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Weltfußballer des Jahres 2014 : Hat Löw wie die FAZ.NET-Leser gewählt?

Klare Entscheidung? Bundestrainer Löw hat wohl für Manuel Neuer gestimmt Bild: Reuters

Am Montag stellt die Fifa die drei Favoriten der Weltfußballerwahl vor: Bei der Abstimmung unter unseren Lesern gibt es einen eindeutigen Sieger. Damit Manuel Neuer auch die richtige Wahl gewinnt, hat auch der letztjährige Nicht-Wähler Löw abgestimmt.

          Klassensprecherwahl in der Schule, zwei Freunde stehen zur Wahl. Welchem Kumpel gebe ich meine Stimme, welchen verärgere ich bei der offenen Wahl durch mein Armheben für den anderen? Bundestrainer Joachim Löw ist einem vergleichbaren Dilemma im vergangenen Jahr bei der Weltfußballerwahl entflohen, indem er einfach zum Nicht-Wähler wurde. In Sachen Demokratieschulung war das Verhalten eines der Vorbilder der Jugend bei der Vergabe des Ballon d'Or nicht gerade lobenswert.

          Aber Löw wollte eben gerade vor der Weltmeisterschaft keinen seiner damals fünf Kandidaten aus der eigenen Nationalelf - Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer, Thomas Müller und Mesut Özil - vergraulen. „Er sieht sich nicht in der Lage, objektiv und unparteiisch abzustimmen“, sagte Nationalmannschaftssprecher Jens Grittner damals offiziell. Tatsächlich ärgerte sich der Bundestrainer vor allem darüber, dass die Stimmabgabe von der Fifa nach der Kür des Weltfußballers stets im Internet veröffentlicht wird - das Klassensprecherwahl-Dilemma einer offenen Wahl eben.

          In diesem Jahr war Löw, der wie alle anderen Nationaltrainer und -kapitäne sowie je ein Journalist aus jedem der 208 Fifa-Länder stimmberechtigt war, nun trotz gleich sechs Kandidaten aus dem Weltmeisterteam - Manuel Neuer, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Mario Götze und Toni Kroos - mutiger. Der Bundestrainer hat abgestimmt, wie Sprecher Grittner auf FAZ.NET-Nachfrage bestätigte, eher die Fifa am Montagnachmittag die Top3 aus der Vorauswahl bekanntgibt. Der Hauptgrund für den Sinneswandel dürften die guten Aussichten auf einen deutschen Titelträger gewesen sein, die Löw nicht durch Verweigerung der ihm zustehenden Punkte für den Besten (5), den Zweitbesten (3) und Drittbesten (1) schmälern wollte.

          Hat der Bundestrainer wie die FAZ.NET-Leser abgestimmt?

          Nun darf man gespannt sein, ob der Bundestrainer sich bei seiner Stimmabgabe am Votum der FAZ.NET-Leser orientierte. Die favorisieren mit 31 Prozent eindeutig Manuel Neuer. Bastian Schweinsteiger (15 Prozent) und Philipp Lahm (12) liegen abgeschlagen auf den Rängen zwei und drei. Eine solche Rangfolge würde auch für den Bundestrainer Sinn ergeben. Neuer gilt als einziger aussichtsreicher Kandidat, der den Abonnement-Siegern Lionel Messi und Cristiano Ronaldo die Auszeichnung streitig machen kann.

          Bastian Schweinsteiger sollte Löw als Kapitän und Schmerzensmann im Weltmeisterteam eine Anerkennung zuteil werden lassen. Und Philipp Lahm hat sich sein Abschiedsgeschenk mit Rang drei in der Gunst des Bundestrainers gleichfalls verdient, mit dieser Stimmabgabe dürfte Löw auch bei den unberücksichtigten Kandidaten aus seinem Kader auf Verständnis stoßen, zumal er somit Punkte für Neuers Widersacher Messi und Ronaldo vermeidet.

          Stimmen von Löw für die beiden Superstars aus Portugal und Argentinien sind ohnehin unwahrscheinlich. Löw tendierte vor seiner Wahlverweigerung im vergangenen Jahr eher dazu, gegen den Strom zu schwimmen. Messi setzte er noch nie auf Rang eins, Cristiano Ronaldo gab er gar noch nie eine Stimme, während er 2012 seinen Anwärter Mesut Özil trotz damals nicht unbedingt besonders auffälliger Leistungen großzügig mit Platz eins bedacht hatte.

          Damit liegt er freilich auch auf einer Wellenlänge mit den FAZ.NET-Lesern. Nur 24 Prozent würden den Titel einem nicht-deutschen Spieler zusprechen, also unter anderem den auch in diesem Jahr aussichtsreichen Siegern der Vorjahre, Ronaldo oder Messi.

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