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Werder Bremen : Der schlechteste Trainer der Vereins-Geschichte

  • Aktualisiert am

Robin Dutt: Zehn Siege, 20 Niederlagen Bild: dpa

Nach der Niederlage gegen Köln hat Werder-Trainer Dutt den Negativ-Rekord von Aad de Mos eingestellt. Am Vormittag leitet er dennoch wie gewohnt das Training. Am Nachmittag tagt der Aufsichtsrat.

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          Die Suche nach seinem Nachfolger bei Werder Bremen hat längst begonnen, ehe Robin Dutt als erfolgloser Trainer des Bundesliga-Vereins sein Amt überhaupt zur Verfügung gestellt hat - oder entlassen wurde, wie es in dieser Branche üblich ist. „Die Kandidaten sind schon da“ titelt die „Kreiszeitung Syke“, die das Vermitteln von Nachrichten aus Bremen und Niedersachsen zu ihrer Kernkompetenz zählt, aber offenbar auch das Spekulieren: Viktor Skripnik und Torsten Frings, das Trainergespann der U 23 von Werder Bremen, soll gemeinsam gute Chancen haben, aber auch altgediente Haudegen wie Huub Stevens oder Gertjan Verbeek werden genannt.

          Tatsache ist, dass der umstrittene Trainer Robin Dutt am Samstagmorgen das Training bei Werder Bremen geleitet hat - auch nach der bitteren 0:1-Heimniederlage am Abend gegen den 1. FC Köln. Um Punkt 8.22 Uhr habe der 49-Jährige den Platz betreten. Vor dem Auslaufen der Profis soll es noch eine Besprechung mit dem Trainerteam geben, vermeldete „Sky Sport News“.

          Nur ein Punkt im Schnitt

          Am Samstagnachmittag werden sich allerdings der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung des Fußball-Bundesligaklubs zusammensetzen. Als wichtigster Tagesordnungspunkt galt zuvor die Wahl des früheren Nationalspielers Marco Bode zum neuen Vorsitzenden des Gremiums. Nun kann davon ausgegangen werden, dass vor allem über die sportliche Krise des Traditionsclubs  beraten wird. 

          Marco Bode: für sportlichen Erfolg muss man auch finanzielle Risiken eingehen

          Der bei den Fans und im Umfeld sehr beliebte Bode vertritt die Position der Geschäftsführung, für sportlichen Erfolg auch finanzielle Risiken eingehen zu wollen. Sollten die Verantwortlichen zu der Erkenntnis kommen, dass mit Dutt die Wende nicht mehr zu schaffen ist, dürfte das folglich nicht an wirtschaftlichen Argumenten scheitern. Dutt hat bei Werder noch einen Vertrag bis Mitte 2016 und würde im Falle einer vorzeitigen Kündigung eine ordentliche Abfindung kassieren.

          Genauso erfolglos wie Aad de Mos

          Robin Dutt ist seit 485 Tagen beim SV Werder Bremen im Amt. In 43 Bundesliga-Spielen hat er gerade mal 43 Punkte geholt: Zehn Siegen stehen 20 Niederlagen gegenüber, das Torverhältnis von 52:88 spricht Bände. Dutts Punktquote von genau einem Punkt pro Spiel ist genauso schlecht wie die von Aad de Mos - dem bislang erfolglosesten Werder-Coach der Geschichte, der in der Saison 95/96 allerdings nur 17 Spiele Zeit bekam, ehe er nach nur drei Siegen bei acht Unentschieden und sechs Niederlagen seine Koffer packen musste. Zum Vergleich: Thomas Schaaf holte zwischen 1999 und 2013 in 479 Spielen 775 Punkte (Schnitt: 1,61 pro Spiel), Otto Rehhagel von 1981 bis 1995 in 480 Spielen sogar 857 Punkte (1,78)

          Thomas Eichin: „Wir müssen Ruhe bewahren und gucken, welche Maßnahmen wir für Dienstag ergreifen“

          Durch die Niederlage am Freitag gegen Köln hat sich der Druck auf den Trainer des Liga-Schlusslichts nochmals erhöht. „Wir müssen Ruhe bewahren und gucken, welche Maßnahmen wir für Dienstag ergreifen“, sagte Manager Thomas Eichin mit Blick auf das DFB-Pokalspiel beim Chemnitzer FC. Einem klaren Bekenntnis zu Dutt ging er auch am Freitagabend aus dem Weg.

          „Wir als Mannschaft stehen hinter dem Trainer. Es gibt keinen im Team, der das anders sieht. Alles andere ist nicht unsere Entscheidung“, sagte wenigstens Kapitän Clemens Fritz. Aber der Kapitän muss ja auch als letztes von Bord gehen.

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