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Saisonabbruch in Niederlanden : Wer wird Meister?

Ajax gegen Alkmaar (im Bild Hakim Ziyech, links, und Ramon Leeuwindie): Das Duell um den Titel in den Niederlanden ist an den Grünen Tisch verlegt worden. Bild: Picture-Alliance

Die Eredivisie beendet ihre Saison vorzeitig. Das sorgt für Diskussionen vor allem bezüglich der Meisterfrage und Qualifikationen für europäische Wettbewerbe. Die Uefa will Richtlinien für den Fall eines Saisonabbruchs erarbeiten.

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          Nach dem vorzeitigen Ende der Saison im Profifußball stellt sich in den Niederlanden die Frage, wer Meister ist. Der Fußballverband KNVB will am Freitag mit allen Beteiligten „über die weiteren Konsequenzen“ der Entscheidung sprechen, die Saison abzubrechen. Entscheidet der Stand nach dem 25. und letzten vollständig ausgetragenen Spieltag, wäre Ajax Meister – für Liebhaber der Abwechslung eine Enttäuschung, denn die konnten ihre Hoffnungen auf einen Klub setzen, der nicht aus dem Trio der ewigen Meisterschaftskandidaten kommt: AZ Alkmaar, der punktgleich hinter dem Tabellenführer folgt, mit einer um acht Treffern schlechteren Tordifferenz.

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          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ajax Amsterdam, PSV Eindhoven und Feyenoord Rotterdam machen seit Jahrzehnten beinahe durchgehend die Meisterschaft unter sich aus – und dabei in den weitaus meisten Fällen die beiden Ersteren. Seit Anfang der achtziger Jahre holten überhaupt nur zweimal andere Vereine den Titel: AZ Alkmaar (2009) und Twente Enschede (2010) – AZ damals mit Louis van Gaal als Trainer, der danach zum FC Bayern München wechselte.

          Abstiegsregelung auch noch offen

          In dieser Saison gewann AZ den direkten Vergleich mit Ajax beide Male, was Anhänger als Argument für die Meisterschaftswertung anführen. Die vorzeitige Schlussbilanz: 56 Punkte für die beiden Teams aus der Provinz Noord-Holland – dahinter Feyenoord und die dieses Jahr überraschend mäßigen Eindhovener. Die letzten Plätze belegen RKC Waalwijk und ADO Den Haag. Auch deren Schicksal gilt es zu erörtern. Steigen sie ab? Gibt es Aufsteiger? Wird die Liga auf 20 Teams aufgestockt? In der „Eerste Divisie“, die in Wirklichkeit die Zweite Liga ist, stehen Cambuur Leeuwarden und De Graafschap an der Spitze.

          Dass die Spielzeit für die beiden höchsten Ligen vorzeitig beendet ist, war am Dienstagabend klargeworden. Ministerpräsident Mark Rutte kündigte in Den Haag an, dass die Ausgangsbeschränkungen im Großen und Ganzen verlängert werden. Genehmigungspflichtige Veranstaltungen sind bis zum 1. September verboten, auch für Fußballspiele ohne Publikum. Der KNVB rief kurz darauf das Ende der Saison aus. Bis dahin hatte das Verbot in den Niederlanden bis zum 1. Juni gegolten. Lange wurde diskutiert, ob weitergespielt werden soll. Der KNVB wollte die restlichen Spielrunden ohne Publikum austragen. Dagegen gab es außerhalb des Fußballs hier und da Widerstand: Der Bürgermeister von Eindhoven befürchtete, dass sich dann außerhalb des Stadions Gruppen bilden und für Unruhe sorgen würden.

          Auch einige Klubs hatten einen Abbruch befürwortet – allen voran Ajax, wobei die Art Unmut erregte. Denn der Fußball-Direktor des Vereins, Marc Overmars, preschte über die Presse voran, in „De Telegraaf“: „Die Eredivisie ist tot. Das Leben ist aus ihr entwichen, der Spaß weg.“ Die Europäische Fußball-Union hat angekündigt, Richtlinien für den Fall eines Saisonabbruchs in nationalen Ligen zu erarbeiten, auch mit Blick auf Europapokal-Teilnehmer. So hoffen die Spitzenklubs der Eredivisie darauf, kommende Saison international dabei zu sein.

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