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Löw und die Nationalmannschaft : Vertrauen macht blind

Verliert er den Blick für die wichtigen Details? Bundestrainer Joachim Löw bei der Fußball-WM in Russland. Bild: Imago

Bei der WM war Manuel Neuer ein Symbol für das außer Kraft gesetzte Konkurrenzprinzip. Jetzt spricht Joachim Löw ihm wieder das Vertrauen aus. Ist der Sommer der Selbsttäuschung doch noch nicht vorbei?

          7 Min.

          Es ist Dienstagmittag in Watutinki, zwei Tage nach der 0:1-Niederlage der deutschen Mannschaft gegen Mexiko. Und der Tag der Weiterreise nach Sotschi, zum zweiten Spiel bei dieser Weltmeisterschaft gegen Schweden, das für den Weltmeister zugleich schon das erste Endspiel ist. Die Stimmung ist unruhig im Kinosaal des „Watutinki Hotel Spa Komplex“, der zum Pressekonferenzraum der deutschen Mannschaft umfunktioniert ist. Im Auditorium mit seinen ansteigenden Sitzreihen warten die Journalisten auf Manuel Neuer, viele der roten Sessel sind leer, einige Reporter sind gar nicht mehr da, weil sie schon auf dem Weg nach Sotschi sind, die anderen sind unter Zeitdruck, weil sie ihre Flüge erreichen müssen. Erst mit fast einer Stunde Verspätung betritt Neuer den Raum. Als der deutsche Kapitän Platz nimmt auf dem Podium, das wie ein Siegerpodest gebaut ist, mit dem Slogan „#ZSMMN in Watutinki“ dort, wo sonst die „1“ stehen würde, entschuldigt er sich erst einmal für die Verspätung: „Wir haben gerade eine Sitzung gehabt, die noch etwas länger dauerte.“

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Es ist eine besondere Pressekonferenz an diesem Dienstag, weil Neuer ein bisschen mehr preisgibt aus dem Innenleben der Nationalmannschaft, als man sonst bei diesen Gelegenheiten erfährt. Es ist damals nur noch nicht so klar, wohin die Reise führen wird. Ob die Ausführungen des Kapitäns Anlass für Zuversicht oder eher für neue Zweifel sind.

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