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Weltfußballer des Jahres : Löw wird zum Nichtwähler

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Bekennender Nichtwähler: Joachim Löw verzichtet auf seine Stimmabgabe bei der Weltfußballerwahl Bild: dpa

Sinkende Wahlbeteiligung bei der Weltfußballerwahl: Joachim Löw verzichtet auf die Stimmabgabe. Im Vorjahr war er noch patriotischer.

          Angesichts eines möglichen Interessenkonflikts hat Bundestrainer Joachim Löw bei der Wahl zum Weltfußballer auf eine Stimmabgabe verzichtet. Hintergrund ist die Tatsache, dass gleich fünf deutsche Spieler zu den 23 Kandidaten gehörten. „Einerseits ist es natürlich eine große Auszeichnung für den deutschen Fußball, wenn gleich fünf deutsche Spieler zur Wahl des Weltfußballers stehen. Da die FIFA aber die Wahl der Jury-Mitglieder öffentlich macht, bringt es den Bundestrainer in eine Art Zwickmühle“, sagte DFB-Pressesprecher Jens Grittner dem Magazin „Sport Bild“.

          Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer, Thomas Müller und Mesut Özil wurden unter anderem neben den Stars Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Franck Ribéry zur Wahl gestellt. Joachim Löw müsse sich gegen eigene Spieler entscheiden. Das wolle er aber nicht, da er der Meinung sei, dass eine solche öffentliche Abstufung durch den eigenen Trainer niemandem gerecht werde. Grittner weiter: „Er sieht sich nicht in der Lage, objektiv und unparteiisch abzustimmen.“

          Damit kann Löw nicht wie im Vorjahr seinen Patriotismus bei der Wahl ausleben. Damals gab er dem späteren deutlichen Sieger Messi keine Stimme, während er seine nicht so besonders in Erscheinung getretenen beiden einzigen Spieler auf der Kandidatenliste, Mesut Özil und Manuel Neuer, auf Rang eins und zwei gesetzt hatte.

          Spaniens Trainer Vicente del Bosque, der in den vergangenen Jahren des öfteren in eine mit Löws Situation vergleichbarer Zwangslage war, löste die Aufgabe 2012 beispielsweise bei sieben Spaniern in der Short List ohne Wahlverweigerung: Er gab Iker Casillas, Xavi und Andres Iniesta seine drei Stimmen, während er Xabi Alonso, Busquets, Ramos und Gerard Pique nicht unterstützen konnte.

          Bis Ende November können die Kapitäne und Cheftrainer der Nationalteams sowie von „France Football“ ausgewählte internationale Medienvertreter noch über den nächsten Weltfußballer entscheiden. Der Preisträger wird am 13. Januar 2014 beim FIFA Ballon d’Or in Zürich gekürt. Aserbaidschans Nationaltrainer Berti Vogts soll sich laut „Sport Bild“ für Ronaldo entschieden haben. Bei Lahm soll die Wahl auf Mitspieler Franck Ribéry, Ronaldo und Messi gefallen sein. Er hätte damit auf eine Stimme für deutsche Mitspieler verzichtet - möglicherweise aus Unkenntnis. Im September hatte Lahm in einem Interview mit davon gesprochen, dass er seines Wissens nach gar nicht für einen Landsmann abstimmen dürfe. Das dürfte er den Regularien gemäß natürlich.

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