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Wettskandal : Sapinas Strategiespiel geht nicht auf

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Strategiespiele: Sapina (r.), Verteidiger Stefan Conen Bild: AFP

Wettpate Ante Sapina ist seinem Ruf als Zocker wieder einmal gerecht geworden. Nach seinem Geständnis spielte Sapina am voraussichtlich vorletzten Verhandlungstag noch einmal auf Zeit. Vergeblich. Am Donnerstag soll das Urteil fallen.

          Ante Sapina hätte sich beinahe verzockt. Der 35-jährige Berliner ist am Montag nur knapp seiner erneuten Festnahme entgangen. Hintergrund war der Versuch, vor dem Bochumer Landgericht plötzlich Alles oder Nichts zu spielen. Sapina rückte von seinem Geständnis ab und wollte noch Zeugen aus London kommen lassen. Als das Gericht daraufhin signalisierte, Sapina wegen Fluchtgefahr wieder in Haft zu nehmen, trat Deutschlands bekanntester Wettpate jedoch sofort den Rückzug an. Schon am Donnerstag soll nun das Urteil gesprochen werden.

          Der Vorstoß war eine echte Überraschung. Eigentlich waren die Zeichen im Prozess auf Einvernehmen gestellt. Die 12. Strafkammer des Bochumer Landgerichts hatte bereits eine Übersicht über manipulierte Fußballspiele und Wetteinsätze erstellt, die Sapina nur noch abnicken sollte. Doch dann kam alles anders. Gemeinsam mit seinen zwei Verteidigern ging Sapina noch einmal in die Offensive. Der Tenor: Die asiatischen Wettanbieter seien eingeweiht und damit gar nicht getäuscht gewesen. Von einem Betrug könne deshalb gar keine Rede sein. Wörtlich erklärten die Anwälte: „Die Vertragspartner wurden nicht getäuscht, mögliche Manipulationen wurden offengelegt.“

          Gericht und Staatsanwaltschaft reagierten gereizt. Schließlich habe Sapina im Prozess ein rückhaltloses Geständnis abgelegt, in Richtung Freispruch sei bislang nicht gekämpft worden. „Wir sind davon ausgegangen, dass Sie eine Verurteilung auch hinnehmen würden“, sagte Richter Wolfgang Mittrup. Nach mehreren Unterbrechungen folgte der Rückzug. Sapina gab auf, zog seinen Antrag auf Vernehmung ausländischer Zeugen zurück.

          In einer auf dem Gerichtsflur eilig formulierten Erklärung hieß es: „Es bleibt bei meinen bisherigen Ausführungen. Es gibt nichts mehr hinzuzufügen und zu ändern.“ Die Reaktion folgte auf dem Fuß. Richter Mittrup: „Wir nehmen Abstand davon, den Haftbefehl wieder in Vollzug zu setzen.“ Damit bleibt es bei der ursprünglichen Planung: Schon am kommenden Donnerstag sollen voraussichtlich die Urteile gegen Ante Sapina, Marijo C. und Dragan M. gesprochen werden.

          Der Prozess gegen den früheren Basketballprofi Ivan P., Deniz C. und Wett-Helfer Ramazan K. wird dagegen fortgesetzt. Sapina und den fünf Mitangeklagten wird vorgeworfen, in die Manipulation von knapp 50 Fußballspielen verstrickt gewesen zu sein - von der A-Jugend bis zur WM-Qualifikation. Die Wetteinsätze gingen in die Millionen.

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