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Köln weiter : Wiesbaden scheitert nur an Horn

  • -Aktualisiert am

Elfmeterheld: Timo Horn wehrt drei Schüsse ab. Bild: dpa

Mit Mut, Klasse und Leidenschaft bringt der Zweitliga-Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden den Favoriten 1. FC Köln an den Rand einer Niederlage. Am Ende rettet Torwart Timo Horn seine Mannschaft im Elfmeterschießen.

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          Was in der ersten Runde des DFB-Pokalwettbewerbs 2017 und 2018 mit Siegen über die höherklassigen Zweitligaklubs Erzgebirge Aue und FC St. Pauli glückte, wiederholte sich für den Zweitligaaufsteiger SV Wehen Wiesbaden am Sonntagabend im Duell mit dem Erstligaaufsteiger 1. FC Köln nicht. Diesmal verloren die Hessen nach großem Kampf und nach einem 3:3 über 120 Minuten per Elfmeterschießen 2:3. Der FC, der bei Halbzeit nach den Treffern von Cordoba (39. Minute) und Kainz (42.) schon wie der kommende Sieger ausgesehen hatte, musste nach dem Wechsel den raschen Ausgleich der Wehener durch die beiden Tore von Jeremias Lorch in diesem erstklassigen Pokalfight verkraften (53./56.), ehe er durch den eingewechselten Schaub doch noch zurückschlug (107.).

          DFB-Pokal

          Das 3:2 aber reichte noch immer nicht, weil Wehen durch Kyereh (117.) noch einmal ausglich. Im Elfmeterschießen wurde der Kölner Torhüter Horn zu einem Pokalhelden, als er drei Strafstöße parierte, während sein Kollege Watkowiak „nur“ zwei Strafstöße abwehrte.

          Die Wehener legten nach zwei Auftaktniederlagen zum Start in die Zweitligasaison einen Blitzstart gegen den FC hin. Nach einem schulmäßigen Konter über Kuhn, Chato und Shipnoski stemmte sich Verteidiger Ehizibue gegen den Lupfer des Wehener Rechtsaußens und vermied damit einen Kölner Schadensfall schon nach drei Minuten. Auch danach spielten die Hessen ihre Tempovorteile bei ihren sporadischen Gegenstößen aus, besaßen aber nur noch eine Gelegenheit vor der Pause, als der neuverpflichtete Holländer Ehizibue bei Dittgens Heber ein weiteres Mal in höchster Kölner Not zur Stelle war (21.). Die Rheinländer verstärkten danach den Druck auf das Wiesbadener Tor. Cordoba erzielte das 1:0, als er Kainz’ Flanke wenige Minuten vor der Halbzeit zum 1:0 veredelte. Einmal auf den Geschmack gekommen, legte Vorlagengeber Kainz, der beste Kölner an diesem Abend, mit einem Seitfallzieher wenig später nach. Der favorisierte FC hatte sich so einen scheinbar kommoden Zweitorevorsprung zur Pause verschafft.

          Beste Underdog-Mentalität

          Wehen Wiesbaden aber tat mit bester Underdog-Mentalität alles dafür, die Verhältnisse wieder geradezurücken und begann auch die zweite Hälfte überaus schwungvoll. Diesmal hatte das Team von Trainer Rüdiger Rehm aber mehr Glück, als Torhüter Horn Shipnoskis Schuss zu Lorch abprallen ließ, der die Chance zum 1:2 umstandslos nutzte und drei Minuten später mit einem krachenden Distanzschuss zum 2:2 ein weiteres Zeichen für den ungebrochenen Mut der Hessen setzte. Nicht schlecht für einen Mittelfeldspieler, der zuvor in zwei Wehener Spielzeiten nur einen Pflichtspieltreffer zu Buche stehen hatte. Der neue Kölner Trainer Achim Beierlorzer reagierte und wechselte Simon Terodde, den mit 29 Treffern besten Torschützen der vergangenen Zweitligasaison, anstelle von Cordoba ein. Und der nutzte eine kapitale Gelegenheit zum 3:2 nicht, als der zuvor schon bei Ehizibues Distanzschuss fabelhafte Torhüter Watkowiak (71.) dessen Kopfball aus kurzer Distanz parierte (74.).

          So ging dieses packende Duell zweier an diesem Abend gleich starker Mannschaften in die Verlängerung. In der sorgte der eingewechselte Schaub mit einem wuchtigen Distanzschuss nach einem Kölner Eckball für das 3:2 des Favoriten. Darauf fanden die Wehener dann eine weitere Antwort: durch Kyeres Ausgleich zum 3:3 (117.). Also musste in diesem kleinen Fußballdrama das Elfmeterschießen entscheiden mit dem besseren Ende für den 1. FC Köln.

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