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Europa-League-Playoffs : Was Dortmund aus dem 4:3 bei Odds BK lernen kann

  • Aktualisiert am

„Ich war entsetzt, wie einfach das ging, gegen uns Tore zu erzielen“: BVB-Trainer Thomas Tuchel. Bild: dpa

Nach 22 Minuten liegt Dortmund beim krassen Außenseiter Odds BK in den Europa-League-Playoffs 0:3 hinten. Dass der BVB doch noch 4:3 siegt, hat Gründe. Die Borussia kann aus dieser furiosen Partie einiges lernen.

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          Nach nur 22 Minuten schien die Blamage perfekt. Sage und schreibe 0:3 lagen die zuvor hochgelobten Dortmunder im Playoff-Hinspiel der Europa League beim krassen Außenseiter Odds BK zurück. Doch der Revierklub blieb nervenstark und nahm dank des 4:3-Erfolgs doch noch Kurs auf die Gruppenphase des Wettbewerbs. Die Analyse einer außergewöhnlichen Partie:

          Die Schwächen: In der bisher sattelfesten Dortmunder Defensive, die in den ersten vier Saison-Pflichtspielen ohne Gegentreffer geblieben war, ging des zu Beginn drunter und drüber. Die im Gegensatz zum famosen Bundesliga-Auftakt gegen Mönchengladbach (4:0) auf fünf Positionen geänderte Startelf zeigte Abstimmungsprobleme.

          „Ich war entsetzt, wie einfach das ging, gegen uns Tore zu erzielen“, klagte Trainer Thomas Tuchel mit Bezug auf die drei Treffer für Odds in den ersten 22 Minuten. Ähnlich sah es Kapitän Mats Hummels: „Es war wie in einem schlechten Film.“

          Am Ende jubelten die Dortmunder doch noch über einen Sieg in Norwegen. Bilderstrecke

          Die Stärken: Trotz des kapitalen Fehlstarts bewahrte der BVB die Ruhe. Eine solche Aufholjagd wäre noch in der vergangenen Saison kaum möglich gewesen. Offenbar hat das Team unter der Regie von Tuchel den Glauben in die eigene Stärke zurückgewonnen.

          „Wir sind in der Lage, uns zu schütteln und mit Rückschlägen umzugehen. Nach einem 0:3 noch zu gewinnen, ist nicht selbstverständlich. Die Mannschaft hat eine Top-Moral gezeigt“, lobte Tuchel.

          Die Verlierer: Gonzalo Castro, Roman Weidenfeller und Kevin Kampl. Vor allem der als Mittelfeldspieler eingekaufte, aber in Norwegen auf der Außenverteidiger-Position eingesetzte Castro erwies sich als Unsicherheitsfaktor.

          Zudem patzte der für Roman Bürki ins Tor beorderte Weidenfeller beim 3:0 der Norweger. Kampl blieb in der Offensive blass. Nach der Halbzeit brachte Coach Tuchel den Griechen Sokratis für Castro und trug mit dieser Maßnahme zu mehr Stabilität bei.

          Die Gewinner: Pierre-Emerick Aubameyang und Marcel Schmelzer. Der Gabuner Nationalspieler Aubameyang war der mit Abstand torgefährlichste Spieler auf dem Platz und traf gleich zweimal. Auch Außenverteidiger Schmelzer erwies sich bei der Aufholjagd als Aktivposten, schaltete sich häufig mit in das Offensivspiel ein und bereitete das wichtige 3:3 von Aubameyang vor.

          Die Lehren: Für eine radikale Rotation scheint die Mannschaft noch nicht reif. Vor allem der Abwehr bereiten personelle Umstellungen offenbar Probleme. Dennoch wertete Tuchel das turbulente Geschehen als Lehre zur rechten Zeit: „Das haben wir jetzt neben dem Sieg auf der Habenseite. Insofern hatte die Partie etwas sehr Positives für die Entwicklung der Mannschaft.“

          Die Ausgangslage: Der BVB scheint auf gutem Weg in die Gruppenphase der Europa League. Denn angesichts der hohen Dortmunder Trefferzahl im Hinspiel müssten die Norweger am kommenden Donnerstag (20.30 Uhr / Live in der ARD und im Europa-League-Ticker bei FAZ.NET) in Dortmund mit zwei Toren Differenz gewinnen.

          Daran mag Tuchel nicht glauben: „Ich habe vor der Partie gesagt, dass jeder Sieg ein gutes Ergebnis ist. Insofern bin ich zufrieden. Wir trauen uns bei allem Respekt schon zu, dass wir auch im Rückspiel gewinnen.“

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