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Halbfinale im DFB-Pokal : Dramatische Bremer Niederlage in letzter Minute

  • -Aktualisiert am

Genug Energie versprühte Werder-Trainer Kohfeldt auf alle Fälle Bild: dpa

Werder Bremen kämpft gegen Leipzig lange um den Einzug ins Pokalfinale. Doch kurz vor Ende der Verlängerung erzielt Leipzigs Forsberg den entscheidenden Treffer. Nach dem Spiel äußert sich der Werder-Sportchef zum Verbleib von Trainer Kohfeldt.

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          Nach dem langen Spiel ging es ganz schnell. Rund eine Viertelstunde nach Abpfiff des dramatischen 1:2 des SV Werder Bremen im DFB-Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig meldete die „ARD“, dass Florian Kohfeldt Trainer der Bremer bleibe. Kurze Zeit später bestätigte der Verein das: „Florian wird Trainer bleiben“, sagte Sport-Geschäftsführer Frank Baumann, „wir haben ein großes Ziel, das ist der Klassenerhalt und ich habe die feste Überzeugung, dass wir das mit Florian Kohfeldt schaffen können.“ Zuvor hatte sich Baumann mit Marco Bode beraten, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Bremer.

          Der lange Pokalabend begann mit überlegenen Leipzigern. Die größte Aufregung der ersten Halbzeit gab es jedoch erst in der 44. Minute. Im Leipziger Strafraum gerieten Nordi Mukiele und Davie Selke aneinander. Schiedsrichter Manuel Gräfe entschied auf Elfmeter. Dass der Eingriff des Kölner Kellers sinnvoll sein kann, erlebte Gräfe wenig später: Bibiana Steinhaus-Webb meldet sich, und Gräfe lief zur Video-Area. Dort sah er sich die Szene in Ruhe an und nahm seine Entscheidung zurück – Selke hatte eingefädelt. Ein Strafstoß wäre vermutlich die Krönung der kampfstarken Bremer in diesem ersten Durchgang gewesen, denn sie hatten sich ab der 35. Minute aus den Leipziger Fesseln befreit und boten RB einen offenen Kampf.

          „Überragend, Männer!“

          Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln: Fußball zu spielen versuchte Werder gar nicht erst. Torwart Jiri Pavlenka schlug die Bälle hinten heraus, suchte Selke, der per Kopf ablegte. Ein anderer langer Ball, diesmal von Veljkovic, hatte in der 30. Minute wieder über Selkes Kopf Josh Sargent erreicht. Der Amerikaner setzte sich geschickt gegen Dayot Upamecano durch, löffelte den Ball dann aber knapp neben das Tor. Ständig waren genug Bremer hinter dem Ball, jeder einzelne schmiss sich wild entschlossen in die Zweikämpfe. Das war einfach und effektiv – und wurde von Kohfeldt gelobt: „Überragend, Männer!“

          Allerdings hätte RB schon in der vierten Minute in Führung gehen können. Alexander Sörloths Kopfball wehrte Pavlenka ab. Selten kam RB geordnet in den Strafraum, immer war ihnen ein Bremer auf den Fersen. Da war kein Platz! Das nervte den Favoriten, weil Werder zunächst einfach nicht nachließ in dieser Nickeligkeit. Der beliebte und oft erfolgversprechende Weg der Leipziger durch die Mitte blieb zunächst versperrt – anders als vor drei Wochen beim 4:1-Sieg im Bundesligaspiel, als RB zur Halbzeit schon 3:0 führte.

          Doch an diesem Abend war es ein anderes Werder im leeren Weserstadion. Kohfeldts Elf bewahrte die Ordnung, blieb aufmerksam, befreite sich zum Ende der zweiten Halbzeit und kam zu Eckbällen und Freistößen in der Nähe des Leipziger Tors. Selke machte es als Agent Provocateur vorn gut. Leipzig haderte wieder einmal mit der Chancenauswertung. Die eingewechselten Christopher Nkunku und Yussuf Poulsen schreckten die Bremer Abwehr ein paar Mal, so bei Nkunkus abgefälschten Schuss an den Pfosten (78. Minute). Zuvor hatte Sörloth an die Latte geköpft. Poulsen Kopfball in den Schlusssekunden der Nachspielzeit hielt Pavlenka.  

          Die Verlängerung lief kaum drei Minuten, als Werder mal ein wenig mehr Platz in der Mitte ließ – und Leipzig es prompt bestrafte. Nach schneller Ballstafette landete der Ball über den Bremer Theodor Gebre Selassie beim eingetauschten Hee-Chan Wang, der zum 1:0 für Leipzig traf. Doch Werder kam in der 105. Minute durch Leonardo Bittencourt zurück, der Upamecanos Fehler zum Ausgleich ausnutzte. Die 120 Minuten kostete Leipzig aus, um doch noch zum 2:1-Siegtreffer durch den eingewechselten Emil Forsberg zu kommen.

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