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Fußball-Weltverband : Fifa dreht die Uhr zurück

  • -Aktualisiert am

Fifa-Präsident Gianni Infantino Bild: Reuters

Die Fifa hat mit der senegalesischen Diplomatin Fatma Samoura erstmals eine Generalsekretärin. Doch beim umkämpften Reformprozess droht der Verband in alte Muster zu verfallen. Chefaufseher Scala verließ sogar aus Protest den Saal.

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          Fifa-Präsident Gianni Infantino hat zum Ende des Kongresses des Internationalen Fußball-Verbandes in Mexiko-Stadt vollmundig verkündet, die Krise der Fifa sei vorbei – doch innerhalb des Verbandes scheinen die Uhren zurück gedreht und der hart umkämpfte Reformprozess in Frage gestellt zu werden. Zwar stellte Infantino die senegalesische Diplomatin Fatma Samoura als kommende Fifa-Generalsekretärin vor.

          Doch der Chefaufseher und Architekt des Reformprozesses, der Schweizer Wirtschaftsmanager Domenico Scala, verließ das Kongresszentrum in der mexikanischen Hauptstadt frühzeitig. Denn: Der Kongress hat die Unabhängigkeit der Audit- und Compliance-Kommission, der Scala vorsteht, de facto abgeschafft.

          Auf Vorschlag von Infantino beschlossen die Delegierten, dass künftig das Fifa-Council, die Nachfolgeorganisation der im Zuge des Korruptionsskandals abgeschafften Exekutive, die Mitglieder der Audit- und Compliance- sowie der Governance-Kommissionen abberufen kann.

          „Damit ist das zentrale Element der Reformen abgeschafft. Diejenigen, die kontrolliert werden sollen, bestimmen über diejenigen, die sie kontrollieren“, sagte der frühere Fifa-Reformbeauftragte und Anti-Korruptionsexperte Mark Pieth der F.A.Z.

          Bislang keine Verbindung zum Fußball-Geschäft

          Es deutet sich unterdessen ebenfalls an, dass die Ethik-Kommission, die bislang mehr als 30 Urteile gesprochen hat, künftig auch unter der Kontrolle des Councils stehen soll. Damit hängt auch die Position des Vorsitzenden der rechtsprechenden Kammer dieser Kommission, der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert, in der Luft. Eckert hatte Infantinos Vorgänger, den früheren Fifa-Chef Joseph Blatter, und den früheren europäischen Fußball-Chef Michel Platini verurteilt.

          Unterdessen ist Samoura die erste Generalsekretärin der Fifa. Sie hat bislang keine Verbindung zum Fußball-Geschäft. Die 1962 geborene Senegalesin arbeitet seit mehr als 20 Jahren in verschiedenen Funktionen für die Vereinten Nationen. Derzeit ist sie Vertreterin des Entwicklungsprogramms der UN in Nigeria. Die Geschäfte bei der Fifa will sie Mitte Juni aufnehmen. Zuvor muss sie sich noch dem eingeführten Integritätscheck unterziehen.

          Die senegalesische Diplomatin Fatma Samoura arbeitete bisher bei den Vereinten Nationen.

          „Ich glaube, diese Rolle passt perfekt zu meinen Fähigkeiten und Erfahrungen“, wurde Samoura in einer Fifa-Mitteilung zitiert: „Die Fifa hat einen neuen Ansatz ihrer Arbeit – und ich will eifrig eine Rolle spielen, damit der Ansatz effektiv und dauerhaft ist.“

          Infantino sagte über die neue Generalsekretärin: „Besonders wichtig für die Fifa ist, dass sie weiß, dass Transparenz und Rechenschaftspflicht im Zentrum jeder gut geführten und verantwortungsbewussten Organisation stehen müssen.“

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