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Wie im WM-Finale : Materazzi kassiert wieder einen Kopfstoß

  • Aktualisiert am

Deja-vu-Erlebnis für Materazzi: Per Kopfstoß niedergestreckt Bild: AP

Marco Materazzi hat wieder verbal ausgeteilt und erneut einen Kopfstoß eingesteckt. Diesmal von Gennaro Delvecchio, der die Opfer- und Täterrolle nicht eindeutig geklärt sieht. „Er hat mich provoziert.“

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          Marco Materazzi hat wieder verbal ausgeteilt, erneut einen Kopfstoß eingesteckt und damit für ein Deja-vu-Erlebnis aus dem WM-Finale 2006 gesorgt. Statt Frankreichs Zinedine Zidane war es Gennaro Delvecchio, der sich am Sonntag beim 2:0 des italienischen Meisters Inter Mailand gegen Sampdoria Genua vom „König der Provokateure“ (La Stampa) zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ und mit seinem Platzverweis Materazzis Team auf die Siegerstraße brachte.

          „Der Kopfstoß von Zidane hat Materazzi in Italien zu einem Märtyrer gemacht. Durch den Fehler von Delvecchio wird er wohl heilig gesprochen“, spottete die Turiner Zeitung La Stampa. Der 32-Jährige Materazzi spielt derweil das Unschuldslamm. „Kurz vor dem Platzverweis hatte er meinen Torhüter Julio Cesar hart attackiert. Da bin ich zu ihm hin und sagte ihm, er solle damit aufhören. Dann verpasst er mir einfach einen Kopfstoß“, sagte Materazzi.

          Versionen von Materazzi und Delvecchio

          Mit engelsgleicher Miene diktierte Materazzi den Journalisten in die Notizblöcke: „Ich würde es zugeben, wenn es mein Fehler gewesen wäre. Aber ich habe nichts Falsches getan.“ Delvecchios Version dagegen sieht die Opfer- und Täterrolle nicht so eindeutig geklärt. „Er hat mich provoziert“, sagte der Mittelfeldspieler und fügte an: „Ich entschuldige mich bei allen Italienern. Aber wenn Materazzi eine andere Wortwahl gehabt hätte, hätte ich nicht so reagiert.“

          Wie einst Zinedine Zidane: Gennaro Delvecchio
          Wie einst Zinedine Zidane: Gennaro Delvecchio : Bild: AP

          Was Materazzi genau gesagt hat, blieb wie nach dem „Finale von Berlin“ unklar. Die Gazzetta dello Sport will nach Spieleraussagen erfahren haben, daß Materazzi Delvecchio beschimpft haben soll. Allerdings soll er dieses Mal anders als bei Zidane im WM-Endspiel Delvecchios Familie aus dem Spiel gelassen haben.

          Inzaghi freut sich auf Ronaldo

          Einig waren sich alle Beteiligten darüber, dass die frühe Rote Karte (7.) das Spiel zu Gunsten des Tabellenführers mit entschied. In Überzahl erzielten Zlatan Ibrahimovic (38.) und Maicon (75.) die Treffer zum 14. Inter-Sieg in Folge. „Was das Spiel betrifft, sind wir glücklich mit dem Sieg. Wir hoffen, dass wir unsere Serie ausbauen können“, erklärte Materazzi. Mit elf Punkten Vorsprung führt der Titelverteidiger weiter unangefochten vor dem AS Rom, der sich auch ohne den gesperrten Kapitän Francesco Totti mit 1:0 gegen den AC Siena durchsetzte.

          Inters Stadtrivale AC Mailand kam gegen den FC Parma zu einem 1:0-Heimsieg und ist nun seit zehn Spielen ungeschlagen. Den Siegtreffer bejubelte Altmeister Filippo Inzaghi, indem er vor den Fans auf seinen Namenszug auf dem Trikot zeigte. Als Kampfansage an Milans Neuverpflichtung Ronaldo von Real Madrid, dessen Wechsel am Montag perfekt gemacht werden sollte, wollte „Super Pippo“ die Geste nicht verstanden wissen: „Alle großen Meister sind bei uns willkommen. Ich bin in erster Linie ein Milan-Fan und hoffe, dass Ronaldo bei uns einschlägt.“

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