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Arminia Bielefeld : Der treue „Miro“ Klos

Fabian Klos ist erster Torjäger und Kapitän von Arminia Bielefeld Bild: Imago

Fabian Klos ist Bielefeld nach dem Abstieg treu geblieben. Der Kapitän und beste Torschütze ist längst das Gesicht des Vereins. An diesem Mittwoch (19.00 Uhr) tritt Klos im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Bremen auf die deutschlandweite Fußballbühne.

          Er hätte im vergangenen Sommer auch gehen können. Das wollte er aber nicht. Nicht einmal in den Tagen nach dem 19. Mai 2014: dem Tag des Entsetzens in Bielefeld, dem Tag, an dem die Arminia in einem zweiteiligen Relegationskrimi am SV Darmstadt 98 gescheitert und wieder einmal in die dritte Liga abgestiegen war. Die in der letzten Minute der Verlängerung besiegelte 2:4-Niederlage daheim nach einem 3:1-Erfolg in Südhessen war ein elementarer Schock selbst für diejenigen, die diesem Klub zwischen den Profiligen im Auf und Ab der Gefühle seit Jahren die Treue halten.

          Roland Zorn

          Sportredakteur.

          Mittendrin im unfassbaren Geschehen stand damals Fabian Klos, der tief geknickte, sonst so unwiderstehlich-wuchtige Mittelstürmer des Zweitliga-Absteigers 2014. Den besten Angreifer des DSC Arminia umschmeichelten nach dem Abend, der alle, die es mit dem größten ostwestfälischen Klub halten, ins Mark getroffen hatte, eine Reihe von Zweitligavereinen. Vor allem Roland Vrabec, damals Trainer des FC St. Pauli, machte dem 27 Jahre alten Niedersachsen Avancen - bis es Klos zu viel wurde. Er rief Vrabec aus seinem Urlaub an und sagte mit dem Verweis darauf, in Bielefeld bleiben zu wollen, nein, danke.

          Ein Mittelstürmer mit Weitsicht

          Der vertraglich bis 2016 an die Arminia gebundene Spieler hat mit dem Bekenntnis zu dem Klub („er ist etwas Besonderes für mich“) auch so etwas wie Weitsicht bewiesen. Während die zweitligareifen Bielefelder die Tabelle der dritten Liga mit neun Punkten Vorsprung anführen und schnurstracks in Richtung Wiederaufstieg zu streben scheinen, weist die Tendenz auf St.Pauli, Tabellenletzter der Zweiten Bundesliga, nach unten. An diesem Mittwoch kann der frühere Erstligaklub mit seinem Kapitän Klos an der Spitze auch deutschlandweit wieder einmal von sich reden machen: Der SV Werder Bremen, dessen wochenlanges Bundesliga-Hoch auch die spektakuläre 3:5-Niederlage am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg nicht eindunkelte, kommt auf die mit 26.137 Zuschauern ausverkaufte „Alm“ zum Achtelfinalspiel an diesem Mittwoch (19.00 Uhr / Live bei Sky und im DFB-Pokal-Ticker auf FAZ.NET). Eine schwere Aufgabe, die die Arminen im Vertrauen auf die eigene Stärke selbstbewusst angehen werden. Schließlich besiegten die Bielefelder in der vorigen Runde mit Hertha BSC schon einen, wenn auch nicht so stark wie Bremen eingeschätzten Bundesligaklub.

          Klos führt schon wieder die Torschützenliste der dritten Liga an

          Fabian Klos, der nach Jahren beim MTV Gifhorn und in der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg erst 2011 mit seinem Wechsel nach Bielefeld die Profilaufbahn einschlug, ist inzwischen längst das Gesicht des DSC Arminia. Er passt von seiner hingebungsvollen Art, sich in jedem Spiel zu verausgaben, vorzüglich zum Vereinsslogan: „stur, hartnäckig, kämpferisch“. Der Drittliga-Schützenkönig der Aufstiegssaison 2012/13 (20 Tore) führt mit 18 Treffern diese Hitparade schon wieder an und geht seiner Mannschaft seit dieser Saison mit der allergrößten Selbstverständlichkeit voran. „Fabi hat einen unbändigen Willen“, sagt Samir Arabi, der Sportliche Leiter des DSC Arminia, der sich mit Klos bald über eine Vertragsverlängerung unterhalten will.

          „Er macht den Unterschied aus“, hebt Trainer Norbert Meier hervor. „Er hat sich als Persönlichkeit weiterentwickelt“, lobt ihn Geschäftsführer Marcus Uhlig. „Sensationell, wenn du vorne so einen Stürmer hast“, preist Mittelfeldspieler Tom Schütz den Kollegen, der ob seiner britischen Spielweise und immensen Kopfballstärke zur Kategorie der klassischen Neuner gehört.

          Klos, auf dem Trainingsplatz wie der zurückgetretene deutsche Weltmeister „Miro“ oder „Klose“ gerufen, ist der Liebling der Fans. Spätestens, seitdem er in der vergangenen Saison schon knapp zwei Monate nach einer Schädelfraktur, erlitten im Oktober 2014 beim Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, wieder auf dem Platz stand, um keine Minute zu viel im Kampf gegen den Abstieg zu versäumen. Via Facebook bedankte sich Klos kürzlich bei den Fans des Traditionsklubs und schrieb: „Wenn wir in den nächsten Spielen noch zwei Schritte mehr machen statt einen weniger, werden wir Großes erreichen können.“

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