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Star trifft Diktator : Messis Nebenjob

  • -Aktualisiert am

Fußballstar, polyglott unterwegs: Messi besucht den Diktator von Gabun Bild: Reuters

Fußballstar trifft Diktator: 3,5 Millionen Dollar bekommt Messi für Händeschütteln und die Grundsteinlegung eines neuen Fußballstadions in Gabun. So tief kann ein Stern also sinken.

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          So über den Daumen, was verdient Lionel Messi? „France Football“, ein Fachmagazin der Kickerszene und mit den Einnahmen der Stars vertraut, hat den Verdienst des Argentiniers, der für den FC Barcelona spielt, auf 65 Millionen Euro taxiert. 65 Millionen Euro im Jahr 2014. Das kann sich sehen lassen. Aber ist es auch genug? Nein, ist es nicht, weil doch jeder weiß, wie einem in Zeiten der Negativzinsen das Geld von den Konten rinnt.

          Messi hat sich deshalb an vielen seiner spanischen Fast-Landsleute ein Beispiel genommen und sich nach Nebenjobs umgeschaut, um halbwegs komfortabel durch diese wirtschaftlich schweren Zeiten zu kommen. Und weil er ein schlaues Kerlchen ist, findet er die auch immer wieder. Erstmal aber hat er mit seinem Vater eine ganze Reihe von Firmen gegründet, ein hübsches Geflecht in verschiedenen Ländern, das nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Barcelona zwischen 2006 und 2009 mehr als vier Millionen Euro Steuern hinterzogen hat. Inzwischen hat Messi fünf Millionen an Steuern und Zinsen nachgezahlt, was natürlich nicht so angenehm ist, mancher Deutsche mit Schweiz-Connection wird das bestätigen. Aber weil, wie gesagt, Messi ein schlaues Kerlchen ist, lässt sich der Verlust relativ leicht zurück in die Kasse holen.

          Gerade war der Fußballstar zu diesem Zweck wieder polyglott unterwegs, warf sich in Schale - Gammeljeans, Turnschuhe, T-Shirt mit Marilyn-Monroe-Aufdruck - und besuchte einen Herrn im Anzug namens Ali-Ben Bongo Ondimba. Der ist Präsident und, Menschenrechtler sagen: Diktator von Gabun. Der schicke Gast wurde per Sonderflug abgeholt.

          Während achtzig Prozent der gabunischen Bevölkerung in Armut lebt, geht es dem Präsidenten nicht ganz so schlecht, vor ein paar Jahren hat er sich für 100 Millionen Euro ein Stadtpalais in Paris zugelegt, er gilt als afrikanischer Spezialist für den Transfer staatlicher Gelder auf private Konten im Ausland. Auch gegenüber Messi zeigte er sich von einer gewissen Großzügigkeit. 3,5 Millionen Dollar bekam der Superstar für diverses Händeschütteln, die Grundsteinlegung des neuen Fußballstadions in Port Gentil sowie die Eröffnung eines Restaurants in Libreville, das dem Sohn des Präsidenten gehört.

          Schöne Aktion des Mannes aus Barcelona. Und natürlich ein Wirtschaftsfeld mit großem Potential. Finanzstarke Potentaten mit Hang zur Selbstinszenierung durch Typen mit Starappeal gibt es jede Menge auf der Welt. Dennis Rodman zum Beispiel kann Messi da einiges erzählen. Der Basketballer und frühere NBA-Star hat dem nordkoreanischen Schreckensherrscher Kim Jong-Un erst im vergangenen Jahr vor 14.000 Zuschauern in der Sporthalle von Pjöngjang ein Geburtstagsständchen gesungen. So tief kann ein Stern also sinken. Messi hat noch Luft nach unten.

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