https://www.faz.net/-gtl-9kjfg

Neues Fußball-Nationalteam : Was wurde nur aus all den Weltmeistern?

  • Aktualisiert am

Ein Moment für die Ewigkeit: Deutschland wird 2014 in Rio Fußball-Weltmeister. Bild: Picture-Alliance

Nach dem Aus für Hummels, Boateng und Müller sind nur noch vier Weltmeister von 2014 aktuell im DFB-Team. Und was machen die anderen Helden von Rio heute? Einer ist gar unter die Eisverkäufer gegangen.

          4 Min.

          Nach dem historischen WM-Debakel in Russland tat sich Bundestrainer Joachim Löw zunächst schwer, einen klaren Umbruch in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft einzuleiten. Doch mittlerweile haben seine personellen Maßnahmen einige prominente „Opfer“ getroffen. Eine Übersicht:

          Thomas Müller (100 Länderspiele)

          Eine Nationalmannschaft ohne Thomas Müller war bis vor gar nicht langer Zeit quasi undenkbar. Der Bayern-Stürmer war im Team als Torgarant und Stimmungsmacher unverzichtbar. Doch seit der Euro 2016 läuft Müller seiner Topform hinterher. Das einst von  Louis van Gaal formulierte Diktum „Müller spielt immer“ galt nicht mehr – weder bei Bayern München noch in der Nationalmannschaft, wo ihm zuletzt die drei „Mopeds“ Serge Gnabry, Timo Werner und Leroy Sane klar den Rang abgelaufen haben. Müllers 100. Länderspiel beim Jahresabschluss gegen die Niederlande (2:2) dürfte zugleich sein letztes gewesen sein.

          Mats Hummels (70)

          Jahrelang galt der umsichtige Abwehrspieler als Prototyp des modernen Innenverteidigers: starke Antizipation, exzellentes Kopfballspiel und herausragender Spielaufbau. Doch zuletzt wurden Hummels Schnelligkeitsdefizite gegen die immer jüngeren und antrittsstärkeren Offensivgegner sichtbarer. Dazu gesellten sich für ihn untypische Konzentrationsfehler. Die Folge: Sowohl Klubtrainer Niko Kovac als auch Nationaltrainer Löw lösten den 30-Jährigen als Abwehrchef durch Niklas Süle (23) ab.

          Jerome Boateng (76)

          Für den Innenverteidiger dürfte die Ausbootung nicht mehr überraschend kommen. Schon vor den beiden letzten Länderspielen des sportlich völlig verkorksten Jahres 2018 hatte der 30-Jährige von Löw eine Pause verordnet bekommen. Nicht nur Vereinskollege Süle, auch Antonio Rüdiger (26/FC Chelsea) und Matthias Ginter (25/Borussia Mönchengladbach) sieht Löw in der Hierarchie vor Boateng. Der Bayern-Verteidiger spielte zuletzt zu inkonstant, zudem wurde er durch zahlreiche Verletzungen immer wieder zurückgeworfen.

          Sami Khedira (77)

          Der Mittelfeldspieler von Juventus Turin war das erste prominente „Opfer“ des Neubeginns. Schon nach der desolaten WM in Russland teilte Löw dem Weltmeister von 2014 mit, dass er bei der Nominierung künftig andere Spieler bevorzugen werde. Khedira nahm die Entscheidung professionell auf, generell steht er bei Bedarf weiterhin zur Verfügung. Doch Löw wird den 31-Jährigen nicht mehr anrufen, sondern im zentralen Mittelfeld auf die jüngeren Leon Goretzka (24), Joshua Kimmich (24), Kai Havertz (19), Julian Brandt (22) oder Maximilian Eggestein (22) setzen. Zuletzt musste sich Khedira am Herzen operieren lassen, er ist jetzt auf dem Weg der Besserung und trainiert wieder.

          Mesut Özil (92)

          Der Offensivspieler des FC Arsenal ist ein Sonderfall, sein Rücktritt aus der Nationalmannschaft hatte weniger sportliche Gründe. Ob Löw auf seinen einstigen Lieblingsschüler, der nach dem polternden Rücktritt ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Bundestrainer bislang abgelehnt hat, beim Neuaufbau gesetzt hätte, darf zumindest bezweifelt werden.

          Müller, Khedira, Hummels, Boateng und Özil sind die prominenten Namen des Weltmeister-Teams von 2014, das nun keine Rolle mehr spiele. Und was ist aus den anderen Siegern von Rio de Janeiro geworden? Eisladenbesitzer, Jugendtrainer oder Drittliga-Profi – der Weg der Weltmeister von 2014 ist fünf Jahre danach ebenso spannend wie abwechslungsreich. Ein Überblick:

          Manuel Neuer (84 Länderspiele): Immer noch Stammtorwart der Nationalmannschaft, aber nicht mehr unumstritten. Die ganz großen Glanztaten sind vom Kapitän selten zu sehen. Marc-Andre ter Stegen vom FC Barcelona könnte bald übernehmen – das hat Löw auch schon angedeutet.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.