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Poker um Nationalspieler : So groß ist Bayerns Chance auf den Sané-Transfer

  • Aktualisiert am

Leroy Sané (links) steht auf dem Wunschzettel des FC Bayern. Bild: dpa

Die Münchner wollen ihren Kader mit einer Transferoffensive verstärken. Im Fokus steht nun vor allem Leroy Sané. Doch wie wahrscheinlich ist es überhaupt, dass der Nationalspieler zu den Bayern wechselt?

          Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München geht bei einem möglichen Transfer von Nationalspieler Leroy Sané weiter in die Offensive. „Wir werden es versuchen“, kündigte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Freitag bei einer Veranstaltung der „Bild“-Zeitung in Berlin an. Aber: „Ob es gelingt, kann ich nicht versprechen.“ Tags zuvor hatte auch Vereinspräsident Uli Hoeneß bestätigt, den 23-Jährigen von Manchester City holen zu wollen.

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          Hoeneß bezeichnete die Chance auf einen Transfer Sanés nach München am Freitag jedoch als eher gering. „Wir haben Interesse, aber die Chance ihn zu kriegen ist eher klein“, sagte der Klub-Präsident dem TV-Sender Sky Sport News HD. Die Bayern hatten Sané schon vor drei Jahren auf dem Zettel. „Wir hatten eigentlich schon mal die Idee, als er noch bei Schalke war. Aber damals hatten wir keine garantierte Stammplatz-Position für ihn. Robben und Ribéry waren vor drei Jahren noch top of the top“, sagte Rummenigge.

          Bundestrainer Joachim Löw traut Sané mit einem möglichen Wechsel zum FC Bayern einen positiven Karriereschritt zu. „Natürlich, Bayern München ist immer eine gute Adresse hier in Deutschland“, sagte Löw am Freitag: „Deutschland kennt er, da fühlt er sich wohl. Sollte das klappen, wäre das sicherlich natürlich keine Verschlechterung für ihn.“ Persönlich habe er noch nicht mit seinem Schützling gesprochen, sagte der Bundestrainer, erinnerte aber daran, dass sich Sané in Manchester „immer sehr, sehr wohl gefühlt“ habe. In der abgelaufenen Saison kam der frühere Schalker unter Trainer Pep Guardiola seltener zum Einsatz.

          DFB-Direktor Oliver Bierhoff zweifelte an der Intention Sanés, wieder in der Bundesliga spielen zu wollen: „Ob jetzt der unbedingte Wunsch, nach Deutschland zurückzukehren, da ist, glaube ich jetzt weniger.“ Sollten die Bayern Sané aus seinem bis in den Sommer 2021 laufenden Vertrag beim englischen Meister herauskaufen, wäre dies nach Lucas Hernández (Atlético Madrid/80 Millionen Euro) und Benjamin Pavard (VfB Stuttgart/35) die dritte teure Verpflichtung der Münchner im Sommer.

          Als prominenter Erbe der Klub-Legenden Ribéry und Robben, die in Berlin beim Pokalfinale gegen Leipzig an diesem Samstag (20.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal, in der ARD und bei Sky) ihr letztes Pflichtspiel für die Münchner bestreiten, könnte Sané zur Königspersonalie des bayerischen Umbruchs werden. Dieser, hatte Hoeneß am Rande der Meisterfeier gesagt, werde weiter „vorangetrieben. Wir werden nicht aufhören, die Mannschaft zu verändern.“ Sportdirektor Hasan Salihamidzic werde nach dem Pokalfinale „wieder aktiv werden“ und „Fakten schaffen“. Auch bei Sané?

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          Laut „kicker„ haben die Bayern bereits Kontakt zur Familie des 23-Jährigen aufgenommen, die den Sohn berät. „Wir hoffen, dass Leroy bleibt“, hatte City-Teammanager Pep Guardiola nach dem FA-Cup-Sieg am vergangenen Wochenende gesagt, „aber wenn er nicht will, will er nicht“. Will Sané weg? Zumindest weigert er sich laut Guardiola „seit eineinhalb Jahren“, seinen in zwei Jahren auslaufenden Vertrag zu verlängern. Angesprochen auf das mögliche Münchner Interesse meinte der frühere Bayern-Coach, der noch immer guten Kontakt zu Hoeneß pflegt, es sei „nicht an der Zeit, über Hypothetisches zu sprechen“. Doch es wird längst konkret. Laut „Times“ hat Guardiola einem Verkauf zugestimmt – der Weg zum Transfer bleibt aber lang. Bis zum Ende des Transferfensters am 2. September aber bleib noch viel Zeit, in der sich einiges bewegen kann.

          Sané musste in der abgelaufenen Saison auch nach starken Auftritten erkennen, dass Guardiola trotz öffentlichen Lobes („Leroy ist ein besonderer Spieler“) in den wichtigen Spielen auf andere setzt. In Raheem Sterling, Bernardo Silva und Riyad Mahrez hat er starke Konkurrenz, zudem zweifelt der stets fordernde Guardiola an Sanés taktischer Disziplin. „Ich verlange sehr viel von ihm und manchmal kritisiere ich ihn auch“, sagte er, „nicht nur bei Aktionen mit dem Ball – auch ohne.“ In England heißt es, City stehe wegen des Financial Fair Play unter Verkaufsdruck. Zumal Guardiola unbedingt das portugiesische Jahrhunderttalent Joao Felix (Ausstiegsklausel: 120 Millionen Euro) verpflichten wolle. Da kämen die Sané-Millionen gerade recht. Dessen Marktwert wird auf 100 Millionen Euro taxiert.

          Hoeneß („Wir sind hier nicht bei Monopoly“) hatte in der vergangenen Woche betont, dass die Bayern mit den 80 Millionen Euro, die sie für Weltmeister Hernandez an Atlético Madrid bezahlen, „eine Grenze erreicht“ hätten. Mittelfeldmann Rodrigo, der ebenfalls von Atlético kommen könnte, fiele mit festgeschriebenen 70 Millionen darunter. Und Sané? Es sei zu klären, „wie viel Geld zur Verfügung steht“, sagte Salihamidzic über weitere potentielle Zugänge. Zu diesen wird weiterhin Leipzigs Timo Werner gerechnet. Schließlich soll am Ende der Transferoffensive nach einer holprigen Saison wieder die gewohnt erdrückende Münchner Dominanz stehen. „Ich bin ziemlich sicher, dass wir, wenn wir die neue Mannschaft entwickelt haben, wieder früher Meister werden“, sagte Hoeneß.

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