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Weiter Streit in 3. Liga : Ärger im Osten

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In Sachsen-Anhalt gilt noch bis 27. Mai ein Mannschaftstrainings- und Wettkampfverbot, deshalb ruht in Magdeburg weiterhin der Fußball-Betrieb. Bild: dpa

Flankiert von Thüringens Sportminister Holter protestieren Jena, Magdeburg und Halle vehement gegen die Fortsetzung der 3. Liga. DFB-Präsident Fritz Keller ist nicht erfreut darüber.

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          Der Streit um die Fortsetzung der Saison in der dritten Liga wird zunehmend auch zu einem Ost-West-Konflikt. Die Fußball-Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt fordern vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) offenbar den Abbruch. Ein entsprechender Antrag für den DFB-Bundestag an diesem Montag wurde nach übereinstimmenden Medienberichten bereits am Freitag eingereicht. Darin wird gefordert, dass es in dieser Saison keine Absteiger in die Regionalligen geben soll. Gleichzeitig sollen die am 27. Spieltag auf den Aufstiegsrängen zur zweiten Bundesliga stehenden Vereine genauso aufsteigen wie der Tabellendritte, der eigentlich eine Relegation spielen müsste.

          Zuvor hatte bereits Thüringens Sportminister Helmut Holter (Die Linke) die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die dritte Liga trotz unterschiedlicher Verfügungslagen in den Bundesländern der Klubs ab dem 30. Mai fortzuführen, kritisiert. „Ich bin der Meinung, alle Vereine sollten die gleichen Bedingungen haben in diesem Wettbewerb innerhalb der dritten Liga. Leider sind es wieder die ostdeutschen Vereine, die den Kürzeren dabei ziehen“, sagte Holter im Interview mit dem Deutschlandfunk.

          In Thüringen ist im Zuge der Corona-Krise die Ausübung von professionellem Mannschaftssport bis zum 5. Juni untersagt. Der Drittligaklub Carl Zeiss Jena erhielt ebenso wie der Frauen-Bundesligaverein FF USV Jena keine Ausnahmegenehmigung der Stadt zur Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs. In Sachsen-Anhalt gilt noch bis 27. Mai ein Mannschaftstrainings- und Wettkampfverbot. Damit können auch der 1. FC Magdeburg und der Hallesche FC vor Drittligabeginn kein zweiwöchiges Mannschaftstraining abhalten. Die drei Klubs gehörten in den vergangenen Wochen zu den lautesten Kritikern einer Saisonfortsetzung.

          Spielmacher der Ostvereine: Thüringens Sportminister Helmut Holter (Die Linke)
          Spielmacher der Ostvereine: Thüringens Sportminister Helmut Holter (Die Linke) : Bild: dpa

          Man wolle keinen Unterschied zwischen Breitensport und Profisport machen – „und das führt dazu, dass wir hier eine harte Position vertreten“, sagte Linken-Politiker Holter, der DFB-Präsident Fritz Keller die Situation vor der DFB-Entscheidung erläutert hatte. Diese habe Keller nicht erfreut zur Kenntnis genommen. „Er war einfach sauer. Jetzt bin ich aber sauer, weil sich der DFB über die Meinung der Politik hinweggesetzt hat“, sagte Holter. Gerade während der Corona-Pandemie sei es wichtig, dass Sport und Politik ein abgestimmtes Konzept verfolgten. „Das ist mit dem DFB leider nicht möglich.“

          Insgesamt habe man allerdings ein sehr gutes Gespräch gehabt und die gegenseitigen Positionen ausgetauscht, sagte Holter. Daraufhin habe jedoch der DFB die Entscheidung getroffen „ohne uns noch einmal zu fragen“, berichtete der Sportminister. An diesem Montag berät der DFB auf seinem Außerordentlichen Bundestag, der wegen der Pandemie im Internet stattfindet, über die weiteren Szenarien für Liga drei. Insgesamt stehen noch elf Spieltage in der dritten Liga aus, bis zum 4. Juli sind ausschließlich englische Wochen geplant.

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