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FAZ.NET-Regelecke : Was der Chelsea-Sieg über Frankfurt nun bedeutet

Jubel nach dem Spiel: Chelsea steht im Finale der Europa League. Bild: AFP

In beiden europäischen Vereinswettbewerben stehen Teams aus England im Finale. Während es für drei Klubs jedoch „nur“ um einen Titel geht, geht es für Arsenal um mehr. Das hat einen bestimmten Hintergrund.

          Aus eigener Kraft hat sich Red Bull Salzburg bekanntlich noch nie in eine Gruppenphase der Champions League gespielt. Nun hat es der ewige Verlierer in der Qualifikation fast geschafft dank der Treffer von Lucas Moura. Der Torjäger spielt aber nicht für Salzburg. Der Brasilianer hat vielmehr Tottenham gegen Ajax Amsterdam ins Finale der Champions League gebracht, ehe zunächst mit Arsenal und dann mit Chelsea, die Eintracht Frankfurt knapp im Elfmeterschießen bezwungen hatten, nachzogen. Dadurch ist fast sicher, dass der für den Sieger reservierte Platz in der Königsklasse nicht benötigt wird.

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          Österreich erhält dann gemäß Artikel 3.04 a als Elfter der Fünf-Jahres-Wertung einen direkten Platz in der Champions League, den Salzburg als designierter österreichischer Meister einnehmen dürfte. Eigentlich erhalten nur die besten zehn Ligen Europas direkt einen Platz in der Champions League. Die Topligen aus Spanien, England, Deutschland und Italien entsenden jeweils vier sichere Teilnehmer, auf den Plätzen fünf und sechs bekommen im kommenden Jahr Frankreich und Russland je zwei Plätze, Portugal, die Ukraine, Belgien und die Türkei immerhin noch einen garantierten Platz für den Meister.

          Red Bull kann nun aber nach unfassbaren elf vergeblichen Anläufen in Serie ausnahmsweise einmal nicht scheitern in einem Qualifikationsspiel wie einst im luxemburgischen Düdelingen oder in einem Playoff wie vor der laufenden Spielzeit gegen Roter Stern Belgrad. England wiederum darf laut Uefa-Reglement für die Champions League, Artikel 3.06, maximal fünf Plätze beanspruchen. Da England als Zweiter der Wertung aber ohnehin schon vier Startplätze garantiert bekommt, dürfte maximal ein weiterer Platz hinzukommen.

          Angesichts der Tabellenkonstellation in der Premier League muss diese Regelung freilich gar nicht beachtet werden: Es geht nämlich ohnehin nur noch um einen möglichen fünften Startplatz: Denn Liverpool und Chelsea haben die Qualifikation für die Königsklasse bereits sicher. Tottenham und Arsenal spielen am letzten Spieltag noch im Fernduell um den vierten Platz, der den Weg in die Champions League ebnen würde. Vor den Europapokalendspielen stehen also schon drei der Finalteilnehmer als Königsklassen-Klub fest.

          Tottenham steht derzeit um drei Punkte und acht Tore besser da als Arsenal. Entsprechend muss Arsenal wohl die Europa League gewinnen, um trotz Rang fünf der Premier League über den Platz für den Europa-League-Sieger in die Eliteklasse des europäischen Fußballs Einzug zu finden. Sollte Arsenal das Final-Derby gegen Chelsea im fernen Baku verlieren, dann wäre nicht nur Arsenal der Weg in die Champions League versperrt und die „Gunners“ müssten abermals mit der Europa League vorlieb nehmen. England bliebe dann auch trotz der bereits sicheren zwei Europapokaltriumphe auf vier Starter in der Königsklasse beschränkt. Der Bonus für einen Wettbewerbssieger kann nicht weitergereicht werden an einen Ligakonkurrenten.

          Entsprechend würde das gemäß Artikel 3.04 b der Uefa-Regularien für die Champions League bedeuten, dass eine Direktqualifikation für die Champions League an den Drittplatzierten jener Liga geht, die auf Rang fünf der Fünf-Jahreswertung rangiert und eigentlich nur zwei direkte Startplätze hat: Dort stand zum Ende der Saison 2017/18 die französische Ligue 1. Und so kommt es, dass Lyon und Saint-Etienne am Donnerstagabend vermutlich mit Zufriedenheit das Ausscheiden der Eintracht registriert haben und nun im Fernduell um Rang drei mit einer zusätzlichen Motivation kämpfen werden, weil ihnen der Weg über die Qualifikationsrunden gegen Meister anderer, kleinerer europäischer Ligen erspart bleiben könnte.

          Man darf davon ausgehen, dass der Sieger des Fernduells anschließend den „Blues“ des FC Chelsea die Daumen drücken wird im Endspiel gegen Arsenal, sofern die „Gunners“ nicht doch noch Rang vier erklimmen und Tottenham auf Platz fünf der Abschlusstabelle der Premier League verweisen. In diesem Fall müsste RB Salzburg auf Jürgen Klopps FC Liverpool hoffen. Wäre nämlich Tottenham auf Rang fünf, dann müsste Liverpool als ohnehin für die Champions League qualifiziertes Team im Sinne der Salzburger verhindern, dass Tottenham als Champions-League-Sieger einen der Qualifikationsplätze in Anspruch nähme.

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