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Verletzungen der Fußballstars : Schmerzhaft und teuer

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Verletzte sich ebenfalls im September: Marco Reus Bild: dpa

Die Zahl der verletzten Spieler in den fünf großen europäischen Ligen ist drastisch angestiegen. Das kostet die Vereine extrem viel. Wie ökonomisch sinnvoll ist der vorherrschende Ansatz?

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          Was haben Marco Reus, Lucas Hernández, Florian Neuhaus und Max Kruse gemeinsam? Sie alle zogen sich im September eine Verletzung zu und stehen ihren Mannschaften in der Fußball-Bundesliga derzeit nicht zur Verfügung. 56 Spieler zählt das Liga-Lazarett aktuell. Das entspricht mehr als zwei kompletten Kadern. Am hartnäckigsten vom Verletzungspech verfolgt ist Borussia Dortmund mit sieben Ausfällen.

          Welche betriebswirtschaftliche Bedeutung Verletzungen für Vereine haben, das hat der britische Versicherungsmakler Howden untersucht. In einer nun veröffentlichten Studie kommt er zu dem Ergebnis, dass Verletzungen die Vereine der fünf großen europäischen Ligen in der Saison 2021/22 610 Millionen Euro gekostet haben.

          Paris St. Germain zahlte besonders viel

          Das ist ein Anstieg von 29 Prozent im Vergleich zur Vorsaison. Der Rekordwert wirft die Frage auf, wie ökonomisch sinnvoll der vorherrschende Ansatz ist, höhere Gewinne durch mehr Spiele zu erzielen.

          Unfreiwilliger Erster in der Kategorie ist Paris St. Germain. Der französische Meister zahlte 41 Millionen Euro an verletzte Spieler. Dahinter liegen die spanischen Rivalen Real Madrid und FC Barcelona. Errechnet wird der sogenannte „Footbal Injury Index“, indem die täglichen Kosten eines Spielers mit der Anzahl der Tage, an denen er nicht zur Verfügung stand, multipliziert werden.

          Betrachtet man die Gesamtzahl der Verletzungen, unabhängig von Dauer und Spieler-Gehalt, betrug diese in der vergangenen Saison 4810, das ist ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Die Bundesliga belegt in dieser Statistik mit 1205 Ausfällen den zweiten Platz, dicht hinter der englischen Premier League (1231) und vor der spanischen La Liga (848).

          Bayern stark betroffen

          James Burrows, Sportchef bei Howden, erklärt die Befunde mit dem intensiven Spielstil der englischen und deutschen Klubs und dem Erreichen der letzten Runden der kontinentalen Turniere in der vergangenen Saison. In Deutschland war der FC Bayern München mit 97 Ausfällen am stärksten betroffen.

          Die Untersuchung ist Futter für die anhaltende Debatte um die Überlastung im Profifußball. Nationalspieler Thomas Müller, der zwei Tage nach dem Spiel der Bayern auf Schalke am 14. November mit der DFB-Auswahl zur WM-Vorbereitung nach Dubai aufbrechen wird, bemängelte schon vor Jahren fehlende Regenerationspausen: „Du darfst drei Wochen Luft holen, dann wirst du wieder unter Wasser gedrückt.“

          Insbesondere die Profis in der englischen Liga stehen unter Dauerdruck, bekommen auch im Winter keine Verschnaufpause. Müllers Teamkollege Sadio Mané bestritt für seinen vormaligen Arbeitgeber FC Liverpool in der vergangenen Saison 70 Spiele. Hinzu kommen rund 90.000 Reisekilometer. Die internationale Spielervertretung FIFPro hatte im Mai gefordert, Spieler sollten in einer Saison nicht mehr als 55 Spiele bestreiten.

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