haben viele Talente, die noch geschliffen werden müssen.“

          Trainer beim DFB?

          Klose lässt keinen Zweifel daran, dass er als Teamkollege mitschleifen will. Und in der Talentförderung könnte auch die Zukunft liegen. Lazio-Sportdirektor Igli Tare, der 1992 als Flüchtling aus Albanien nach Deutschland kam und Klose schon aus gemeinsamen Tagen als Sturmkollegen beim 1. FC Kaiserslautern kennt, plauderte nach Abpfiff erstaunlich gelassen über die Zukunftspläne der „Weltlegende“, dessen Foto er in seinem Büro aufgehängt hat.

          „Ich weiß von Miro, dass er nach der Karriere nach Deutschland zurückgeht, um beim DFB als Trainer anzufangen“, sagte Tare, der in seinem Büro ein Bild seines Königstransfers aufgehängt hat. Der DFB konnte eine solche Zusammenarbeit am Donnerstag auf Nachfrage noch nicht bestätigen. Der Verband sei aber mit verdienten ehemaligen Nationalspielern stets in gutem Kontakt.

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