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Nach Rassismus-Vorfällen : Der flammende Appell des Leon Goretzka

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Verstehen sich auf und neben dem Platz: Leon Goretzka (links) und Leroy Sané. Bild: EPA

Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka ruft angesichts der Ereignisse in Wolfsburg zu mutigem Vorgehen gegen Rassismus auf. Derweil vernimmt die Polizei drei Männer. Sie sollen unter anderem Leroy Sané rassistisch beleidigt haben.

          Nach den mutmaßlichen rassistischen Äußerungen gegen die Fußball-Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan beim Länderspiel gegen Serbien hat Leon Goretzka seine deutschen Mitbürger zu mehr Courage aufgefordert. „Dagegen sollte man aktiv vorgehen“, sagte der Nationalspieler des FC Bayern am Freitag in Wolfsburg. „Ich kann nur alle aufrufen, mit viel Mut dagegen vorzugehen und solche Leute in die Schranken zu weisen“, sagte der 24-Jährige. „Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Da antwortet man auf die Frage nach der Nationalität Schalke, Dortmund oder Bochum. Für uns ist Integration kein Thema, sondern Selbstverständlichkeit.“

          Die Wolfsburger Polizei hatte am Donnerstag Ermittlungen eingeleitet, nachdem es zuvor mehrere Hinweise unter anderem vom DFB gab. Am Freitag meldeten sich drei Männer bei der Polizei in Wolfsburg. Sie hätten sich in einer ersten Vernehmung zu den Vorwürfen geäußert, teilte ein Polizeisprecher mit. Zum Inhalt wollte er mit Blick auf das laufende Verfahren keine Stellung beziehen. Die Polizei werde weitere Ermittlungen anstrengen und den Vorgang voraussichtlich Anfang kommender Woche an die Staatsanwaltschaft Braunschweig abgeben, kündigte er an.

          Die Ermittlungen seien wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet worden, nachdem es mehrere Hinweise unter anderem vom Deutschen Fußball-Bund gegeben habe, sagte Polizeisprecher Thomas Figge. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnten sogar Haftstrafen drohen. Wegen des Vorfalls hat die Polizei auch einen Journalisten als Zeugen vorgeladen. „Er ist als Zeuge geführt und soll entsprechend aussagen“, sagte Figge dazu.

          Der Journalist hatte in den sozialen Netzwerken ein Video veröffentlicht, in dem er von verbalen Ausfällen einiger Zuschauer während der Partie berichtet hatte. Er sprach von „rassistischen Beleidigungen gegen Sané und Gündogan“, die er als Zuschauer direkt miterlebt hatte. „Ich habe mir das Video auch angeschaut“, berichtete Goretzka. Es habe ihn „bewegt“ und „entsetzt“. Die Nationalmannschaft stehe für Vielfalt.

          Teamkollege Marco Reus verurteilte bei der DFB-Pressekonferenz am Freitag ebenfalls die verbalen Übergriffe: „Das ist eine Sache, die absolut nicht geht.“ Bereits am Donnerstagabend hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel bei einer Podiumsdiskussion in Frankfurt gesagt: „Das hat mich sehr betroffen gemacht. Kein Spieler darf diskriminiert werden. Wir als DFB werden jedem, der das tut, die Rote Karte zeigen.“

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