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Die Probleme der DFB-Elf : Das gespaltene Team

Grell ausgeleuchtet: Wohin die Causa Özil führen könnte, erkannten die Verantwortlichen zu spät. Bild: dpa

Die Özil-Debatte um die Nationalmannschaft zeigt vor allem eines: Wie fremd sich die Spieler mit unterschiedlichen Prägungen werden konnten. Das war einer der Schlüssel für das Scheitern in Russland – Joachim Löw sah zu.

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          Antonio Rüdiger zählt nicht zu den Spielern, von denen sich behaupten lässt, dass sie zu den Meinungsführern und Führungsspielern der Nationalelf gehören. Bei der Weltmeisterschaft war der 25 Jahre alte Verteidiger des FC Chelsea nur zu einem einzigen Einsatz gekommen, und das auch nur, weil Mats Hummels wegen einer Verletzung ausfiel. Ein Jahr zuvor gehörte Rüdiger allerdings zu den Stammkräften jenes Teams, das auf begeisternde Weise den Confederations Cup gewonnen hatte. Kurz vor diesem Turnier hatte Rüdiger, ein gebürtiger Berliner, dessen Mutter aus Sierra Leone stammt, außerhalb des Platzes auf sich aufmerksam gemacht. Oder besser: auf eine Sache, die ihm wichtig ist.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Rüdiger, der zu dieser Zeit noch in Rom spielte, forderte die Funktionäre zu größerer Entschlossenheit im Kampf gegen Rassismus auf. „Ich wurde in mehreren Spielen mit dem Uh, uh, uh ausgebuht – und es ist nichts passiert. Dagegen muss gehandelt werden“, sagte der Nationalspieler vor Jahresfrist. „Wir sind im Jahr 2017, da sollte und dürfte es so etwas nicht geben. Der Schiri sollte den Stadionsprecher darauf ansprechen, dass das passiert. Dann ist eine Verwarnung angemessen. Und wenn es danach immer noch nicht eingehalten wird, finde ich es gut, wenn ein Spiel abgebrochen wird.“ Es sei für Leute, „die nicht dieselbe Hautfarbe haben wie ich, einfach zu sagen, dass wir ruhig bleiben sollten. Aber die werden niemals wissen, wie es sich anfühlt.“

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